Sonderveröffentlichung
Themenspecial 150 Jahre Galopprennsport in Mannheim

Mit Mikrofon und Fernglas

Jürgen Burk und Sascha Hertel halten Rennbahn-Besucher auf dem Laufenden


Sie sind die Stimmen der Seckenheimer Waldrennbahn und geben sich während der Veranstaltungen symbolisch das Mikrofon in die Hand. Moderator Sascha Hertel informiert vor den Starts über den aktuellen Toto-Stand, befragt Experten sowie die jeweiligen Sponsoren nach ihren Favoriten und interviewt bei der Siegerehrung die glücklichen Gewinner. Jürgen Burk hat während der Rennen vom Richterturm aus den totalen Überblick und kommentiert ihren Verlauf. Auch wer schlecht sieht, kann so in jeder Sekunde das Geschehen nachvollziehen. Sein Arbeitsgerät ist das Fernglas, dank der neuen Kameras ist auch das Waldstück kein dunkler Fleck mehr: „Aber auf der Zielgeraden verlasse ich mich nur auf mein Auge.“

Burks größte Herausforderung sind sperrige Pferdenamen und das Unterscheiden der Reiter allein aufgrund der Trikotfarben. „Jahrzehntelange Routine macht sich da bezahlt“, genügt es dem 57-jährigen Neuostheimer inzwischen, sich morgens vor den Renntagen vorzubereiten und dann in der Waage Trikots und Kappen noch einmal zu kontrollieren. Angefangen hat der Sohn des langjährigen BRV-Präsidenten Otto Burk, der 1966 seine Liebe zum Rennsport entdeckte, 1979 als Moderator in Hassloch. Seit 1981 steht er in Mannheim am Mikrofon, längst ist er auf vielen deutschen Rennbahnen ein gefragter Kommentator. Als alleinstehender Privatier ist der gelernte Versicherungskaufmann mit einer künstlerischen Ader – das Gründungsmitglied der Band AMOKOMA spielte bis 1989 Keyboard – zudem ganz privat auf den großen Rennbahnen Europas unterwegs. Zu seinen Favoriten gehören Paris, Ascot und Epsom. „Ich mag Pferde sehr, aber am liebsten aus der Ferne“, bezeichnet er seine eigene Reiterfahrung als „minimal. Ich saß dreimal im Sattel.“

Auch der 43-jährige Sascha Hertel ist seit Kindertagen vom Turf-Virus befallen, wurde von seinem Mentor Werner Schmeer – mit 237 Siegen der erfolgreichste Nachkriegs-Amateurrennreiter – regelmäßig auf die saarländischen Rennbahnen mitgenommen. „Ich liebe den Turf, aber nach ein paar Versuchen im Sattel merkte ich, dass meine Ambitionen woanders liegen.“ Der Zufall machte den eloquenten Diplom-Betriebswirt, der als Mitarbeiter in der Zielfoto-Entwicklung ab und zu kurze Ansagen machte, 1995 zum Moderator. „Ich hatte gerade mit dem Studium begonnen. Es war auf unserer Heimbahn in Saarbrücken, als der damalige Moderator aus irgendeinem Ärger heraus die Veranstaltung beim dritten Rennen verließ. Werner Schmeer, der Vorsitzende des Rennclubs, drückte mir das Mikro in die Hand und sagte: ,Dann mach mal.’“

Seither verbringt der Saarbrücker zwischen April und Oktober rund 14 Wochenenden beim Turf, seit 2011 regelmäßig in Mannheim. Großen Respekt hat er vor seinem Kollegen Burk. „Ich ziehe den Hut vor Jürgen, zum Kommentieren braucht man ein ganz besonderes Talent. Ich habe es einmal probiert und weiß, dass das nicht mein Ding ist.“ Sibylle Dornseiff

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