Sonderveröffentlichung
Themenspecial Gesund leben!

Mut zur Hilfe

Herzdruckmassage: Wie die lebensrettende Technik funktioniert


Eine Herzdruckmassage überbrückt die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes und hat schon viele Leben gerettet. „Der größte Fehler ist, nichts zu tun“, sagt Stefan Osche, Sachgebietsleiter Erste Hilfe beim Deutschen Roten Kreuz (DRK). „Mit jeder Minute, die nichts passiert, sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit um zehn Prozent.“ Dabei ist die Herzdruckmassage im Grunde simpel. Wer sich eine Atemspende nicht zutraut, kann allein mit dem Drücken Leben retten.

„Die meisten Kreislaufstillstände treten nicht auf der Straße auf, sondern zu Hause“, weiß Osche. Somit ist es meist sogar ein Familienangehöriger, dem man hilft. Die Herzdruckmassage ist angebracht, wenn jemand bewusstlos ist, weder auf Ansprache noch auf Berührung reagiert und nicht oder nicht normal atmet. Um das zu prüfen, kann man den Kopf desjenigen nach hinten beugen, auf die Atmung horchen und schauen, ob sich der Brustkorb hebt und senkt. Im Zweifel geht man besser davon aus, dass keine Atmung vorhanden ist.

Der Rettungsdienst wird dann sofort per 112 verständigt. Bis zum Eintreffen der Sanitäter soll die Massage den fehlenden Herzschlag ersetzen und den Kreislauf in Gang halten. Gedrückt wird beim auf dem Rücken Liegenden in der Mitte des Brustkorbs. Der Hilfeleistende kniet sich dafür neben den Körper des Bewusstlosen und drückt mit übereinandergelegten Händen kräftig und rhythmisch. „Man drückt etwa 100 Mal pro Minute, das entspricht dem Rhythmus vieler bekannter Lieder, zum Beispiel ,Stayin’ Alive’ von den Bee Gees“, sagt Stefan Osche. „Man kann erstmal sanft beginnen, aber in der Regel muss man ordentlich Kraft aufbringen.“

Dass der Betroffene zu sich kommt, passiert in der Regel nicht. Insofern wird gedrückt, bis der Rettungsdienst kommt, auch wenn es länger dauert als erwartet. Geht einem Helfer die Kraft aus, kann ein anderer weitermachen. „Die Maßnahme ist sehr einfach“, macht Osche Mut, „je mehr man sie beherrscht, umso besser, aber selbst das schlechte Drücken hilft.“ dpa-tmn
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