Sonderveröffentlichung
Themenspecial Meine Familie

Schaurig-schöne Kostüme

Klassische Verkleidungen sind weiterhin beliebt, aber Superhelden werden immer mehr

Am Abend des 31. Oktobers lassen die Kinder mit ihren Kostümen der Fantasie freien Lauf. Auf der Straße begegnen einem Bettlaken-Gespenster und Hexen mit Spitzhüten und Sternen-Umhängen. Auch immer mehr Erwachsene finden Gefallen an der Verkleidung mit Gruselfaktor. Die Meinungen zum Ursprung von Halloween und dessen mystischer Maskerade gehen auseinander. Geschichtliche Überlieferungen führen die Traditionen des Festes auf uralte keltische und irische Bräuche zurück. So glaubte man damals, dass nach Sommerende mit der Heimkehr des Viehs in die Ställe auch die Seelen der Verstorbenen ihr früheres Heim aufsuchen würden, und die Angst vor bösen Geistern trieb die Menschen dazu, sich zu verkleiden. Mit unheimlichen Masken und allerlei Schabernack erhoffte man sich Ruhe vor den grimmigen Seelen, weil sie einen dank der Kostümierung als ihresgleichen wahrnehmen würden.

Technomuseum

ZEITGEIST NIMMT EINFLUSS

Irische Einwanderer brachten die Tradition nach Nordamerika, wo sich das Fest zu dem etablierte, wie man es heute kennt. Neben den abendlichen Süßigkeiten-Raubzügen der kleinen Geistervertreiber stehen Horror-Bälle und „Beiß-mich“-Partys für die erwachsenen Grusel-Fans auf dem Programm. Damit einhergehend unterliegt auch die Art der Verkleidung einem Wandel. Zwar sind klassische Kostümierungen wie Monster, Zombie, Mumie und Vampir nach wie vor sehr gefragt, dennoch nimmt der aktuelle Zeitgeist sichtbar Einfluss. In den letzten Jahren erfreuten sich bei den Kindern Superheldenkostüme von Batman oder Spiderman steigender Beliebtheit. Den Erwachsenen dienten gleichermaßen Figuren aus Fantasyserien und Computerspielen als Quelle der Inspiration.

Damals wie heute spiegeln die Verkleidungen an Halloween sowohl die Imitation des Bösen als auch den Kampf gegen das Unheil wider. Und so regt das Fest mit seiner Kostümvielfalt eben auch die Kreativität der Menschen an. red

Info

HALLOWEEN-GRUSEL

WAS KINDER VERKRAFTEN, HÄNGT VOM ALTER AB

Monster, Zombies, Geister und Mumien gehören zum Halloween-Standardprogramm. Doch wie viel Grusel und Schauer verkraften Kinder? Das ist eine Frage des Alters, sagen die Pädagogen des Vereins Programmberatung für Eltern, die auf der Website „Flimmo“ Fernsehtipps für Eltern und Kinder geben. Im Vorschul- und frühen Grundschulalter machen den Kleinen schon Kleinigkeiten wie dunkle Schatten, unheimliche Filmmusik oder plötzliche laute Geräusche Angst. Unheimliche Wesen und böse Geister würden schnell als reale Bedrohung gesehen und könnten Ängste vorm Alleinsein im Dunkeln oder dem Verlust eines geliebten Menschen befördern.

Doch je älter Kinder werden, desto mehr gefallen ihnen gruselige Szenen. Spätestens am Ende des Grundschulalters könnten Kinder mit einem gewissen Maß an Nervenkitzel und brenzligen Szenen umgehen, so die Experten weiter. Das gelte allerdings ausdrücklich nicht für Erwachsenen-Horrorfilme. tmn
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