Sonderveröffentlichung
Themenspecial Karrierechancen

Personalisierte Ausbildung

ROCHE: Eine junge Mitarbeitende berichtet im Interview über die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten für Ingenieure

Im Interview berichtet Verena Kohl, seit Mai 2017 Trainee im Bereich Engineering, von ihrem bisherigen Werdegang und ihren Erfahrungen bei Roche. 

Wie sind Sie auf Roche aufmerksam geworden? 

Verena Kohl: Ich habe Maschinenbau studiert und war dann auf der Suche nach einem Job im Bereich Produktionstechnologie und Management. Bereits im Studium habe ich gemerkt, dass ich die Gesundheitsbranche interessant finde. Dort tut sich in Sachen Technologien viel spannendes, aber auch vieles, was ich als sehr sinnstiftend empfinde. Auf Roche bin ich gegen Studienende aufmerksam geworden. In meinem letzten Mastersemster war ich hier am Standort auf einem Netzwerkevent. An dem Abend habe ich eine Standortführung bekommen und konnte im Anschluss bei einem lockeren Abendessen mit Kollegen aus allen Bereichen ins Gespräch kommen. 

Warum haben Sie sich für eine Ausbildung bei Roche entschieden?

Kohl: Was ich bei dem Event kennengelernt habe, war die Unternehmensphilosophie: Innovation im Sinne des Patienten zu betreiben. Das finde ich sehr spannend. Hinterher habe ich eine Stellenausschreibung für ein Trainee-Programm gefunden. Ich war auf der Suche nach einem Trainee- Programm, weil ich schon im Studium gemerkt habe, dass ich Technik spannend finde, aber auch Unternehmen verstehen möchte. Im Studium war natürlich alles eher theoretisch orientiert. Daher wollte ich bei meinem Start ins Berufsleben verschiedene Bereiche sehen, um herauszufinden, was mir besonders gut liegt. Und auch, um zu verstehen, wie so ein großer Konzern wie Roche funktioniert. Da hat es sich gut ergeben, dass diese Trainee-Stelle im Bereich Engineering frei war.

Wer kann das Trainee-Programm machen? Welche Bereiche werden angeboten?

Kohl: Das Programm richtet sich an Akademiker und wird in den Bereichen Business, Engineering und Science angeboten. Ich habe es im Bereich Engineering in der Werkleitung absolviert.

In welchem Bereich fühlen Sie sich am wohlsten?

Kohl: Ich fühle mich im Bereich der Werkleitung sehr wohl. Das ist auch mein Heimatbereich, in dem ich als Trainee eingestiegen bin. Dort werde ich auch meine neue Stelle antreten. Die Werkleitung ist sehr divers aufgestellt, gemeinsam geht es um die Unterstützung der Produktion am Standort. Und das ist ja auch das, wo ich vom Studium herkomme. Deshalb wollte ich nah am Geschehen bleiben, an der Produktion und da haben wir wirklich ganz interessante Schnittstellen.

Wie ist das Programm aufgebaut?

Kohl: Es ist nicht so, dass man anfängt und einen vordefinierten Fahrplan für die zwei Jahre hat. Man bekommt einen Mentor aus einem höheren Leitungsteam an die Seite gestellt. Gemeinsam gestaltet man das Trainee-Programm und wählt Projekte aus. Nach Stärken und Entwicklungsfeldern wird es auf einen zugeschnitten.

Wie sieht Ihr Aufgabenbereich aus?

Kohl: Sehr unterschiedlich. Ich mache verschiedene Projekte, die dauern in der Regel drei bis sechs Monate und sind thematisch aber sehr unterschiedlich und somit sind auch meine Aufgaben sehr vielfältig, je nachdem, in welchem Projekt ich bin. Zum Beispiel hatte ich bei meinem ersten Projekt im Einkauf eine Projektleitung, was mir als Ingenieurin relativ fremd war. Danach habe ich hauptsächlich in Ingenieurs-Projekten gearbeitet. So habe ich beispielsweise ein Optimierungsprojekt für eine Verpackungsanlage und an unserem Standort in Penzberg bei München eine Machbarkeitsstudie für eine technische Innovation betreut. Als Trainee hat man in der Regel Projektverantwortung, um Projektmanagement und auch Führungsthemen zu lernen.

Sind Sie ausschließlich in Mannheim tätig oder auch an anderen Standorten?

Kohl: Ich war in verschiedenen Bereichen hier am Standort tätig, aber auch vier Monate in Penzberg. Mit dem Trainee-Programm bekommt man auch die Möglichkeit, ins Ausland zu gehen. Für mich ging es nach China. Dort haben wir einen neuen Standort von Roche in Suzhou, das ist in der Nähe von Shanghai. Dort war ich drei Monate und habe ein Projekt begleitet. Wenn man an einem anderen Standort tätig ist, bekommt man vor Ort eine Wohnung gestellt. Unterstützung erhält man von einem Projektbetreuer. Auf Auslandseinsätze wird man rundum vorbereitet: von Impfungen bis zu Kulturseminaren.

Wie sieht es bei Auslandsaufenthalten mit Sprachkursen aus?

Kohl: In der Regel ist es so, dass man Sprachkurse von Roche bezahlt bekommt. Allerdings war in China Englisch absolut ausreichend für meinen Job. Trotzdem wollte ich die Chance nicht verpassen, zumindest etwas Chinesisch zu lernen und habe in meiner Freizeit einen Sprachkurs in Suzhou besucht.

Wie sind die Übernahmechancen?

Kohl: Als Trainee habe ich einen unbefristeten Arbeitsvertrag. Das heißt, es war bereits beim Antritt der Stelle klar, dass ich übernommen werde.

Wem würden Sie empfehlen das Trainee-Programm zu machen?

Kohl: Leuten, die Lust haben, zu lernen und auch sich selbst auszuprobieren. Auch das Einarbeiten in immer wieder neue Arbeitsumfelder ist eine spannende Herausforderung. Neue Teams, neue Arbeitsweisen – man lernt unglaublich viele Facetten kennen. Ich empfehle das Programm auch jedem, der nach dem Studium Lust hat, ein bisschen reinzuschnuppern, um herauszufinden, was einem Spaß macht. Das war bei mir ja auch so. Man macht natürlich Praktika, aber es ist immer etwas anderes, „richtig“ zu arbeiten. Es ist eine unglaubliche Chance, dass man zwei Jahre hat, um sich zu orientieren und sich die verschiedensten Sachen anzuschauen, um dann sagen zu können, das macht mir Spaß und das nicht.

Wie lautet Ihr Fazit?

Kohl: Ich bin jetzt zwei Jahre da und habe unterschiedliche Standorte gesehen, die ganz verschieden sind und funktionieren. Das, was mich am meisten beeindruckt hat, auch im Vergleich zu anderen Unternehmen, ist, dass Roche als Unternehmen bezüglich seiner Produkte durch Innovation geprägt ist. Aber auch, dass jeder hier immer die Freiheit hat, seine Ideen einzubringen und voranzutreiben. Also, dass man die Freiheit hat, wenn einem selbst etwas wichtig ist oder man eine Idee hat, mit der man seine Kollegen, sich selbst oder auch Produkte oder Themen voranbringt, dass man da unterstützt wird und das auch vorantreiben kann. Das finde ich wirklich eine gute Sache und das motiviert mich.

Beruflich ins Ausland

EXPERTE ALS EXPAT: So gelingt die Zeit

Einen Karrieresprung machen, das eingerostete Schulenglisch aufpolieren, mit interkulturellen Kompetenzen glänzen oder einfach ein Tapetenwechsel: Wer als Berufstätiger für einen Job oder ein Projekt ins Ausland zieht, wagt eine besondere Herausforderung. Oft ist der Aufenthalt eine bereichernde Zeit. Doch zu Beginn hat der Spruch von anderen Ländern und anderen Sitten noch immer seine Richtigkeit. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema:

Für wen ist der Auslandsaufenthalt eine Option?

Im Ausland zu arbeiten, kann für Berufstätige in verschiedenen Situationen wertvoll sein. Etwa, wenn man in Deutschland gerade keine Anstellung hat: „Beschäftigung im Ausland kann helfen, Zeiten der Arbeitslosigkeit in Deutschland zu überbrücken“, sagt Marcel Schmutzler von der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit. Zudem sei es für junge Leute während oder nach der Ausbildung eine gute Möglichkeit, Erfahrung zu sammeln.

Wie findet man eine Stelle?

Für viele ist der erste Anlaufpunkt die ZAV. „Darüber hinaus gibt es zahlreiche Jobbörsen für Stellen im Ausland“, sagt Cordula Walter-Bolhöfer, Sprecherin des Vereins Deutsche im Ausland. Ausländische Firmen, die gezielt Personal in Deutschland suchen, haben die Möglichkeit, ihre Stellenangebote in der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit zu veröffentlichen. Daneben gibt es etwa das EURES-Portal der Europäischen Arbeitsverwaltungen, in das alle europaweiten Stellenangebote der Mitgliedsländer einfließen.

Welche Chancen und Schwierigkeiten gibt es?

„Nicht nur die Kultur der Länder ist verschieden, sondern auch die Arbeitskultur“, sagt Anastasia Hermann, Head of Research beim Jobvermittler Stepstone. Schon die Jobsuche funktioniere oft völlig anders als in Deutschland, das Gleiche gilt für Arbeitsverträge und die Arbeit selbst. Walter-Bolhöfer findet es daher vor allem wichtig, über gute Sprachkenntnisse zu verfügen. Das helfe nicht nur im Beruf, sondern auch im alltäglichen Leben in der neuen Umgebung. Und natürlich sollten Expats aufgeschlossen sein gegenüber Menschen und neuen Erfahrungen.

Welche Länder sind schwierig, welche eher einfach, um auszuwandern?

In den deutschsprachigen Nachbarländern sowie im englischsprachigen Ausland sind die Sprachbarrieren niedrig. Entsprechend beliebt sind sie laut ZAV-Sprecher Schmutzler. Und: „Innerhalb der EU und des Europäischen Wirtschaftsraums besteht das Recht auf Freizügigkeit, es fallen also nur wenige bürokratische Hürden an.“ Außerhalb Europas sieht das mitunter anders aus, so Hermann. Je restriktiver die Einwanderungspolitik, desto komplizierter ist es, eine Arbeitserlaubnis zu bekommen und einen Job zu finden. Das Wichtigste sei Kenntnisse und Qualifikationen mitzubringen, die im Zielland stark nachgefragt sind.

Wie ist die Vorbereitung für den Auslandsaufenthalt?

Je weiter entfernt das Land und je weniger bekannt die Kultur, desto intensiver muss die Vorbereitung sein, empfiehlt Walter-Bolhöfer. Idealerweise hat man das Zielland schon während einer Reise kennengelernt und sich mit Besonderheiten vertraut gemacht. Natürlich muss man sich auch um den Papierkram kümmern: Visum, Startkapital, Arbeitserlaubnis, Versicherungen. Und sich mit Fragen befassen wie: Wie viel Steuern und Sozialabgaben werde ich zahlen müssen? Wie hoch sind die Lebenshaltungskosten? dpa/tmn
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