Sonderveröffentlichung
Themenspecial Festliche Gastronomie

Mal mit Rand, mal ohne

Käse: Welche Rinde ist essbar?

Bei Käsesorten mit Paraffin- oder Wachsüberzug muss die Rinde abgeschnitten werden, bei Blauschimmelkäse nicht. BILD: CHRISTIN KLOSE/DPA-TMN

23.10.2020
Ob aus Bequemlichkeit, weil man die Rinde nicht extra abschneiden will, oder weil man nichts von edlen Käsestückchen verschenken mag: Es kommt immer wieder vor, dass Käsefreunde jeden Rand mitessen. Das ist keine gute Idee. Die Verbraucherzentrale Bayern sagt, bei welchem Käse das möglich ist und bei welchem nicht.

Bei natürlich gereiftem Käse wie Parmesan entsteht die Rinde während der Reifung. Sie ist damit essbar. Dies gilt auch für Camembert oder Blauschimmelkäse. Die Oberfläche ist hier mit einem speziellen Kulturschimmel überzogen. Bei Rotschmierkäse wie Romadur sorgen spezielle Bakterienkulturen für das charakteristische Aroma. Auch diese Rinde kann mitgegessen werden.
Allerdings gilt auch: „Immungeschwächte Personen und Schwangere sollten vorsichtshalber keine Käserinde essen. Auf der Oberfläche können sich auch unerwünschte Bakterien und Schimmelarten ansiedeln“, erklärt Verbraucherschützerin und Ernährungsexpertin Silke Noll.

Generell nicht essbar sind hingegen Käseüberzüge aus Paraffinen, Wachs oder Kunststoff. Ein entsprechender Hinweis darauf sei vorgeschrieben. Finden Käsefreunde im Aufdruck die Angabe „E235“, sollten sie sogar sehr großzügig die Rinde entfernen. Denn dann sei sie mit dem Konservierungsstoff Natamycin behandelt, und es sollte am Rand mindestens ein halber Zentimeter abgeschnitten werden. Natamycin wirkt antibiotisch und wird auch in Arzneimitteln eingesetzt. dpa/tmn

Der Hügel macht’s

Unterschied: Wurzelpetersilie oder Pastinake

Wurzelpetersilie sorgt in Suppen oder in Kartoffelpürees für einen intensiven Geschmack. BILD: ANDREA WARNECKE/DPA-TMN
Wurzelpetersilie sorgt in Suppen oder in Kartoffelpürees für einen intensiven Geschmack. BILD: ANDREA WARNECKE/DPA-TMN
Wurzelpetersilie verpasst einem Püree oder einer Brühe einen intensiven Geschmack. Aber sie sieht der Pastinake zum Verwechseln ähnlich. An einem kleinen Detail erkennt man sie zum Glück zweifelsfrei.

Ob geraspelt im Rohkostsalat, in Eintöpfen oder im Backofen getrocknet als herzhafte Chips: Die ätherischen Öle der Wurzelpetersilie verpassen vielen Gerichten einen Kick.

Wer das Gemüse in der Küche einsetzen will, darf es nur nicht mit der Pastinake verwechseln.

Die beiden Gemüsesorten sehen sich zwar zum Verwechseln ähnlich, doch schmecken ganz unterschiedlich. Während die Wurzelpetersilie den typischen Petersiliengeschmack besitzt, schmecken Pastinaken ähnlich wie Möhren. Zum Glück gibt es ein untrügliches, optisches Unterscheidungsmerkmal: der kleine Hügel, den die Wurzelpetersilie am dicken Ende der Wurzel vom Blattansatz her hat. Die Pastinake hingegen hat dort ein kleines Tal. Darauf weist der Provinzialverband Rheinischer Obst- und Gemüsebauer hin.

Wurzelpetersilie lässt sich gut mehrere Tage lagern: Dazu kommt sie in einem Folienbeutel an einen kühlen Ort. Sind die Wurzeln bereits angeschnitten, sollte die Schnittstelle mit Frischhaltefolie abgedeckt werden. Die geputzten Wurzeln können auch sehr gut eingefroren werden, nachdem sie in passende Stücke für den späteren Verwendungszweck geschnitten wurden. dpa/tmn