Sonderveröffentlichung
Themenspecial 50 Plus

Tour des Komikers Markus Maria Profitlich

Nachgefragt: Die Welt ist „Schwer verrückt!“ meint Komiker Markus Maria Profitlich, der im März seinen 60. Geburtstag gefeiert hat.

BILD: FRANK HEMPEL

13.05.2020
Was liest und hört eigentlich … Markus Maria Profitlich Image 1
Markus Maria Profitlich fiebert dem Start seiner Tour entgegen und will sein Publikum mit in den Wahnsinn des Alltags, in eine scheinbar verrückte Welt nehmen. Einer Welt, in der man ohne Hochschulstudium kein Busticket mehr ziehen kann, während anderswo per Twitter Politik gemacht wird. Beziehungsgespräche ohne Therapeut sind undenkbar, aber wenn der Kreislauf Probleme bereitet, befragen wir lieber eine App als den Arzt. Kein Wunder also, dass die Menschen sich immer häufiger fragen: Leben wir eigentlich in einer gigantischen Irrenanstalt und wenn ja, wann kommen die Medikamente?

Vollblutkomiker Markus Maria Profitlich macht endlich Schluss mit der Unsicherheit. In seinem brandneuen Soloprogramm „Schwer verrückt!“ präsentiert er die wirksamste Glückspille der Welt: sich selbst. Mit treffsicherer Komik entlarvt er den alltäglichen Irrsinn, gibt wertvolle Tipps im Umgang mit den eigenen Marotten und beantwortet auf seine unnachahmliche Art unter Einsatz seines ganzen Körpers die Frage aller Fragen: Wie verrückt muss man selber sein, um den galoppierenden Wahnsinn um sich herum zu überstehen? Das Publikum erwartet in seinem Programm Balsam für die Seele – garantiert rezeptfrei und fast ohne Nebenwirkungen.
   
Eigentlich sollte der Profitlich gerade durch Deutschland touren. Doch die Corona-Pandemie wirbelte die Planungen durcheinander. Im Herbst will der Comedian wieder durchstarten. Unter anderem sind dann nach jetzigem Stand am 18. September ein Auftritt in Bürstadt, am 19. September in Eisenberg, am 9. Oktober in Maikammer und am 21. November in Einhausen geplant. Um die auftrittsfreie Zeit zu überbrücken, hat sich Markus Maria Profitlich Zeit genommen und gibt Ihnen seine ganz persönlichen Musik- und Buchempfehlungen.

Profitlichs Musik-Tipp:
■ Die Band „Earth, Wind and Fire“ liebe ich – die Musik erinnert mich an meine Jugend
■ Aloe Blacc – ein großartiger Musiker, den ich vor Kurzem persönlich kennengelernt habe
■ Bruno Mars – Favorit meiner jüngsten Tochter
■ Stevie Wonder – bei ihm kommen Erinnerungen an meine „erste Liebe“
■ Prince – für mich der größte Musiker aller Zeiten

Profitlichs Buch-Tipps:
■ „Das Boot“ – ein Roman von Lothar-Günther Buchheim, der den U-Boot-Krieg real wiedergibt
■ Und da ich großer Fan von historischen Romanen bin, kann ich „Marco Polo: Der Besessene“ von Gary Jennings, „Die Päpstin“ von Donna W. Cross und „Tuareg“ von Alberto Vázquez-Figueroa absolut empfehlen. Von Ludwig Ricke  

Die Tabaktour

Unterwegs: In der Südpfalz können Besucher auf einer Fahrradtour die Geschichte des Tabakanbaus kennenlernen.

Fachwerkidylle prägt die Hauptstraße des Dörfchens Herxheim- Hayna bei Landau in der Pfalz. Doch da ist noch mehr: Hinter und zwischen den gepflegten Häusern aus dem 18. und 19. Jahrhundert zwängen sich hohe hölzerne Gebilde zwischen die Wohnhäuser – Tabaktrockenschuppen.

Der Historiker Florian Metz, der sich als Mitglied der Bürgerstiftung für den Erhalt der historischen Gebäude einsetzt, zählt in ganz Herxheim etwa 200 solcher ortsbildbestimmenden Schuppen. Sieben von ihnen bilden am Haynaer Friedhofsweg die geschlossene Hofrückseite der schmucken Fachwerkhäuser an der Hauptstraße. „Sie gehören zu den 100 Tabaktrockenschuppen, die der Denkmalschutz als schützenswerte Einzelobjekte deklariert hat“, sagt Metz. Das Problem: Die Schuppen verfallen zusehends. Heute werden hier allenfalls Holz gelagert oder Wagen und Geräte untergestellt.

Bislang haben nur wenige Eigentümer ihrem Tabakschuppen mit den Denkmalschutzauflagen neues Leben eingehaucht. Michael Daum und seine Frau mit ihrem Hotel „Duwakschopp“ (pfälzisch für Tabakschuppen) gehören dazu. Oben, wo die Tabakblätter einst hängend trockneten, haben die Daums kleine Wellness- und Tagungsbereiche eingebaut. Im Erdgeschoss grenzen nun sanitäre Anlagen ans Restaurant „Starker Tobak“ und den zum Biergarten umgestalteten Hinterhof. Das Drei-Sterne-Hotel liegt an der etwa 40 Kilometer langen Radroute Tabaktour, die sechs ehemalige Tabakdörfer bei Landau miteinander verbindet. Die Tour zeigt den Aufschwung der Region während des internationalen Booms der Tabakindustrie seit dem 19. Jahrhundert, als das Rauchen noch als weltläufig galt. In der Ferne begrenzen Pfälzerwald und Odenwald den Horizont, mit Glück sogar der Schwarzwald, während die Radler Fachwerkhäuser und Tabakscheunen, gepflegte Gärten und wogende Felder passieren.

Nachdem das Nachtschattengewächs im 15. Jahrhundert den Weg an Bord der Karavellen von Kolumbus nach Europa fand, pflanzte Pfarrer Anselmann die erste schriftlich nachgewiesenen Exemplare 1573 in seinen Pfarrgarten in Hatzenbühl. Eine Zeit lang galt die nikotinhaltige Pflanze in Europa als Zierde und sogar als Heilmittel.

In Herxheim befindet sich ein bauernkulturgeschichtliches Museum in einem alten Tabakbauernhof. Dort erzählen einige Exponate von der Zeit des Tabakanbaus, Zigarrendrehens und Rauchens. Der liebevoll gepflegte Tabakrundweg in Hatzenbühl – eine weitere wichtige Station der Tabaktour – zeigt die Verankerung des Tabaks in der Tradition. Er beginnt und endet am Ort des ersten nachgewiesenen Tabakanbaus in Deutschland, dem Pfarrgarten der Ortskirche.

Die Informationstafeln an den Gärten, Feldern und Schuppen sind zwar selbsterklärend, aber interessanter ist die Führung durch eines der 16 Mitglieder der Interessengemeinschaft Tabakweg um den Rentner Ernst Wünstel. In einem der Tabakschuppen auf dem zwei Kilometer langen Fuß- und Radweg demonstrieren die Führer nicht nur die verschiedenen Verarbeitungsstufen der braunen Blätter. Sie erklären auch, wie die Samen gezogen werden, in Frühbeeten reifen und auf den Feldern innerhalb von neun Wochen zu stattlichen Pflanzen werden. dpa/tmn