Sonderveröffentlichung
Themenspecial Nur Mut

Sommer in der City

STADTBUMMEL: Nach den Wochen des Lockdowns tummeln sich wieder viele Besucher in der Mannheimer Innenstadt. Die Werbegemeinschaft hofft auf „Wein & Genuss“ Ende August und den Autosalon im September.

Blick auf die Planken aus der Vogelperspektive: Allmählich füllt sich die Mannheimer Innenstadt wieder mit Leben. BILD: ZINKE

26.06.2020
Sommer in der City Image 1

Ist es vor allem das schöne Wetter? Oder tritt auch langsam, aber sicher eine Gewöhnung an die „neue Normalität“ ein? Wer in den vergangenen 14 Tagen durch die Mannheimer Innenstadt flanierte, stellte fest: Die City scheint während der Wochen des Lockdowns kaum etwas von ihrer Anziehungskraft verloren zu haben. Zahlreiche Menschen tummelten sich auf den Planken und in den angrenzenden Straßen, nahmen Platz in den Straßencafés und löffelten genüsslich ein Eis. „Erstaunlich stark“ bewertet Lutz Pauels, Chef der Werbegemeinschaft Mannheim- City, die gestiegene Besucherfrequenz, und auch Q 6 Q 7-Chef Hendrik Hoffmann, Geschäftsführer der CRM – Center & Retail Management GmbH und Vizepräsident im Einzelhandelsverband Nordbaden, bemerkt: „Die Menschen zieht es nach draußen. Sie nehmen ihre Gewohnheiten schrittweise wieder auf.“
    

„Die Menschen zieht es nach draußen. Sie nehmen ihre Gewohnheiten wieder auf.“

Hendrik Hoffmann, CRM-Geschäftsführer und Vizepräsident im Einzelhandelsverband Nordbaden

Hören hoch zwei
Gerade bei schönem Wetter reiche die Besucherzahl schon fast wieder an die Zeit vor der Krise heran. Und auch innerhalb des Quartiers Q 6 Q 7 sei man inzwischen „bei bis zu 90 Prozent der üblichen Besucherzahlen“ angelangt – ein Zeichen der Hoffnung für die vielen Einzelhändler, die infolge der Pandemie mit drastischen Umsatzrückgängen zu kämpfen haben. „Die Leute kaufen derzeit anders ein“, beschreibt Lutz Pauels das veränderte Verhalten: „Sie gehen zielgerichtet los und halten sich weniger lange in den Geschäften auf. Das verhindert Spontankäufe. Auch das Anprobieren wird auf das Nötigste beschränkt.“ Ein Hemmnis sei die innerhalb der Geschäfte geltende Maskenpflicht, begründet Hendrik Hoffmann und verweist auf eine Umfrage des baden-württembergischen Handelsverbandes: „Kunden und Mitarbeiter akzeptieren die Situation, aber die Masken werden von vielen als lästig und störend empfunden.“

Als Ort der Begegnung und des öffentlichen Lebens ist die City allerdings nach wie vor ein Magnet. Dazu trägt auch die Ausweitung der Außengastronomie vieler Cafés und Gaststätten bei. Die Stadtverwaltung hat Flächen vergrößert, damit den Wirten infolge des Abstandsgebots nicht zu viele Plätze verloren gehen und die Gäste sich sicher fühlen. „Das unbürokratische Entgegenkommen der Stadt trägt viel zur Aufenthaltsqualität bei“, erklärt Lutz Pauels. Die will die Werbegemeinschaft Mannheim-City gemeinsam mit dem Stadtmarketing und der EP Mannheim über den Sommer weiter verbessern – durch Veranstaltungsformate, die die Innenstadt beleben, ohne das gesundheitliche Risiko für die Besucher zu erhöhen. Den „französischen Markt“ auf den Kapuzinerplanken Anfang Juli haben die Initiatoren zwar schweren Herzens abgesagt, doch Pauels ist zuversichtlich, dass das kleine, feine Genießerfest „Wein & Genuss“ Ende August und der Autosalon Mitte September nicht auch noch der Pandemie zum Opfer fallen. Er sagt: „Großveranstaltungen werden bis Ende Oktober nicht möglich sein, aber wir hoffen, dass im September und Oktober kleinere Events und Spezialmärkte stattfinden können.“

Von Ute Maag