Sonderveröffentlichung
Themenspecial Trauerkultur

Frühling auf dem Friedhof

Friedhofsgärtner: Jetzt das Grab in einen blühenden Erinnerungsort verwandeln

Auf einem Grabstein betteln junge Vögel flügelschlagend und mit weit aufgerissenen Schnäbeln ihre Eltern um Futter an. Die mächtigen Bäume bekommen allmählich ihr grünes Blätterkleid. Es blüht und gedeiht, es zwitschert, summt und pfeift. In diesen Tagen erwacht auf den Friedhöfen die Natur aus ihrem Winterschlaf, und an kaum einem anderen Ort lässt sich der Kreislauf des Lebens besser erleben. Das immer wiederkehrende Werden und Vergehen spendet den Friedhofsbesuchern Trost und ein Gefühl der Hoffnung. Mit bunten Frühlingspflanzen verwandeln die Mannheimer Friedhofsgärtner jetzt die winterlichen Grabstätten in blühende Erinnerungsorte.

„Die Neubepflanzung im Frühling ist stets der Auftakt der neuen Saison auf den Friedhöfen“, sagt Friedhofsgärtnermeister Maximilian Kocher aus Mannheim. Gerade jetzt muss das Grab optimal auf den Frühling und Sommer vorbereitet werden. Dafür ist zunächst ein ausgiebiger Frühjahrsputz angesagt. „Vor der Frühlingsbepflanzung sollten zunächst die Winterabdeckung und altes Laub vom Grab entfernt und der verkrustete Boden aufgelockert werden“, erklärt der Friedhofsgärtner. Dabei müssen auch eventuelle Senkschäden behoben werden. Ende April sollten die Bodendecker und die Gehölze auf dem Grab gedüngt werden. „Dafür eignet sich ein mineralischer Dauerdünger, der in vielen Fachbetrieben erhältlich ist“, rät Kocher.

Wurden alle Winterschäden beseitigt, dann kann es mit der bunten Frühlingsbepflanzung losgehen. Krokusse, Narzissen, Tulpen und Hyazinthen warten nur darauf, mit der wärmenden Sonne um die Wette zu leuchten. Vor allem Primeln gelten als die Frühlingsboten schlechthin und sind aufgrund ihrer großen Vielfalt ein beliebter Dauerblüher. „Ein besonderer Hingucker ist die Primula veris – also die echte Schlüsselblume, die mit ihrer tollen Farbwirkung besticht“, schwärmt Maximilian Kocher. Natürlich dürfen die klassischen Frühlingsbegleiter wie Stiefmütterchen, Ranunkeln, Bellis oder Vergissmeinnicht nicht fehlen, die mit ihren kräftigen Farben leuchtende Akzente setzen.

Strukturbeete sind beliebt

Auch der sogenannte Goldlack und die Beetnelke sind schöne Kombinationspartner für gemischte Beete im Frühling. Genau das ist bei der heutigen Grabgestaltung angesagt. Friedhofsgärtner Kocher weiß: „Unsere Kunden wünschen sich immer häufiger gemischte Strukturbeete. Dabei kombinieren wir bunte Frühjahrsblüher mit Strukturpflanzen wie Farnen oder Gräsern. Zum Einsatz kommen aber auch natürliche Elemente wie Wurzelteile oder kleine Findlinge. Das lockert die Gestaltung auf und wirkt sehr modern.“

Ob leuchtend bunt oder Ton-in-Ton – gepflanzt wird letztlich das, was gefällt. Beliebt im Frühling sind besonders kräftige Farben wie Blau oder Gelb. Die Mischung von unterschiedlichen Pastell- oder Blau-Tönen verleiht der Grabstätte eine optische Ruhe und wirkt besonders edel. „Wir Friedhofsgärtner orientieren uns vor allem an der Farbe des Grabsteins. Zudem spielt die Lage eine Rolle. Ein Grab im Schatten verträgt stärkere Farbkontraste, ohne hart und unharmonisch zu wirken“, rät Kocher.

Doch nicht nur die Ästhetik spielt eine wichtige Rolle. Es geht auch immer um praktische Fragen: Wie lange blüht eine Pflanze, gedeiht sie besser im Schatten oder in der Sonne? Für diese Feinabstimmung stehen die fachlich geschulten Mitarbeiter der Friedhofsgärtnereien ihren Kunden mit Rat und Tat zur Seite – auf Wunsch auch im Rahmen einer Jahres- oder Dauergrabpflege. Entsprechende Vereinbarungen zur langfristigen Grabpflege können mit dem Friedhofsgärtner vor Ort je nach Bedarf abgeschlossen werden. GBF

In vertrauensvolle Hände geben

Grabpflege: Preistabile Dauerverträge

Grabpflege ist in Zeiten hoher Mobilität und Flexibilität längst keine selbstverständliche Familienfrage mehr. Kann das Grab nicht mehr selbst gepflegt werden, bleibt bei vielen Angehörigen meist die Sorge darüber zurück. Die Mannheimer Friedhofsgärtner bieten ein umfangreiches Dienstleistungsangebot rund ums Grab.

„Viele Menschen wissen gar nicht, wie preiswert, problemlos und individuell die fachgerechte Grabpflege durch einen Friedhofsgärtner ist. Dabei kann beispielsweise die Pflege eines Urnengrabes weniger als 50 Cent am Tag kosten“, weiß Thomas Heiland von der Genossenschaft Badischer Friedhofsgärtner eG zu berichten.

Verschiedene Möglichkeiten

„Angehörige, die ein Grab nicht mehr betreuen können, sollten sich an einen Friedhofsgärtner vor Ort wenden und sich ein unverbindliches Pflegeangebot erstellen lassen“, empfiehlt Thomas Heiland. Einen solchen Pflegeauftrag kann man in der Regel für ein Jahr abschließen. Die Kosten richten sich nach den vereinbarten Leistungen des Friedhofsgärtners und werden meist im Voraus berechnet. Allerdings muss diese Jahrespflege jährlich immer wieder neu mit dem Friedhofsgärtner vereinbart werden. Zudem müssen die Angehörigen von Jahr zu Jahr mit eventuellen Preissteigerungen rechnen. Offen bleibt dabei auch die Frage, was mit der Grabstätte geschieht, wenn die für die Pflege zuständige Person selbst verstirbt oder aus gesundheitlichen Gründen den Auftrag nicht mehr neu erteilen kann. Nicht immer gibt es in der Familie Menschen, die diese Aufgabe dann übernehmen.

Speziell für diejenigen, die sich zwar eine persönliche Grabstätte wünschen, sich aber nicht selbst um deren Pflege kümmern können, bieten die Mannheimer Friedhofsgärtner seit mehr als 50 Jahren mit der Dauergrabpflege wertvolle Unterstützung an. Bei diesem Modell wird die Pflege einer bestehenden Grabstätte oder auch – als Vorsorge – für das spätere eigene Grab dauerhaft in die Hände eines Friedhofsgärtners gelegt. Die Leistungen, die der Friedhofsgärtner übernehmen soll, werden individuell zusammengestellt und über einen Dauergrabpflege-Vertrag festgelegt. Dieser Vertrag wird mit der Genossenschaft Badischer Friedhofsgärtner eG abgeschlossen und läuft über einen Zeitraum ab zwei Jahren bis zum Ablauf der Grabnutzung oder der Ruhezeit. Der Vorteil dabei: Der Auftraggeber kann sich über den gesamten Zeitraum darauf verlassen, dass das Grab nach seinen persönlichen Vorstellungen gepflegt wird. „Dafür werden die Arbeiten des Friedhofsgärtners von unserer berufsständischen Genossenschaft regelmäßig kontrolliert“, erklärt Thomas Heiland. Weil die Kosten für die vereinbarte Pflegezeit komplett im Voraus gezahlt werden, fallen zudem keine Preissteigerungen an. Diese werden durch die erwirtschafteten Zinserträge dauerhaft abgedeckt. „Das gibt Sicherheit für viele Jahrzehnte“, so Heiland. GBF

Info

Weitere Informationen sowie Adressen von Friedhofsgärtnereien in der Nähe finden sich auf der Internetseite der Genossenschaft Badischer Friedhofsgärtner eG unter www.dauergrabpflege-baden.de.

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