Sonderveröffentlichung
Themenspecial Mathaisemarkt Schriesheim

Prag, Chicago, Schriesheim

Kunstausstellung: Mit Annette Lea Lemke präsentiert seit langem wieder einmal eine in der Weinstadt lebende Malerin ihre Werke

„Die Insel”, 2009, Acryl auf Leinwand, 111 mal 70 cm mit Arnold Böcklins „Toteninsel” im Hintergrund. BILD: ZG

6.03.2020
Seit drei Jahrzehnten bereits besteht die Kunstausstellung zum Mathaisemarkt, und jedes Jahr gelingt es ihren Machern vom Kulturkreis, einen neuen Akzent zu setzen. Diesmal ist dies besonders gut geglückt: Gewonnen ist eine Künstlerin, wohnhaft in Schriesheim, aber mit weltläufigem Lebensbogen von Prag bis Chicago, im Schaffen sowohl gegenständlich als auch abstrakt, sinnlich und doch heimatlich geerdet – „wirklich für jeden Geschmack etwas“, wie Kuratorin Romy Schilling bei der Präsentation im Kaffeehaus erfreut feststellt.

Vor allem jedoch ist Annette Lea Lemke eine Frau, die ungekünstelte Lebensfreude ausstrahlt, die sich spürbar begeistert für Kunst im Allgemeinen und für die anstehende Ausstellung im Speziellen. Vielleicht auch und gerade deshalb, weil sie ebenso Musikerin wie Malerin ist, daher Stimmungen besonders gut auf die Leinwand zu übertragen vermag: „Die Malerei ist wie die Musik Spiegel meiner Seele“, bekennt sie. Das alles wird abgerundet durch eine breite und doch tiefe Ausbildung. Und durch einen Lebensweg, der sie um die halbe Welt schließlich an die Badische Bergstraße führt.

Weingut Wehweck

Malerin und Musikerin

Das Licht der Welt erblickt Annette Lea Lemke 1976 in Prag, erfährt ihre Ausbildung jedoch im Bergischen Land. Noch vor ihrem Abitur erwirbt sie ein Diplom in Karikatur- und Presseillustration, studiert mit einem Stipendium der angesehenen „Studienstiftung des Deutschen Volkes“ Musik an der Musikhochschule Detmold und Kunst an der Universität Paderborn. Zum Abschluss mit dem Staatsexamen gesellt sich als zusätzliches Gütesiegel der Kunstförderpreis der Stadt Paderborn.
  
Künstlerin Annette Lea Lemke (M.) im Kreise der Aktiven des Kulturkreises, unter ihnen die Kuratorin Romy Schilling (2. v. r.). BILD: RITTELMANN
Künstlerin Annette Lea Lemke (M.) im Kreise der Aktiven des Kulturkreises, unter ihnen die Kuratorin Romy Schilling (2. v. r.). BILD: RITTELMANN
Die Liebe führt sie zunächst nach Chicago, wohin sie ihrem Mann Steffen zieht, einem Biologen. Als dieser 2011 eine Stelle in Heidelberg erhält, führt ihr Weg in unsere Region, nach Schriesheim. „Inzwischen bin ich eine begeisterte Schriesheimerin“, bekennt Annette Lea Lemke, die ihr Atelier direkt am Festplatz in der Steinachstraße unterhält.

Bekenntnis zu Schriesheim

Davon zeugen auch einige ihrer Werke mit Titeln wie „Mathaisemarkt“ und „Riesenrad“ sowie jenes Bild, das Vergnügungspark und Strahlenburg vereint und daher den Flyer und das Veranstaltungsplakat ziert. Und so lautet das Motto der Ausstellung in diesem Jahr nicht ohne Grund: „Licht. Strahlen. Burg.“

Wie es zur Ausstellung kommt – auch dies ist eine Geschichte, wie sie wohl charakteristisch ist für eine Künstlerin mit dem zupackenden Temperament von Annette Lea Lemke. „Im vergangenen Jahr habe ich die Mathaisemarkt-Ausstellung im Feuerwehrhaus besichtigt“, berichtet sie. Begeistert wendet sie sich an die Veranstalter: Dürfte auch sie ausstellen? Und um die Ernsthaftigkeit ihres Ansinnens zu unterstreichen, legt sie sogar eigens zu diesem Zweck für die Präsentation einen professionell gestalteten Katalog vor – so etwas hat es in der langen Geschichte der Mathaisemarkt-Kunstausstellung noch nicht gegeben. Und auch für die Ausstellung selbst wird sie einen speziell zusammengestellten Katalog anbieten – neben ihren Bildern natürlich, die ebenfalls erworben werden können.

Insgesamt stellt sie 50 Werke aus – unterschiedliche Schaffensformen und Themengruppen. So finden sich hier Acryl-Malereien, Aquarelle und Zeichnungen. Dank ihrer fundierten Ausbildung beherrscht Lemke auch die Technik der Materialimitation: „Durch spezielle Form der Schichtenmalerei wird etwa der Eindruck von Marmor erweckt“, erläutert sie.

Thematisch vertreten sind sowohl ihre Chicagoer Schaffensperiode als auch die Schriesheimer Serie, und dies in ganz unterschiedlichen Stilformen. Ein oftmals wiederkehrendes Motiv rekrutiert sich übrigens aus der Wasser- und Unterwasserwelt. „Wasser hat ähnliche Schwingungen wie Musik“, erläutert sie und offenbart damit erneut den Bogen von der Musik zur Malerei.

Insgesamt stellt sie 50 Werke aus – unterschiedliche Schaffensformen und Themengruppen. So finden sich hier Acryl-Malereien, Aquarelle und Zeichnungen. Dank ihrer fundierten Ausbildung beherrscht Lemke auch die Technik der Materialimitation: „Durch spezielle Form der Schichtenmalerei wird etwa der Eindruck von Marmor erweckt“, erläutert sie. Thematisch vertreten sind sowohl ihre Chicagoer Schaffensperiode als auch die Schriesheimer Serie, und dies in ganz unterschiedlichen Stilformen. Ein oftmals wiederkehrendes Motiv rekrutiert sich übrigens aus der Wasser- und Unterwasserwelt. „Wasser hat ähnliche Schwingungen wie Musik“, erläutert sie und offenbart damit erneut den Bogen von der Musik zur Malerei.

Dieser schlägt sich auch in der Vernissage am 6. März, 17 Uhr, nieder, wenn im Feuerwehrsaal Jazz und Bach erklingen. Den Premierengästen folgen laut Pressewart Dieter Weitz erfahrungsgemäß um die 1500 Besucher; sie machen die Kunstausstellung zu einem der Publikumslieblinge des Mathaisemarktes. tin