Sonderveröffentlichung
Themenspecial Meine Familie

„Ich möchte da helfen, wo es brennt“, so Oguzhan Alan aus Mannheim

Unternehmer Oguzhan Alan engagiert sich aktuell beim MFC Phönix 02

BILD: PHÖNIX MANNHEIM  

13.10.2020
„Ich möchte da helfen, wo es brennt“ Image 1

Mit seinem Unternehmen Alan GmbH & Co. KG ist Oguzhan Alan erfolgreich in der Immobilienbranche tätig. Was viele aber nicht wissen, der Geschäftsmann zeichnet sich durch ein hohes Maß an sozialem Engagement aus und fördert viele Projekte in der Region und in der Türkei. Aktuell unterstützt er die Gelände-Erneuerung des Fußballvereins Phoenix Mannheim.
    
Herr Alan, welche Bedeutung haben die sozialen Projekte, die Sie unterstützen, für Sie?

Oguzhan Alan: Mir liegt vor allem eine Gruppe am Herzen: die Kinder. Für mich sind Kinder das schwächste Glied in unserer Gesellschaft. Oft finden sie nicht das dringend nötige Gehör für ihre Bedürfnisse, Wünsche, aber auch Sorgen. Kinder klären erst mal viel mit sich selbst, verstummen, leiden unter Problemen, die im Grunde gar nicht die ihren sein sollten. Im schlimmsten Fall haben sie schlicht gar keine andere Wahl. Ich komme aus einer Gastarbeiterfamilie und bin in der Neckarstadt groß geworden. Der Stadtteil ist für mich ein Stück Heimat, ich mag ihn einfach sehr. Auch solche emotionalen Dinge zählen für mich, wenn ich mich sozialen Projekten widme.
        
Oguzhan Alan und seine Familie. BILD: ALAN  
Oguzhan Alan und seine Familie. BILD: ALAN  
Was muss ein Projekt haben, damit Sie sich dafür begeistern?

Alan: Einfach ausgedrückt: Es muss sinnvoll sein. Ich möchte fühlen und verstehen können, warum hier und wer was umsetzen möchte. Das beinhaltet die konkrete Projektidee, aber vor allem die Menschen, deren Leben das Projekt verbessern soll sowie jene, die daran beteiligt sind. Der wichtigste Nenner ist: Menschen unterstützen, gemeinsam etwas erreichen. Ich möchte da helfen, wo es brennt. Ein Beispiel: Wir haben als Unternehmen für ein Kinderheim in Kappadokien (Türkei) Fahrräder für die Kinder und ihre Betreuer gespendet. Aber nicht, weil sie ihre alten Fahrräder nicht mehr schön fanden. Sie hatten nie Fahrräder! Ein anderer Aspekt, am Beispiel des Kinderheims aus der Türkei erzählt, ist mir ebenfalls wichtig: Wir fahren da hin, wir stellen die finanziellen Mittel. Das mag gut oder auch wichtig sein. Aber die Anerkennung und Ehre gehört den Menschen, die dort täglich – professionell wie ehrenamtlich – den Kindern und Jugendlichen helfen. Ich habe diese Helfer vor Ort immer so erlebt, dass sie selbst verzichten zum Wohle anderer: Ob das in Kappadokien war oder in Kilis an der Grenze zu Syrien, wo wir im Jahr 2014 in einem Flüchtlingscamp 1000 Hilfspakete mit Lebensmitteln wie Mehl, Zucker oder Reis sowie Hygieneartikeln eigenhändig an Kinder und deren Familien verteilt haben.

Aktuell engagieren Sie sich bei der Gelände-Erneuerung des Fußballvereins Phönix Mannheim. Wie sind Sie auf den Verein aufmerksam geworden?

Alan: Sportlich habe ich tatsächlich null Bezug zu Fußball und könnte noch nicht mal die Abseitsregel erklären. Aber es geht auch gar nicht um die einzelne Sportart. Fußball bindet und verbindet gerade Kinder und Jugendliche auf so viele Arten und Weisen. Da geht es um Zugehörigkeit, Sozialverhalten, Selbstwertgefühl, auch Disziplin und Integration. Es geht um Orientierung und Ordnung im Leben und darum, sich auspowern und Freunde finden zu können. Seit vielen Jahren sind wir in Mannheim aktiv, haben Schlafsäcke für Obdachlose gesponsert oder auf von uns organisierten Weihnachtsfeiern in Kinder- und Jugendheimen über 300 Kinder mit Geschenken glücklich gemacht. Ich wurde vom Verein angesprochen, ob ich mir vorstellen könnte, auch ihr Projekt Sportpark Phönix 2022 zu supporten. So habe ich Thorsten Diener kennengelernt, der als erster Vorsitzender nicht nur das Projekt unglaublich pusht, sondern in meinen Augen auch wirklich mit dem Herzen den Verein lebt und liebt. Die Entscheidung fiel leicht: Ja, machen wir.

Wie sieht Ihre Hilfe bei MFC Phönix 02 aus? Ist sie ausschließlich finanzieller Natur?

Alan: Das Finanzielle ist eine Sache und natürlich sehr wichtig. Da sind wir auch dabei mit einem mittleren fünfstelligen Betrag. Geld allein kann aber nicht ausgleichen, was das Zusammenführen und Miteinanderarbeiten ganz unterschiedlicher Menschen bewirkt. Jene Netzwerke und Synergieeffekte, die man anstößt und die dazu führen, dass Planungssicherheit entsteht und Manpower vorhanden ist: ob nun im Bauvorhaben oder faktisch am Samstag auf der Baustelle. Helfen generiert Helfer. Da spielt der Geldbeutel die untergeordnete Rolle. Als Unternehmer und Projektentwickler sehe ich meine Stärken in der strategischen Ausrichtung und Finanzierung, aber wenn ich kann, stehe ich am Wochenende auch mit auf dem Platz und schaufle für die geplante Jugendakademie oder Sportkinderstätte. Wenn man dann den ganzen Tag mithilft und als Team für die Sache unterwegs war, schläft man abends mit einem guten Gewissen ein.

Sie sind selbst Familienvater, wie lassen sich bereits Kinder für die Unterstützung sozialer Projekte gewinnen?

Alan: Wenn ich meinem Sohn erzähle, wie toll es mit Kalle auf dem Bagger heute war oder er die Erfahrung einmal selbst gemacht hat, Kindern im Heim die von ihm und meiner Frau eingepackten Geschenke zu übergeben, dann braucht es keinen intellektuellen oder pädagogischen Überbau. In meinen Augen geht es vor allem darum, aktive Nächstenliebe und Empathie selbst zu erleben. Diese Chance sollten wir Kindern und Jugendlichen ermöglichen. Kinder sind neugierig, haben ein reines, unverstelltes Wesen. Sie haben etwas zu geben, möchten eingebunden und wahrgenommen werden. Als kleiner Junge habe ich oft auf dem Abenteuerspielplatz des Jugendhauses Erlenhof in der Neckarstadt gespielt. Da konnte ich den ganzen Tag unter den Augen von Uwe, dem örtlichen Sozialpädagogen, kleine Holzhäuser bauen, herumklopfen und -schrauben. Am Abend saßen wir Kids dann stolz und müde in unseren eigenen wackeligen Hütten. Wenn wir heute bei Phönix den Jungs der B-Jugend sagen: Männer, ihr helft uns jetzt beim Streichen der neuen Mannschaftskabinen, dafür spendieren wir die Steaks und Burger für den Grillabend danach, dann geht es da nicht um einen „Deal“ oder um „Entlohnung“, sondern man geht gemeinsam etwas an, was alle an einen Tisch holt und woran alle Spaß haben.

Kann man Sie bei Ihren sozialen Projekten unterstützen?  Und wenn ja, wie?

Alan: Helfende Hände werden immer benötigt. Jeder Supporter, Co-Sponsor, jeder neue Kontakt, Handwerker, Einzelhändler: Wir alle können in unserem Rahmen immer etwas dazu beitragen, dass gemeinnützige und sozial relevante Projekte häufiger und nachhaltiger umgesetzt werden. Das Schöne daran ist: Wir als Gesellschaft profitieren davon, wenn wir anderen helfen. Ehrenamt heißt nicht nur Leistung einbringen, sondern vor allem auch neue, interessante Menschen und Themenfelder dabei kennenzulernen – etwas zurückbekommen. Man erweitert seinen Horizont und macht einen großen Schritt weg von seinem eigenen Ego oder auch Eitelkeiten. Du bringst deine Zeit ein, bekommst aber ein Vielfaches an Dingen zurück. Wir freuen uns auf jeden, der auf uns zukommt.
    

Sportpark Phönix 2022

Sportpark Phönix 2022
Der Verein Phönix Mannheim ist für jeden, der sie bei ihrem Projekt „Sportpark Phönix 2022“ unterstützt, dankbar. Wer das Projekt unterstützen möchte, der wendet sich bitte an info@Phoenix02.de.