Sonderveröffentlichung
Themenspecial Ratgeber Pflege

Rundum-Sozialversicherungsschutz

Rechtliches: Absicherung bei Angehörigen-Pflege

Um Angehörige daheim zu pflegen, geben manche ihren Job auf oder schrauben zurück, denn jemanden zu pflegen, kostet oft viel Zeit und Energie. Um die soziale Absicherung sollten sich Pflegende da keine Sorgen machen müssen. Denn sie haben grundsätzlich Anspruch auf Arbeitslosen-, Renten- und Unfallversicherung. Damit der Angehörige Anspruch auf diesen Versicherungsschutz hat, muss der Betroffene mindestens Pflegegrad zwei haben und in einer häuslichen Umgebung leben, also etwa nicht in einem Heim. Außerdem darf die Pflegetätigkeit nicht bezahlt sein und muss für mindestens zehn Stunden pro Woche an wenigstens zwei Tagen erfolgen.

Unfallversicherungsschutz greift nicht immer

Wer einen Angehörigen oder andere Menschen pflegt, ist automatisch versichert. Ein Antrag ist nicht notwendig, die Beiträge werden von den Kommunen gezahlt. Sucht man nach einem Unfall einen Durchgangsarzt auf, wird der Vorfall direkt der Unfallkasse gemeldet. Diese übernimmt dann unter anderem Zuzahlungen zu Medikamenten und Hilfsmitteln. Die Unfallversicherung greift dann, wenn dem Pflegenden ein Unfall passiert, sich eine mit der Tätigkeit verbundene Erkrankung zuzieht oder sich bei Erkrankungen des Pflegebedürftigen während der Pflege infiziert. Wegeunfälle gehören jedoch nur dann dazu, wenn der Pflegende unmittelbar unterwegs vom oder zum Pflegebedürftigen ist. Laut der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) gilt der Versicherungsschutz nicht bei außerhäuslichen Aktivitäten, die nicht im direkten Zusammenhang mit der Pflege oder Hilfe bei der Haushaltsführung stehen. Dazu gehört etwa ein Konzertbesuch.

Pflegekasse des Bedürftigen zahlt Beiträge

Zusätzlich zu den allgemeinen Voraussetzungen darf der Pflegende hinsichtlich der Rentenversicherung nicht mehr als 30 Stunden pro Woche arbeiten. Sind die Bedingungen erfüllt, übernimmt die Pflegeversicherung des Pflegebedürftigen die entsprechenden Beiträge für den Pflegenden. Pflegt jemand mehrere Personen, werden die entsprechenden Zeiten zusammengerechnet. Auch hier besteht der Versicherungsschutz gleich mit dem Beginn der Pflegetätigkeit – eine Anmeldung ist nicht nötig.

Auch bei der Arbeitslosenversicherung gelten die oben genannten allgemeinen Voraussetzungen. Zusätzlich muss der Pflegende vor der Pflegetätigkeit in der Arbeitslosenversicherung versichert gewesen sein, etwa durch einen Job. Die Pflegekasse des Pflegebedürftigen zahlt die Beiträge für den Pflegenden. dpa
  
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