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Themenspecial Gesund leben!

Seltene Technik ermöglicht individuellen Service für Patienten

Radiologie Vorderpfalz: Dr. Uwe Himmighöfer erläutert im Interview die Vorteile des Extremitäten-MRT und des offenen MRT  


• Herr Dr. Himmighöfer, Sie betreiben seit ein paar Jahren jeweils ein Extremitäten-MRT in Speyer und Ludwigshafen. Wie funktioniert das?

Dr. Uwe Himmighöfer: Beim Extremitäten-Kern- oder -Magnetresonanztomographen – kurz MRT genannt – sitzt der Patient auf einem Stuhl und hält nur das zu untersuchende Gelenk in das Gerät. Das MRT hat einen Durchmesser von nur 20 Zentimetern, so dass das Magnetfeld besonders homogen und die Bildqualität besonders gut ist. Denn es gilt: Je kleiner der Magnet, desto besser das Magnetfeld und damit die Auflösung.

• Welche Vorteile bietet das Extremitäten- MRT speziell für Arthrose-Patienten?

Himmighöfer: Arthrose lässt sich in keinem Gerät so gut erkennen wie im MRT, da Knorpel und andere Weichteile wie Bänder dort gut sichtbar sind. Kreuz-, Seitenbänder oder Menisken sind nur im MRT erkennbar. Die Geräte sind deshalb besonders gut für Gelenke geeignet. Da nur vier Gelenke - Hand, Knie, Ellenbogen und Sprunggelenk - damit untersucht werden können und sie zudem sehr teuer sind, gibt es nur rund ein Dutzend dieser Geräte in ganz Deutschland.

• Stichwort hohe Kosten: Würde für die Diagnose nicht auch ein Röntgengerät genügen?

Himmighöfer: Arthrose lässt sich mit Röntgenaufnahmen nicht zuverlässig feststellen, da dort keine Weichteile, sondern nur Knochen abgebildet werden können. Mithilfe von Röntgenaufnahmen kann man über die Weite der Gelenkspalten höchstens Rückschlüsse ziehen, ob eine Arthroseerkrankung vorliegt, mehr nicht. Auch mit Ultraschall ist eine zuverlässige Diagnose nicht möglich.

Dr. Uwe Himmighöfer. BILD: HIMMIGHÖFER
Dr. Uwe Himmighöfer. 
BILD: HIMMIGHÖFER
• In welchen Bereichen lässt sich das Extremitäten-MRT noch einsetzen?

Himmighöfer: Das Extremitäten-MRT hilft uns auch, eine Ermüdungsfraktur bereits im Frühstadium zu erkennen. Das ist nur hier möglich, da das Gerät sensibel auf Bluteinlagerungen reagiert. Deshalb ist es bei unklaren Beschwerden im Bewegungsapparat ideal. Dies nutzen zum Beispiel Sportler oder Menschen, die im Urlaub nach ungewohnter Belastung über Schmerzen klagen. Das gilt auch für Personen mittleren Alters, die sich nochmal eine intensive sportliche Herausforderung suchen und etwa für einen Marathonlauf trainieren. Zudem können wir das MRT auch in der OP-Planung für Implantationen einsetzen - das gehört zu unserem täglichen Geschäft. In der prä-operativen Phase lässt sich mithilfe des Kernspin erkennen, wie es um die Beschaffenheit des Knorpels bestellt ist. Wenn eine Seite noch intakt ist, kann eine Teilprothese eingesetzt werden.

• Neben den Extremitäten-MRTs bieten Sie in Ihrer Praxis am Mannheimer Hauptbahnhof auch ein offenes Kernspintomographiegerät an. Welche Vorteile bietet dieses Geröt?

Himmighöfer: Ein offenes MRT ist keine Röhre, sondern nach fast allen Seiten offen, so dass man einen 320-Grad-Rundumblick hat. Ein Magnet über dem Patienten und einer unter der Liege erzeugen das Magnetfeld, so dass der Körper vom Scheitel bis zur Sohle untersucht werden kann. Insbesondere für Patienten, denen bei herkömmlichen Röhrengeräten unwohl ist, bietet das offene MRT eine angenehme Alternative. Diese Geräte sind deshalb besonders gut für Menschen mit Platzangst geeignet.

• Wer kann sich bei darin untersuchen lassen?

Himmighöfer: Im Prinzip jeder. Allerdings haben offene MRTs – anders als die Extremitäten-MRTs - keine Kassenzulassung, da ihr Anschaffungswert doppelt bis dreifach so hoch ist wie der von Röhren-MRTs. Nachfragen lohnt sich für gesetzlich versicherte Patienten dennoch: Viele Kassen sind bereit, die Kosten zu übernehmen. Der Vordruck für den Kostenvoranschlag ist in unserer Praxis erhältlich.

• Wo gibt es weitere offene Geräte?

Himmighöfer: Für gesetzlich versicherte Patienten gibt es im weiten Umfeld der Metropolregion Rhein-Neckar kein offenes MRT mit Kassenzulassung. Außer unserem Gerät in Mannheim stehen noch zwei weitere offene MRTs in Heidelberg, das nächste Gerät Richtung Süden steht in Baden-Baden und nach Norden in Königstein. In der Pfalz ist mir kein Standort eines offenen MRTs bekannt.

• Gibt es denn viele Patienten, die bewusst wegen des offenen MRTs zu Ihnen kommen?

Himmighöfer: Ja, viele Patienten, die nicht „in die Röhre“ möchten, suchen uns bewusst auf oder werden bewusst vom Arzt zu uns überwiesen - teils aus 50 Kilometer entfernten Orten. Andere Patienten schätzen den Komfort und die Exklusivität bei der Untersuchung. Und manche kommen zu uns, weil sie sehr schnell einen Termin bekommen. Da wir je nach Fragestellung das passende Gerät auswählen können, nehmen wir jeden Tag eine große Zahl am MRT-Untersuchungen vor und sind besonders flexibel. Das kommt den Patienten auch in anderer Hinsicht zugute: Denn je individueller das MRT ausgerichtet ist, desto besser für den Patienten. prDr. Fabian Wendel
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