Sonderveröffentlichung
Themenspecial Die Adler Saison 2020/2021

Maske als ständiger Begleiter: Mannheimer Adler Saison 2020/2021

Corona-Schutz: Teammanager Youri Ziffzer bewältigt besondere Herausforderungen

Youri Ziffzer: Für das Foto mal ohne Mundschutz. BILD: SÖRLI BINDER

17.12.2020
Maske als ständiger Begleiter Image 1
Mannheim. Zum Anforderungsprofil eines Teammanagers gehört schon in normalen Zeiten jede Menge Organisationstalent. Diese Saison stellt Youri Ziffzer, der seit Februar 2018 diesen Posten ausfüllt, aber vor besondere Herausforderungen.

Nicht zuletzt betrifft dies die Planungen für die Auswärtsfahrten. „Vom Einsteigen in den Bus, bis zum Aussteigen nach der Rückkehr von den Auswärtsspielen ist doch alles ein bisschen anders. Es gibt es jede Menge Dinge zu beachten“, bestätigt der 34-Jährige. „Das geht damit los, dass die Spieler nur mit Maske einsteigen dürfen“, sagt Ziffzer.

MagentaSport Cup als Testlauf

Erste Erfahrungen sammelten die Adler bei den Vorbereitungsspielen im Rahmen des MagentaSport Cups. Nach drei Heimspielen in Folge ging es nach München und Bremerhaven. War es bis dahin üblich, einen Tag früher anzureisen, um am Spieltag gut ausgeruht auf’s gegnerische Eis zu gehen, starteten die Blau-Weiß-Roten erst am Spieltag nach München. „Wir werden künftig viel mehr sogenannte Tagesfahrten haben“, bestätigt der Teammanager.
  
Scherer
In der Hauptrunde ist die DEL zunächst in eine Nord- und eine Südgruppe aufgeteilt. Die Adler bekommen es mit den bayrischen Clubs aus Nürnberg, Augsburg, Ingolstadt, Straubing und München zu tun, zudem mit den Schwenninger Wild Wings. Das sind alles Ziele, die man in adäquater Zeit erreichen kann.

Das sieht auch Cheftrainer Pavel Gross so. Nach der Partie im MagentaSport Cup bei Red Bull München auf die „Bus-Beine“ angesprochen, meinte der 52-Jährige: „Man muss nicht übertreiben. Wir sind nicht nach Moskau gefahren, sondern waren etwa vier Stunden unterwegs. Außerdem sind die Jungs Profis.“ Mit der Startphase konnte Gross absolut zufrieden sein, auch wenn die Adler schließlich mit 3:4 nach Verlängerung den Kürzeren zogen. Aufgrund der wenigen Erfahrungen hielt sich der Coach mit einem abschließenden Urteil zurück: „Das war jetzt ein Spiel. Wir müssen schauen, ob das auch langfristig mit dieser Art der Anreise funktioniert.“

Zumal Einiges für die Variante mit Übernachtung spricht – wie im Halbfinale in Bremerhaven praktiziert. „Es macht schon einen Unterschied, ob man am selben Tag oder einen Tag früher anreist. Man gibt dem Körper einfach die beste Chance, 100-prozentig fit in die Partie am Abend zu gehen. Diese Erfahrung habe ich selber in der DEL2 und dann in der DEL gemacht. Es ist nun mal die Aufgabe der Spieler, die Partie zu gewinnen, dazu wollen sie auf den Punkt fit sein“, erklärt Ziffzer.

Doch es ist eine weitere Eigenschaft, die Eishockeyspieler auszeichnet: Sie passen sich schnell an neue Gegebenheiten an. So auch die Adler. „Jetzt machen wir es wegen der Corona-Beschränkungen anders. In einer solchen Phase kann es durchaus sein, dass es besser ist, einen Tag länger zu Hause zu sein, wo man sich am wohlsten fühlt, wo man sich sicher fühlt“, verweist der Teammanager trotz oder gerade wegen des physisch harten Sports auf die Wichtigkeit des psychischen Wohlbefindens und ergänzt: „Diese Faktoren können jetzt einen ganz anderen Mehrwert haben. So kann man sich Energie, Kraft und mentale Frische zu Hause holen, im Kreise unserer vertrautesten Personen.“

Viele Kleinigkeiten

Stehen doch Übernachtungen an, spätestens, wenn die Adler sieben Mal bei den Teams der Nordgruppe gastieren, gilt es weitere Dinge zu bedenken. „Wir müssen die Regeln und die Hygienekonzepte in den Hotels beachten. Es könnte passieren, dass wir nur noch Hotels finden, die Einzelzimmer vergeben“, blickt Ziffzer voraus. „Außerdem läuft es mit dem Essen nach dem Spiel anders. Vor den ganzen Beschränkungen war es meist so, dass im Kabinengang ein Büffet für die Spieler bereitstand. Da müssen wir umdenken. Im Großen und Ganzen sind das Kleinigkeiten. Vor allem nach acht Monaten Erfahrung“, macht sich der 34-Jährige keine Sorgen, dass Mannschaft, Trainerstab und Betreuer die Vorgaben beachten.

Klar ist ihm jedoch auch, „dass es eine 100-prozentige Sicherheit nicht gibt, auch wenn wir sehr engmaschig getestet werden und sich alle sehr diszipliniert an die ganzen Regeln halten“. Am liebsten wäre allen Beteiligten, wenn die Beschränkungen möglichst rasch zurückgenommen werden könnten. Von Jan Kotulla