Sonderveröffentlichung
Themenspecial Mannheim - Meine Heimat

Nachhaltigkeit neu gedacht

ENACTUS: Die Mannheimer Studierenden haben den National Cup gewonnen. Mit ihren Projekten wollen sie einen Anstoß für mehr ökologisches und soziales Unternehmertum geben.

Von Katja Tamakloe  

Mit ihren Projekten setzt sich die Mannheimer Studierendeninitiative Enactus für nachhaltiges Unternehmertum ein.

Mit ihren Sozialprojekten Blauherz und ReSoil haben sie es geschafft, zum siebten Mal den National Cup zu gewinnen. Mit ihrem ersten Platz für das akademische Jahr 2018/2019 ließen die Mannheimer Studierenden 33 Enactus-Teams aus ganz Deutschland hinter sich. Die knapp 30-köpfige Jury setzte sich aus Vertretern von Wirtschaft und Wissenschaft zusammen. Die Bewertung der Initiativen richtete sich hierbei vor allem danach, wie effektiv und nachhaltig diese es schaffen, mit sozialem Unternehmertum die ökonomischen, ökologischen und sozialen Lebensbedingungen von Menschen zu verbessern.

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Enactus Mannheim wurde diesbezüglich vor allem für zwei Projekte ausgezeichnet: das inklusive Mode-Start-up Blauherz und ReSoil. Als nationaler Gewinner werden die Mannheimer Studenten beim diesjährigen World Cup im amerikanischen Silicon Valley vom 16. bis 18. September gegen die Gewinner-Teams aus der ganzen Welt antreten. Doch wodurch zeichnen sich die Projekte der Mannheimer Studenten aus? Blauherz ist das erste inklusive Mode-Startup in Deutschland. Das Unternehmen produziert Mode für jedermann. Neben nachhaltig gefertigten Beuteln und T-Shirts steht auch die erste funktionale und modische Rollstuhlfahrerhose als Neuheit im Fokus. Das Start-up zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass der soziale Doppelnutzen im Mittelpunkt steht: In der Nähmanufaktur des Unternehmens – die ganz lokal in Weinheim liegt – entstehen so Arbeitsplätze für sozial benachteiligte Menschen wie Geflüchtete oder Menschen mit Handicap. Gleichzeitig bestehen die Produkte aus zertifizierten Ökostoffe und Upcycling-Materialien. „Inklusion in unserer Gesellschaft ist nicht nur ein relevantes Thema für Mannheim oder Deutschland, sondern eines für die ganze Welt“, sagt Sven Butz, Projektleiter von Blauherz. „Wir sind unglaublich stolz darüber, unser einzigartiges Modell im Silicon Valley vor einem internationalen Publikum, aus Studierenden und Unternehmensvertretern vorstellen zu dürfen.“

Mit dem Projekt ReSoil, das ebenfalls von Enactus Mannheim initiiert wurde, werden Kleinbauern in Uganda und Sambia unterstützt. Das erst vor Kurzem wiederentdeckte Terra-Preta-Verfahren ermöglicht es, die dortige Landwirtschaft effizienter und umweltfreundlicher zu gestalten. Terra Preta ist eine besonders nährstoffreiche Erde, die nicht nur zu einer deutlichen Ertrags- und Effizienzsteigerung führt, sondern auch einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz liefert. Dank des Einsatzes dieser Erde kann auf chemische Dünger verzichtet werden und so eine große Menge an klimaschädlichem CO2 im Boden gebunden werden. Das Team von ReSoil entwickelte hierzu, gemeinsam mit Experten der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg, eine Rezeptur, die besonders auf die lokalen Gegebenheiten in der Sub-Sahara-Region zugeschnitten ist und sich so besonders umweltverträglich gestaltet.

Warum Mannheim Heimat ist ...

BILD: EUROPEAN UNION 2018 – EP
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Reinhard Bütikofer
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„Wail ma doo soo schwäzzd, wie mia de Schnawwel gewaxe isch. “


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