Sonderveröffentlichung
Themenspecial 150 Jahre Galopprennsport in Mannheim

Verrückt nach Pferden

Horst Rudolph gilt als einer der erfolgreichsten Besitzertrainer in Deutschland


Ein Leben ohne Galoppsport? Für Horst Rudolph undenkbar! Sechs Jahrzehnte ist es her, dass der Seckenheimer seine Lizenz als Amateur-Rennreiter bekam. Inzwischen gilt er als einer der erfolgreichsten Besitzertrainer in Deutschland. Im vergangenen Jahr hat Horst Rudolph den Cup für jene Trainer gewonnen, die eigene Pferde – auch von Familienmitgliedern – betreuen und auf Rennen vorbereiten. Zum vierten Mal hat er diese Trophäe geholt.

Die Saison 2018 ist zwar noch nicht ganz abgeschlossen, aber mit bislang 16 Siegen hat er gute Aussichten, den Cup erneut zu gewinnen – und das mit nur fünf Galoppern am Start, wie der „Altmeister“ betont. „Andere haben viel mehr Pferde als ich laufen.“ Der von Horst Rudolph trainierte siebenjährige „Bill Ferdinand“ setzte sich dieses Jahr bei sechs Rennen durch, „Southern Comfort“ hatte fünf Mal die Nase vorn, außerdem holten „Cazador“ und die Stute „Olkaria“ Siege.

„Ich war schon immer pferdeverrückt!“ Der Endsiebziger erzählt, wie er als Seckenheimer „Bu“ mit befreundeten Bauernsöhnen Ackergäule zum Baden in den Neckar brachte. Reiten habe er sich selbst beigebracht – zunächst ohne Sattel. Als der schmächtige Junge mit gerade mal 13 Jahren in dem vor Ort ansässigen Familienunternehmen „Lochbühler“ eine Ausbildung für Aufzugbau und Mechanik absolvierte, bot ihm sein pferdebegeisterter Chef Carl Lochbühler an, dessen Galopper auf der Koppel zu reiten. Dabei blieb es nicht. Horst Rudolph ging als lizenzierter Amateur-Rennreiter für den Lochbühler-Stall an den Start. Und das ziemlich erfolgreich. 70 Siege hat er im Sattel gewonnen. Nach dem 50. Spitzenplatz bekam der talentierte Amateurreiter das Goldene Reitabzeichen. Wenn Horst Rudolph von seinen Turf-Erlebnissen auf fast allen westdeutschen Bahnen erzählt, darf natürlich das einstige Lochbühler-Pferd „Antritt“ nicht fehlen. Auf dem Hengst holte er beim spektakulären Eröffnungstag der erweiterten Seckenheimer Waldrennbahn anno 1973 den „Preis der Mannheimer Banken“ über 2000 Meter.

Nach seiner Prüfung zum Besitzertrainer begann Horst Rudolph ab Mitte der 1970er Jahre, gleich neben dem Turfareal einen Stall aufzubauen, den er vor seiner Pensionierung nebenberuflich als leidenschaftliches Hobby betrieb. Um die 250 Siege holte er als Besitzertrainer. Ins Profilager ist er nie gewechselt: „Ich wollte unabhängig bleiben, mich nicht dem Druck aussetzen, immer Erfolg haben zu müssen.“

Bei den Rudolphs ist die Begeisterung für den Galoppsport Familienangelegenheit. Ehefrau Christa und Sohn Oliver sind ebenfalls Pferdebesitzer und lassen ihre Vollblüter natürlich im Seckenheimer Stall von Horst Rudolph trainieren. wam
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