Sonderveröffentlichung
Themenspecial Immojournal August 2020

Wie hoch sollte die Summe sein?

Hausratsversicherung: Schutz bei Einbruch, Diebstahl, Feuer-, Wasser- oder Sturmschäden / Den passenden Beitrag ermitteln

Bei Sturmschäden am Haus, wie etwa am Dach, greift die Hausratsversicherung. BILD: PIXABAY

12.08.2020
Wie hoch sollte die Summe sein? Image 1
Ein Feuer in der Wohnung, ein Einbruch während des Urlaubs: Das sind Horrorszenarien für die man eine Hausratversicherung braucht. Doch wie hoch sollte die Summe sein? Die Hausratversicherung bietet Schutz gegen Schäden durch Feuer, Leitungswasser, Sturm, Hagel, Einbruchdiebstahl, Raub und Vandalismus. Abgedeck sind alle Gegenstände, die im Haushalt zur Einrichtung, zum Gebrauch oder zum Verbrauch dienen – auch zuhause aufbewahrtes Bargeld bis zu einer gewissen Höhe. „Die Höhe des Beitrages ist von der Versicherungssumme und dem Deckungsumfang abhängig“, erklärt Harald Peschken, Präsident des Bundesverbandes der Versicherungsberater. Insbesondere beim Festsetzen der Summe besteht allerdings die Gefahr, zu niedrig zu greifen und im Schadensfall zu wenig herauszubekommen.

Die Summe ist der Höchstbetrag, für den die Versicherung bei Eintritt eines Schadens einsteht. Versicherte können diese Summe selbst bestimmen. „Man sollte einen Beitrag wählen, die dem tatsächlichen Wert des Hausrats entspricht“, erklärt Michael Wortberg, Referent für Versicherungsfragen der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Sonst laufe man Gefahr, entweder zu hohe Beiträge zu zahlen oder in einem Schadensfall nicht alles ersetzt zu bekommen.
Für die Ermittlung kann man entweder die Summeselbst anhand der Wiederbeschaffungspreise des gesamten Hausrates berechnen oder eine pauschale Versicherungssumme je Quadratmeter Wohnfläche vereinbaren. Die Summe selbst zu ermitteln, empfiehlt sich vor allem, wenn Versicherte wertvolle Vermögensgegenstände besitzen, für deren Wiederbeschaffung die Quadratmeterpauschale nicht ausreichen würde.

Bevor man sich für eine der beiden Optionen entscheidet, empfiehlt Peschken genau aufzulisten, was es kosten würde, die vorhandenen Haushaltsgegenstände wiederzubeschaffen. „Die Küche ist häufig der teuerste Bestandteil eines Haushaltes.“

Wenn die vereinbarte Summe niedriger ist als der tatsächliche Wert des Hausrats, ist man unterversichert. Ist das der Fall, ersetzt die Versicherung nur einen Teil des Schadens. Es wird prozentual nur der Anteil des Schadens übernommen, den die Versicherungssumme vom tatsächlichen Wert des Hausrates ausmacht. „Wenn diese nur 50 Prozent des Wertes ausmacht, den die Haushaltsgegenstände haben, dann wird vom tatsächlichen Schaden eben auch nur die Hälfte übernommen – egal, ob er geringer ist als die Versicherungssumme“, erklärt Stephan Schweda vom Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Experten empfehlen daher oft, pauschal eine Summe von 650 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche zu veranschlagen. In solchen Fällen verzichten Anbieter in der Regel auf Prüfung und Anrechnung einer Unterversicherung, erklärt Thomas Saar, Spezialist für Versicherungen. Schweda ergänzt: „Wird ein individueller Beitrag vereinbart, ist ein solcher Unterversicherungsverzicht meist nicht automatisch im Vertrag enthalten.“ Er rät Verbrauchern, in diesem Fall bei ihrem Hausratversicherer zu erfragen, wie das im konkreten Fall geregelt ist und ob und wie der Unterversicherungsverzicht vereinbart werden kann. Wer bei Abschluss des Vertrags pauschal einen bestimmten Betrag pro Quadratmeter Wohnfläche festgelegt, kann die Versicherungssumme auch nachträglich erhöhen. „Sobald man sich höherwertige Gegenstände anschafft, sollte man eine solche Anpassung vornehmen“, rät Schweda. dpa