Sonderveröffentlichung
Themenspecial Immojournal Januar 2019

Zu wenig Platz im eigenen Zuhause

Statistisches Bundesamt: Jeder Vierzehnte in Deutschland lebte 2017 in überbelegter Wohnung

Jeder Vierzehnte in Deutschland (sieben Prozent der Bevölkerung) hat 2017 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in einer Wohnung gelebt, die im Verhältnis zur Zahl der Bewohner zu wenig Zimmer hat und damit als überbelegt gilt.

Überdurchschnittlich stark betroffen sind Alleinerziehende und armutsgefährdete Menschen. Rund jeder Fünfte dieser Gruppe (je 19 Prozent) lebte in einer nicht angemessenen Wohnung. Als überbelegt gilt eine Wohnung etwa, wenn sich drei Kinder ein Kinderzimmer teilen oder wenn Eltern das Wohnzimmer zugleich als Schlafzimmer nutzen.

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Wohnraummangel ist vor allem ein Problem der städtischen Ballungsgebiete, in denen hohe Grundstückspreise und hohe Nachfrage die Mieten hochtreiben. So lebten in den Städten elf Prozent der Menschen in einer überbelegten Wohnung, während es auf dem Land nur vier Prozent waren. Während 17 Prozent der Erwachsenen mit einem ausländischen Pass eine nicht passende Wohnung hatten, galt das nur für sechs Prozent der Erwachsenen mit deutschem Pass. Angesichts dieser Zahlen sprach sich der Bundesvorsitzende der Arbeiterwohlfahrt (AWO), Wolfgang Stadler, für höheres Wohngeld, eine wirksamere Mietpreisbremse und verstärkten sozialen Wohnungsbau aus. In einer Wohnung zu leben, die den eigenen Bedürfnissen entspreche und dabei bezahlbar sei, werde für immer mehr Menschen zu einem „kaum realisierbaren Traum“, warnte er in einer Stellungnahme.

Im EU-Vergleich ist der Wert vergleichsweise gering: Im EU-Durchschnitt liegt die Überbelegungsquote bei 16 Prozent, hieß es unter Verweis auf Eurostat-Daten. Zum Beispiel leben in Polen 41 Prozent der Bevölkerung in einer überbelegten Wohnung. In Österreich waren es 15 Prozent und in Frankreich acht Prozent der Bevölkerung. In den Niederlanden hingegen waren nur vier Prozent der Bevölkerung von Wohnraummangel betroffen, während die Quote in Zypern und Malta mit jeweils drei Prozent EU-weit am niedrigsten war. dpa

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