Sonderveröffentlichung
Themenspecial Mode & Stil - Sommer 2019

Prüfe, wer sich ewig bindet ...

Schmuck: Die Entscheidung für den passenden Ehering will ebenso wohlüberlegt sein wie die für den richtigen Partner.

Stein oder nicht Stein, das ist nur eine von vielen Fragen, die sich Paare bei der Wahl ihrer Trauringe stellen. Denn nicht nur der Ehepartner soll mit der Hochzeit zum lebenslangen Begleiter werden, sondern auch der Ring am Finger – das Symbol für die Unendlichkeit der Liebe. Bei der Wahl des passenden Schmuckstücks ist daher einiges abzuwägen. Zum Beispiel die Farbe. Gelbgold ist und bleibt der Klassiker, auch wenn sich immer mehr Paare für Weißgold entscheiden. Oder für Platin – so die Beobachtung von Roberto Troncone von Juwelier Franco Troncone in Mannheim. Seine Erfahrung: „Es gibt natürlich auch beim Thema Trauringe Trends und Moden, aber die meisten Paare bevorzugen klassische, zeitlose Modelle.“ Die aber durchaus eine individuelle Note haben dürfen und auf die Schmuckstücke abgestimmt sein sollten, die Braut und Bräutigam in ihrem bisherigen Alltag tragen.

ALTERNATIVE MATERIALIEN

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Bedeutete Bicolor bislang meist eine Kombination aus Gelb- und Weißgold, die mit beiden Schmuckfarben und dadurch auch mit Silber oder Edelstahl harmoniert, werden zunehmend auch alternative Materialien ins Edelmetall eingearbeitet – schwarzes Carbon zum Beispiel, das auch breiteren Ringen eine wunderbare Leichtigkeit und angenehme Haptik verleiht. Intarsien aus haardünnen Fasern, die mit Harz verklebt werden, erzeugen Linien, Schlieren und Muster im Gelb- oder Weißgold, ergänzt werden kann der Materialmix durch einen oder mehrere Diamanten. Auch das dunklere Graugold passt dazu hervorragend und wird gerade von Männern geschätzt.

Traditionell aufwendiger sind die Ringe der Damen gearbeitet. Galten Edelsteine lange Zeit als wichtigstes Schmuckelement, ist es derzeit zum Beispiel das Millgriff-Verfahren, das interessante Effekte zaubert und den Ring auch ohne Edelsteinbesatz zum Funkeln bringt, indem Strukturen ins Metall gepresst werden, die wie winzige Perlen schimmern. Die Ringbreite sollte an Größe und Form der Hand und der Finger angepasst werden. Gerade mal zwei bis vier Millimeter Durchmesser haben die Modelle der Wahl, wenn nur ein Hauch von Ring gewünscht wird oder das Budget kleiner ist, deutlich sichtbarere Zeichen der Verbundenheit können auch knapp einen Zentimeter breit sein. Oder dreigeteilt in den eigentlichen Trauring, ein Memoryelement als Beisteckring, der oft ringsum mit Diamanten gefasst ist, sowie einen Solitär – perfekt für alle, die Tag für Tag und anlassbezogen entscheiden möchten, wie viel Ring sie am Finger tragen möchten und wie sehr es glitzern darf.

Die aufwendigere – und noch individuellere – Alternative ist, das Ringpaar als Unikate anfertigen zu lassen. „Dadurch kann man Farbe, Breite und Oberflächenstruktur ganz genau an die Wünsche des Brautpaars anpassen“, erklärt Monika Pohl von der Goldschmiede am Wasserturm, deren Kunden immer häufiger nach fair gehandeltem Gold fragen. Und die, einem anderen Trend folgend, die Eheringe der Großeltern mitbringen, um sie in ihre eigenen Ringe einarbeiten zu lassen, und ihnen damit eine ganz besondere Symbolik verleihen. Ute Maag

Die Kreative Privatschule in Mannheim

Das Einhorn zieht nicht mehr

Kinder: Was gerade angesagt ist

Klar, Kleinkinder tragen die Klamotten, die ihre Eltern für sie auswählen. Doch sobald sie können, wollen die Kleinen mitbestimmen, in was sie hineingesteckt werden. Gefällt das Ausgesuchte nicht, winden sie sich wie Aale, laufen weg, verschränken die Arme oder tun ihren Widerwillen durch ein lautstarkes Nein kund. Kein Wunder, dass auch in diesem Sommer wieder kindgerechte Motive wie Eistüten und Wassermelonen von vielen T-Shirts prangen werden. Was gut schmeckt, kann auch getragen werden. Und was gefällt, ebenfalls: „Bei den Jungs werden wir wie immer Haie, Monster, Autos und maritime Motive sehen, bei den Mädchen Sterne, Streifen und Pferde“, sagt Anike von Gagern, Gründerin von Tausendkind, einem Online-Shop für Kinderartikel.

Auch daneben ist der Geschmack meist zweigeteilt, sagt die Modeexpertin. Aktuell heißt das: „Bei den Mädchen sehen wir alles, was in der Luft umherfliegt – von Bienen über Marienkäfer, Schmetterlinge, Flamingos, Schwäne bis Kolibris.“ Der Einhorn- und Wendepailletten-Hype ebbe hingegen ab. Während die Mädchen abheben, tauchen die Jungs unter: „Ihre Oberteile zeigen Unterwasserwelten voller Quallen, kleiner Fische, Wale, Haie, Algen und Korallen.“ Insgesamt geht es weg von großflächigen Applikationen hin zu großen Drucken, Allover-Prints genannt. Aber auch Bordüren seien im Kommen. „Da schweben Unterwasserpflanzen beispielsweise vom Saum aus ins Shirt hinein“, erklärt von Gagern.

Konträr zu dieser verspielten Kindermode steht der sogenannte Mini-Me-Look. „2019 hält dieser Style an“, sagt Katinka Reissenberger vom Hamburger Online-Shop Nordkinder. Hier kleiden die Erwachsenen die Kleinen wie sich selbst. Konkret heißt das: Identische Schuhe, gleiche Jacken, Kleider und Hosen machen Mutter und Tochter sowie Vater und Sohn zur modischen Einheit. Geprägt sei der Look weniger von verspielten, kindlichen Motiven, sondern von lässiger Einfarbigkeit und sportiven Schnitten, erklärt Reissenberger.

So wird auch die Kleinkindmode wie zuletzt die Erwachsenenmode wieder zunehmend sportlich. Man spricht hierbei auch vom Athleisure-Look. Stylishe Trainingsjacken und -hosen führt fast jeder Anbieter. Damit einher geht die Wiedergeburt der Logos, wie man sie aus den 1990er Jahren kennt. dpa Magazin

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