Sonderveröffentlichung
Themenspecial 25. Ladenburger Triathlon-Festival

Mit einer „Königin“ geht’s zum Start

Schwimmen „RömerMan“: Startschuss fällt um 14 Uhr / Zehn Minuten später gehen die Staffeln ins Rennen

Der Neckar stellt nun seit 22 Jahren die erste Herausforderung für den Ausdauerdreikampf. Dass der Neckar in diesem Jahr nicht sein 25. Jubiläum feiern darf, liegt daran, dass bis ins Jahr 1997 selbst für die olympische Distanz beim „RömerMan“ noch im Ladenburger Freibad geschwommen wurde. Seither hat sich das (meist) kühle Nass des Neckars in den vergangenen 22 Ausgaben als Heimat für die erste Disziplin mehr als bewährt.

Das Schwimmen im offenen Gewässer erfordert bei allen Triathleten neben Kraft, Technik und Ausdauer noch eine weitere Fähigkeit – nämlich den Orientierungssinn. Während die Spitzenathleten in der Regel den direkten Weg in Richtung Ausstieg anschwimmen und nach 1,8 Kiklometer den Neckar verlassen, zeigt die Sportuhr des ein oder anderen Hobbyathleten bei schlechter Orientierung durchaus schon einmal eine zwei vor dem Komma an.

Traditionell gehen die über 605 Einzel- und 100 Staffelstarter bis spätestens 13.20 Uhr am Ladenburger Wasserturm an Bord des Ausflugsdampfers MS Königin Sylvia. Das Schiff der Weißen Flotte Heidelberg fährt danach etwa zweieinhalb Kilometer flussaufwärts in Richtung Heidelberg. Kurz oberhalb Flusskilometer 16 verlassen die Athleten links und rechts durch eine Öffnung in der Bordwand mit einem Sprung aus ein Meter Höhe das Schiff und schwimmen flussabwärts zur Startlinie.

Die Startlinie wird ähnlich wie im Triathlon Mekka auf Hawaii durch die Kanuten des KSV Neckarau und des TV Edingen markiert. Dazu platzieren die Kanuten ihr Sportkanus quer im Fluss auf Höhe der Startlinie, um beim Startschuss um 14 Uhr blitzschnell in Längsrichtung zu drehen.

Zuschauen kann man dem Spektakel am besten auf Edinger Seite in Höhe der Wölfelsgasse, während auf Ladenburger Seite ein schmaler Einschnitt im üppigen Uferbewuchs lediglich einen kleinen Einsichtsbereich bietet. Je nach Strömungsgeschwindigkeit des Neckars steigen die Spitzenathleten um Julian Erhardt und Malte Plappert bereits nach knapp 20 Minuten aus dem Wasser. Am Schwimmausstieg oberhalb der Ladenburger Fähre drängt sich dann eine riesige Zuschauertraube und empfängt die Teilnehmer mit lautem Jubeln und Klatschen.

Auch auf dem weiteren Weg durch das Freibad in die Wechselzone im Stadion hört man viele aufmunternde Zurufe, oft auch von zuschauenden Familienangehörigen oder Staffelmitgliedern. Nach der Zeitmatte im Freibad, die für jeden Starter die Schwimmzeit ermittelt, beginnen für die meisten Altersklassen-Triathleten die Disziplinen, die deutlich weniger Überwindung kosten. Spannung ist auf jeden Fall garantiert, denn für die Profis gilt: Beim Schwimmen kann man keinen Triathlon gewinnen, allerdings rennentscheidende Minuten verlieren.

Nach mehr als 20 Jahren verabschieden sich Claudia und Karl Lörsch aus dem Organisationsteams des Römerschwimmens. Vor allem Claudia hat mit ihrem unermüdlichen Einsatz und ihren guten Ideen immer wieder dafür gesorgt, dass der Schwimmausstieg nicht nur perfekt organisiert war, sondern sowohl von Seiten der DTU, der Zuschauer und vor allem von den Sportlern ein überaus positives Feedback erhalten hat. Beeindruckend ist vor allem, dass Claudia in den meisten Jahren zusätzlich zur Tätigkeit im Organisationsteam selbst noch an den Start gegangen ist!

Ebenfalls ausscheiden wird in diesem Jahr Wolf-Rüdiger-Würtz, der über lange Jahre sowohl dem Orga-Team des Schwimmens sowie dem Bereich Genehmigung und Anträge angehört hat. Wolf-Rüdiger hat durch seinen unermüdlichen Eifer und seine langjährige Erfahrung das Organisationsteam des Römerschwimmens bereichert.

Kanuten weisen den Weg

KSC-N, das ist die Abkürzung für den Kanu-Sport-Club Neckarau in Mannheim. Die Mitglieder dieses Vereins unterstützen das Organisationsteam des Ladenburger Triathlon-Festivals nun schon seit vielen Jahren bei der Durchführung ihrer Veranstaltung.

Die Kanuten und Kanutinnen begleiten die Teilnehmer des Ladenburger „RömerMan“ auf ihrer Schwimmstrecke auf dem Neckar. Ein oder zwei Paddler weisen ihnen den Weg, das heißt, sie paddeln mit einem geringen Abstand den ersten Schwimmern voraus und achten aber dabei darauf, dass sich die Schwimmer durch die Kajaks nicht beeinträchtigt fühlen.

Weitere Vereinsmitglieder sichern auf der rechten Neckarseite gefährliche Hindernisse, wie zum Beispiel die roten Schifffahrtstonnen, ab. Daneben achten sie darauf, dass die Triathleten nicht versehentlich in den Bereich des Naturschutzgebietes rechts der Neckarinsel schwimmen. Und natürlich und insbesondere haben sie auch ein Auge auf eventuell erschöpfte Schwimmer. Die Paddler sind weiterhin dauernd in Sichtkontakt zu den ebenfalls begleitenden Helfern der DLRG, die die Schwimmer auf der linken Neckarseite beobachten.

Interessant ist, dass sich diese acht bis zehn Helfer aus den verschiedenen Abteilungen des Clubs zusammensetzen, also aus Wildwasser-, Wander- und Drachenbootfahrern sowie Kanupolospielern. tria

Informationen über den Verein gibt es unter www.ksc-neckarau.de.

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