Sonderveröffentlichung
Themenspecial Mathaisemarkt Schriesheim

MM-Interview: Schriesheimer Bürgermeister Hansjörg Höfer

Bürgermeister: Hansjörg Höfer zu den Herausforderungen dieses Mathaisemarktes und darüber, wie er persönlich damit umgeht

Mit angemessener Schärpe: Bürgermeister Hansjörg Höfer beim Festzug auf dem Mathaisemarkt 2019. BILD: SCHWETASCH

6.03.2020
Im Gespräch mit „MM“-Redakteur Konstantin Groß äußert sich Bürgermeister Hansjörg Höfer zum anstehenden Fest.

2019 der Sturm, 2020 Corona – haben Sie manchmal gedacht: Womit haben wir das verdient?

Hansjörg Höfer: In der Tat hätte ich mir mal wieder einen ganz normalen Mathaisemarkt gewünscht. Aber das ist für Feste dieser Größe offenbar nicht mehr möglich. Die ruhigen Zeiten sind vorbei.

Welche Auswirkungen hat Corona auf die Vorbereitung?

Höfer: Die Aufgabe hat eine andere Dimension als früher. Überspitzt: Jetzt geht es nicht mehr darum, ob jemand auf der Bühne die Blumen von links oder von rechts bekommt. Alle in der Verwaltung sind angespannt, arbeiten aber hochprofessionell und sehr routiniert.

Lastet die Frage einer Absage auf Ihnen auch persönlich?

Höfer: Ja, natürlich. Ich bin mir der Verantwortung bewusst. Auf der einen Seite die Gesundheit von Menschen, auf der anderen das ehrenamtliche Engagement von Menschen seit Monaten und die Vorfreude vieler, gerade bei den Weinhoheiten.

Weinstadt Schriesheim - Stadtverwaltung

Wie gehen Sie damit um?

Höfer: Wie gesagt, ich habe ein gutes Team im Rathaus. Und für den Rest: Gottvertrauen.

Können Sie sich noch auf diesen Mathaisemarkt freuen?

Höfer: Trotz aller Probleme: Ja! Als ich heute mit dem Fahrrad ins Rathaus gefahren bin, da habe ich die Vögel zwitschern hören. Die Natur ist schon auf Frühling eingestellt. Das ist es, was Mathaisemarkt bedeutet.

Worauf im Programm freuen Sie sich am meisten?

Höfer: Wie jedes Jahr und wohl jeder Schriesemer: auf die Krönung und auf den Festzug.

Zur Mittelstandskundgebung kommt ja Günther Oettinger. Wie finden Sie das?

Höfer: Da freue mich sehr drauf. Wir sind uns öfters begegnet, kennen uns also. Und inhaltlich bin ich gespannt, was ein Mann wie er zur Zukunft der Volksparteien, speziell der CDU, und zur Zukunft Europas und seiner Rolle in der Welt zu sagen hat.

Im Gewerbezelt gibt es einen Stand für den Ausbau der Aula. Unterstützen Sie das?

Höfer: Das unterstütze ich sehr! Es ist eine große, ja die einzige Chance für uns, einen Kulturraum zu bekommen. Ein separates neues Bürgerhaus werden wir nicht mehr bauen können.

Das ist der vorletzte Mathaisemarkt Ihrer 16 Jahre währenden Amtszeit. Spielt das in Ihrem Denken eine Rolle?

Höfer: Ja, gerade in diesem Jahr. Denn ich will meinem Nachfolger natürlich einen lebendigen Mathaisemarkt übergeben.

Was machen Sie, wenn dieser Mathaisemarkt vorbei ist?

Höfer: Wenn alles gut über die Bühne gegangen ist, dann köpfe ich am Montagabend nach Ende des Mathaisemarktes mit meiner Frau eine Flasche Sekt.