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Themenspecial Gesund leben!

Wenn die Gelenke schmerzen

Bei Polyarthrose sollten Betroffene frühzeitig handeln

Von Polyarthrose sind besonders häufig die Hände befallen - sanfte Massagen und behutsames Ziehen an den Fingern können lindern. BILD: YAROSLAV ASTAKHOV; ADOBESTOCK.COM

24.06.2020
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Wenn Knorpelverschleiß an mehreren Gelenken gleichzeitig auftritt, spricht man von Polyarthrose, einer Sonderform der Arthrose. Frauen leiden insbesondere nach der Menopause deutlich öfter darunter als Männer. Oft sind dann beide Knie- oder Hüftgelenke betroffen.

Am häufigsten tritt Polyarthrose aber an den Fingern auf. Gerade an den Händen bringt Polyarthrose starke Einschränkungen mit sich – sind sie doch ständig im Einsatz und helfen uns durch den Alltag.

ERSTE ANZEICHEN ERNST NEHMEN

Umso wichtiger ist es, bei den ersten Anzeichen wie leichten Schmerzen oder Steifheitsgefühlen etwas zu unternehmen. Denn unbehandelt kann eine Polyarthrose zu deformierten und unbeweglichen Fingern führen. Da es bei diesem Krankheitsbild schwierig ist, die verschiedenen Gelenke einzeln gezielt zu therapieren, sind Mittel und Wege gefragt, die im ganzen Körper wirken.

Mediziner raten zu der Einnahme von natürlichen Kollagen-Peptiden, die nachweislich die Regeneration der Gelenkknorpel unterstützen – und zwar von innen und bei allen betroffenen Gelenken. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass die Knorpeldichte etwa bei täglicher Einnahme von Trinkkollagens zunimmt und sich der Gelenkknorpel stabilisiert. Patienten berichten, dass sich dadurch Schmerzen und Steifheit der Gelenke spürbar reduzieren. So bleibt eine drohende OP häufig erspart.

KOLLAGEN UND GEZIELTE BEWEGUNG

Begleitend dazu können gezielte Übungen und Anwendungen die Beschwerden lindern. So empfinden viele Patienten mit Polyarthrose zum Beispiel das Bewegen der Gelenke in warmem Wasser als angenehm - dabei sanft einen Schwamm kneten.

Auch das Pianospielen in der Luft, abwechselndes Faustballen und Fingerspreizen beziehungsweise Zehenwackeln, krümmen und -strecken wird empfohlen. Zwischendurch kann behutsames Ziehen an Fingern und Zehen den Gelenkspalt vergrößern und wohltuend wirken. Zusätzlich ist eine entsprechende Ernährung mit fettem Seefisch, Lein- oder Walnussöl mit Omega-3-Fettsäuren ebenso empfehlenswert wie das Essen von mineralstoff- und vitaminreichem Obst und Gemüse. djd

Frühzeitig zum Facharzt gehen

Wie Arthrosepatienten eine erfolgreiche Behandlung erhalten

Steifigkeit in den Gelenken sowie ab und zu Bewegungsschmerzen: So fängt es meist an. Weil die Beschwerden zwischendurch aber oft wieder nachlassen, gehen viele Menschen mit beginnender Arthrose zu spät zum Arzt.

Ein Fehler, denn je früher eine Behandlung startet, desto effektiver lässt sich der Gelenkverschleiß ausbremsen. Also nicht lange zögern. Um dann beim Spezialisten, etwa dem Orthopäden oder Sportmediziner, auch die bestmögliche Therapie zu erhalten, sollten Patienten sich allerdings gründlich auf das Gespräch vorbereiten.

Am besten nimmt man sich vor dem Termin die Zeit, alle Beschwerden, Fragen und Anliegen schriftlich zu notieren und nach Prioritäten zu ordnen. Die Liste hakt man dann gemeinsam mit dem Arzt der Reihe nach ab. So wird in der hektischen Eile oft überfüllter Praxen nichts Wichtiges vergessen.

Wer eine Antwort oder bestimmte Zusammenhänge nicht versteht, sollte unbedingt nachfragen und die wichtigsten Stichpunkte aufschreiben. Reagiert der Arzt kurz angebunden, gilt es, ruhig zu bleiben und ganz sachlich um genauere Informationen zu bitten. Für viele Erkrankungen gibt es Broschüren, Websites und Patientenvereine, die fundierte Fakten liefern.

Vor allem aber sollten Betroffene den Experten nach den verschiedenen Behandlungsoptionen fragen. Bei Arthrose kommen etwa konservative Methoden wie Physiotherapie, Gewichtsreduktion, Schmerzmittel, Orthesen und andere Hilfsmittel infrage.

In den aktuellen Behandlungsleitlinien werden jetzt außerdem Hyaluronsäureinjektionen empfohlen. Dabei haben sich in Studien die hochmolekularen Hyaluronsäuren gegen Arthrose als effektiv gezeigt. Sie werden direkt ins betroffene Gelenk injiziert und können dort schnell schmerzlindernd, stoßdämpfend und lang anhaltend wirken. Manche Menschen sind Medizinern gegenüber grundsätzlich unsicher – dann kann es sinnvoll sein, eine Begleitperson zum Gespräch mitzunehmen. Wer sich allerdings von seinem Arzt trotz aller Bemühungen nicht ernst genommen fühlt oder von der empfohlenen Behandlung nicht überzeugt ist, sollte sich notfalls eine zweite Meinung einholen. djd