Sonderveröffentlichung
Themenspecial 4 Wände

Pop im Bad

Auch Waschbecken gibt es mittlerweile in kräftigen Farben – wie dieses lachsfarbene Modell von Villeroy & Boch, designt von Gesa Hansen. BILDER: Andrea Warnecke – dpa, niroworld – stock.adobe.com

Pastellfarbene Waschbecken, schwarze Badewannen, variable Wandplatten: Das moderne Badezimmer soll bunter und flexibler werden. Wichtigster Punkt für Jens J. Wischmann, Geschäftsführer der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft: „Das Bad wird individueller und modischer, es wird häufiger etwas verändert.“ Die wichtigste Voraussetzung dafür: Neue Badezimmer werden nun so angelegt, dass Teile des Raumes sich künftig einfacher neugestalten lassen. Dafür wird zum Beispiel auf das komplette Fliesen der Wände verzichtet. Die notwendigen Stellen werden mit Spritzwasserschutz versehen. Der Rest kann nach Lust und Laune tapeziert oder überstrichen werden.

Knalleffekt: Villeroy & Boch hat eine grüne Toilette im Sortiment. Das Design stammt von Gesa Hansen.
Knalleffekt: Villeroy & Boch hat eine grüne Toilette im Sortiment. Das Design stammt von Gesa Hansen.
Auch die knallrote Wanne vom gleichen Hersteller ist ein echter Hingucker in der früher farblich eher schlicht gehaltenen heimischen Wellness-Oase.
Auch die knallrote Wanne vom gleichen Hersteller ist ein echter Hingucker in der früher farblich eher schlicht gehaltenen heimischen Wellness-Oase.
Weiß war gestern: In den neuen Badezimmern ist Farbe im Spiel.
Weiß war gestern: In den neuen Badezimmern ist Farbe im Spiel.
Selbst bei den Armaturen ist Schwarz ein großes Thema, kaum ein Hersteller kommt daran vorbei. Außerdem finden sich häufig goldene Wasserhähne statt dem üblichen Chrom. Zudem setzen rote, grüne und blaue Produkte Akzente hin zu einem bunteren Badezimmer. Sie lassen sich quasi wie ein Accessoire austauschen.

Oder doch lieber schwarz? Die schwarze Toilette und das gleichfarbige Bidet von Villeroy & Boch wirken auf den ersten Blick vielleicht ungewöhnlich, sollen aber laut Trendexperten in den nächsten Jahren immer beliebter werden (rechts). Dann darf sogar das Toilettenpapier schwarz eingefärbt sein (links).
Oder doch lieber schwarz? Die schwarze Toilette und das gleichfarbige Bidet von Villeroy & Boch wirken auf den ersten Blick vielleicht ungewöhnlich, sollen aber laut Trendexperten in den nächsten Jahren immer beliebter werden (rechts). Dann darf sogar das Toilettenpapier schwarz eingefärbt sein (links).
„Ein Stück weit an Weiß sattgesehen“

Schon vor zwei Jahren sprach die Branche vom Farb-Wechsel im Bad – weg von reinem Weiß, hin zu Creme, Grau und Braun. In den Ausstellungsräumen vieler Badausstatter hat sich das bereits durchgesetzt. Nun werden die ersten strahlenden Farben für Toilette, Wanne und Waschbecken folgen. Branchenkenner und SZB-Chefredakteur Dennis Jäger erwartet, dass der langsame Farbwechsel in den nächsten drei bis fünf Jahren abgeschlossen sein wird. „Ich glaube, die Menschen haben sich ein Stück weit an Weiß sattgesehen.“ Dass sich Farbe im Badezimmer nur langsam durchsetzt, liegt in der Langlebigkeit der Einrichtung und der Renovierungskosten dieses Raumes – anders als etwa neue Kleider- und Sofatrends. Das Alter der nicht renovierten Badezimmer liegt laut Branchenangaben im Schnitt bei 20 Jahren.

Welche Farbe wird sich wohl am meisten durchsetzen – Rot, Grün, Rosa? Trendforscher Reinhardt hat einen klaren Favoriten: „Grau hat die Chance, das neue Weiß zu werden.“ Alle weiteren Farben werden die akzentuierenden Begleiter sein. Simone A. Mayer, dpa

Datenschutz