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Interview mit Adler-Mannheim-Team-Manager Youri Ziffzer

Abgetaut mit Youri Ziffzer

Eishockey nimmt im Leben eines Profispielers oder eines Club-Mitarbeiters einen sehr großen Stellenwert ein. Trainings, Spiele und Reisen nehmen zahllose Stunden in Anspruch. Bei Gesprächen am Esstisch mit der Familie dreht es sich nicht selten um den schnellsten Mannschaftssport der Welt. In „Abgetaut: Ein Interview mit ohne Eishockey“ stellen wir unseren Jungs ganz bewusst einmal Fragen, die (fast) nichts mit ihrer heißgeliebten Leidenschaft zu tun haben. Wir haben uns Team-Manager Youri Ziffzer geschnappt.

YOURI, WENN DU EIN LEBENSMITTEL WÄREST: WELCHES WÄRE ES?

(nach langer Bedenkzeit): Das ist verdammt schwer. Dieser gern genommene Satz mit harter Schale, weicher Kern trifft in jedem Fall nicht auf mich zu. Ich suche eher ein Lebensmittel, das nahezu immer gleich schmeckt. Man weiß immer, was man von diesem Lebensmittel erwarten kann und was man bekommt. Egal zu welcher Jahreszeit, egal wo, unabhängig von allen äußeren Bedingungen. Vielleicht bin ich das persönliche Lieblingsbrot. Ein und dieselbe Sorte schmeckt eigentlich immer gleich. Was ich auf jeden Fall nicht bin: eine Banane. Denn ich werde nicht braun.

KANNST DU BEIM NICHTSTUN NICHTS TUN?
Ein Interview mit ohne Eishockey Image 2
Es heißt, dass man eigentlich nie nichts tun kann und die Gedanken immer irgendwie kreisen. Ich wage aber mal zu behaupten, dass ich manchmal durchaus nichts machen kann. Zumindest für eine gewisse Zeit. Am ehesten mal auf einer Busfahrt für eine halbe Stunde, in der man zumindest sagen kann, das ist so gut wie nichts.

BIST DU EHER EIN MORGEN- ODER ABENDMENSCH?

Ich komme nicht so ganz leicht aus dem Bett, aber es ist in den letzten Jahren dank der inzwischen schulpflichtigen Tochter besser geworden. Ich brauche allerdings immer ein paar Minuten, um auf Betriebstemperatur zu sein. Der Wecker klingelt dabei so, dass ich nicht noch eine Stunde snoozen kann. Ich erledige meine Dinge auch gerne morgens. Dann hat man es weg. Auch mein Training mache ich lieber in der Früh. Ich rede morgens genauso viel wie am Abend, bin genauso ansprechbar.

WÄRST DU LIEBER NUR HALB SO GROSS ODER DOPPELT SO SCHWER?

Halb so groß. Das wäre knapp unter einem Meter. Diese Perspektive kann ganz interessant sein, und schließlich waren wir alle mal so klein. Auch das tägliche Leben lässt sich mit halber Größe fast identisch bestreiten wie jetzt. Du kannst laufen, du kannst Fahrrad fahren. Doppeltes Gewicht ist auch mit Hinblick auf die Gesundheit eine sehr große Belastung. Das wären in meinem Fall über 170 Kilo.

WAS IST WICHTIGER: THEORIE ODER PRAXIS?

Man könnte jetzt ganz langweilig sagen, dass beides gleich wichtig ist. Aber ich denke, dass Praxis etwas wichtiger ist. Die Praxis hilft die Theorie zu verstehen und umgekehrt. Aber durch das Selbsterleben kann man manche Dinge einfach besser nachvollziehen. Und letztlich heißt es ja auch: Probieren geht über Studieren.

WELCHE SCHLECHTE ANGEWOHNHEIT WÜRDEST DU GERNE LOSWERDEN?

Ich schaue definitiv zu oft aufs Handy. Wenn ich mich abends ins Bett lege, hänge ich noch eine Stunde an dem Ding, anstatt zu schlafen. Allgemein lege ich das Teil viel zu selten auf die Seite. Ständig hat man Angst, etwas zu verpassen. Klar, mein Beruf bringt es mit sich, dass man erreichbar ist. Aber wirklich wichtige Dinge bekommt man immer mit. Dazu muss man nicht alle fünf Minuten aufs Handy starren. Eng damit verbunden würde ich auch gerne noch intensiver im Hier und Jetzt leben, anstatt immer schon wieder fünf Punkte weiter zu denken.

WÜRDEST DU GERNE WISSEN WOLLEN, WANN DU STIRBST?
   
Ein Interview mit ohne Eishockey Image 3
Das ist keine leichte Entscheidung, aber ich glaube nicht. Das würde wiederum nur vom Hier und Jetzt ablenken und würde vielleicht einen eigentlich schönen Moment kaputtmachen. Man hätte das Datum einfach immer im Hinterkopf.

WENN DU DREI GESCHICHTLICHE PERSONEN ZUM ESSEN EINLADEN KÖNNTEST, WELCHE WÄREN DAS?

Die ersten beiden, die mir direkt durch den Kopf geschossen sind, waren Helmut Schmidt und Helmut Kohl. Beide haben sicher sehr viel zu erzählen. Sie haben in einer interessanten Zeit gewirkt und wichtige Entscheidungen für Deutschland, die EU und die Weltpolitik getroffen. Vielleicht könnte man dann manche Dinge auch besser nachvollziehen. Die dritte Person ist deutlich schwerer. Ich würde die Uroma meiner Frau nehmen. Sie sind damals aus der heutigen Ukraine zunächst nach Rosenheim und dann nach Kanada geflohen, wo die Oma meiner Frau noch heute lebt. Sie hat sicher auch viel erlebt und könnte Unglaubliches berichten. Aus einer ganz eigenen Perspektive.

WIE ALT WÄRST DU GERNE FÜR IMMER?

Wenn ich mir meine Kinder, die zwischen vier und acht Jahre alt sind, anschaue, muss ich sagen, dass das schon ein cooles Alter ist. Andererseits ist mein jetziges Alter auch nicht verkehrt. Man ist noch jung, kann noch alles unternehmen. Es ist schön, die eigenen Kinder aufwachsen zu sehen. Aber auch das höhere Alter hat seine Vorzüge. Wenn meine Kinder Kinder bekommen und man nochmals ein ganz neues Verhältnis zu den eigenen Kindern aufbaut. Das finde ich jetzt schon spannend. Jede Epoche hat so ihre Vorteile. Ich glaube, man muss einfach versuchen, das Leben so oft wie möglich zu genießen.
 
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