Sonderveröffentlichung
Themenspecial Mannheim - Meine Heimat

Stadt setzt auf fairen Handel

LEITBILDPROZESS 2030: Bewusstes Wirtschaften soll Mannheim künftig zum internationalen Vorbild machen.

Von Katja Tamakloe  

Fair. Nachhaltig. Mannheim. Die Quadratestadt ist erneut mit dem Titel Fairtrade-Town ausgezeichnet worden. Schon 2012 und 2014 erhielt die Stadt den begehrten Titel, der für zwei Jahre vergeben wird. Auch im vergangenen Jahr wurden die Kriterien für einen fairen Standort und Handelsplatz erfüllt. Mannheim ist damit offiziell Fairtrade Town.

Vergeben wird die Auszeichnung von TransFair, einem „Verein zur Förderung des Fairen Handels in der Einen Welt“. Um den Titel Fairtrade-Town zu erhalten, müssen Kommunen fünf Kriterien erfüllen, die das Engagement für den fairen Handel widerspiegeln. Für die erneute Vergabe des Titels war 2018 unter anderem die Qualität von Mannheimer Projekten rund um das Thema fairer Handel und die zentrale Verankerung des Themas Nachhaltigkeit in der Strategie der Stadt Mannheim verantwortlich. Auch die vor Ort aktiven Initiativen und deren Unterstützung durch die Stadtverwaltung, sowie das neu entstandene Zentrum für globales Lernen mit Themen zur Bildung für nachhaltige Entwicklung und fair gehandelten Produktpaletten im Mannheimer Handel waren wichtig für den Erhalt des Titels. Für das kommunale Beschaffungsengagement im Bereich fair gehandelter Produkte arbeitete die Stadt eng mit dem Verein Eine-Welt-Forum Mannheim zusammen. Gemeinsam setzen sie sich für fair gehandelte Produkte und einen fairen Handel in Mannheim ein.
Koordiniert werden die kommunalen Aktivitäten und Aktionen rund um das Thema dabei von dem 2011 vom Gemeinderat einberufenen Steuerungskreis Fair Trade. Die Bemühungen der Stadt, hin zu einem nachhaltigen Wirtschaften gliedert sich dabei fließend in den Leitbildprozess Mannheim 2030 ein. Die Stadt hat sich hierbei zum Ziel genommen, ihre Vorbildfunktion für die Beschaffung von Waren nach ökologischen und sozialen Kriterien und unter dem Aspekt globaler Gerechtigkeit weiter auszubauen. Mit den Themen „Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster“ und „Menschenwürdige Arbeit“ werden hierbei wichtige Themen des fairen Handels aufgegriffen. Der Beschluss der Stadt, beim Kauf von Produkten diejenigen zu bevorzugen, die unter der Einhaltung von internationalen Kernarbeitsnormen produziert werden, geschah bereits 2008.

STADT ÜBERNIMMT VERANTWORTUNG

„Mannheim verbindet wirtschaftliche Zusammenarbeit und kommunale Entwicklungspolitik und setzt dies in konkreten Projekten um“, heißt es hierzu im Leitbild der Stadt. Im Sinne des „Eine Welt“-Gedankens übernehme die Stadt „Verantwortung beim Kauf von Waren oder Dienstleistungen und fördert damit fairen Handel, gerechte Löhne und Umweltschutz“.

Auch die Themen Klima, Umwelt und alternative Mobilität sind wichtige Zukunftsthemen, denen sich die Stadt widmet. Ziel ist es, dass sich die Mannheimer der Auswirkungen ihres Lebensstils auf die Umwelt bewusst sind und beispielsweise stärker regionale und saisonale Produkte bevorzugen.

Eine weitere Zielsetzung lautet: „In allen Bildungseinrichtungen gibt es ein Programm für nachhaltige Entwicklung, zum Beispiel Aufklärungskampagnen zur Mülltrennung und -vermeidung.“ Der künftige Auftrag von Stadtverwaltung und Stadtgesellschaft besteht laut eigener Aussage daher darin, diese Zukunftsthemen noch präsenter zu machen.

Aktuell arbeitet die Stadtverwaltung in einem Projekt zum fairen Handel gemeinsam mit dem Verein femnet, einem gemeinnützigen Verein mit Sitz in Bonn, der sich für menschenwürdige Arbeitsbedingungen in der Kleidungsindustrie einsetzt, zusammen. Verfolgt wird hierbei eine ökofaire Beschaffung von Arbeits- und Schutzkleidung für den städtischen Fachbereich Umwelt und Grünflächen.
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