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Themenspecial Gesund leben!

Langfristige Lösungen helfen

Falten: Tendenzen im Bereich Anti-Aging


Die Möglichkeiten kosmetischer Präparate haben sich in den letzten Jahren stark weiterentwickelt. Und manch einer reibt sich die Augen, wenn er die Generation der Best Ager in den Medien sieht. Alte Menschen scheint es nicht mehr zu geben. Allerdings beweist uns der Blick in den Spiegel, dass das Altern nach wie vor nicht aufzuhalten ist. Was also steckt tatsächlich hinter Anti-Aging- Präparaten, was können oder sollten sie leisten?

Durch Effekte bestechen

Die meisten Anti-Aging-Präparate erfüllen den Sinn des Wortes Kosmetik in seiner ureigensten Form: Es geht ums Schmücken und Verschönern. So wirken spezielle Pigmente nicht nur deckend, sondern reduzieren Falten optisch, indem sie das Licht diffus reflektieren. Hyaluronsäure polstert die Haut auf. Muskelentspannende Peptide und exotische Extrakte lassen Fältchen verschwinden. Das sind nur einige Beispiele der sich rasant entwickelnden Präparate.

Im engen Wortsinn verstanden ist die Bezeichnung Anti-Aging für die genannten Produkte allerdings kaum gerechtfertigt, denn an der Alterung ändern sie nichts. Antiaging ist zwar ein griffiges Schlagwort, aber eigentlich geht es um die Prävention des vorzeitigen Alterns der Haut. Die biologische Uhr zurückzudrehen und die sichtbaren Zeichen der Zeit auf einen Schlag verschwinden zu lassen, das geht einfach nicht. Möglichst früh Alterungsprozessen vorbeugen, muss die Devise also lauten. Und hier hat sich einiges getan.

Beleuchten wir als erstes die Cremebasen – die Matrix also, in die Wirkstoffe eingebettet werden. Mit ihnen sind untrennbar die Begriffe Hautschutz und Regeneration verbunden. Denn Ziel von Cremebasen sollte es sein, die Haut maximal zu schützen sowie auch maximal zu regeneriere.

Dermatologische Untersuchungen verdeutlichen aber ein Problem: Ein maximaler Hautschutz, wie er sich durch einen Vaseline-Film, Paraffine oder Camouflage erzielen lässt, führt zu einer minimalen Eigenregeneration der Haut und ist somit auf Dauer kontraproduktiv. Da eine maximale Eigenregeneration auf Dauer wichtiger ist, müssen beim Hautschutz Kompromisse eingegangen werden. Dies führte zur Entwicklung physiologisch angepasster Cremebasen: hautbarriereähnliche Strukturen, die darauf ausgelegt sind, die Hautbarriere mit körpereigenen beziehungsweise -ähnlichen Stoffen zu reparieren und auf abschließende oberflächliche Filme zu verzichten.

Die Korneotherapie

Die von Prof. Kligman ins Leben gerufene Korneotherapie entstand zu gleicher Zeit. Seine Outside-In-Therapie-Theorie wurde in nachfolgenden Studien bestätigt und ist heute zusammen mit den physiologischen Cremebasen ein Eckpfeiler zur Prävention von Problemhaut. Die Korneotherapie konzentriert sich primär auf die Sanierung der Hautbarriere („Outside“) und wirkt sich dann nachfolgend auf tiefere Hautschichten aus („In“). Es ist davon auszugehen, dass diese emulgatorfreien Systeme langfristig die konventionellen Präparate verdrängen werden.

Selbstverständlich kommt auch dem gezielten Hautschutz in der Korneotherapie eine große Bedeutung zu. Eine der wichtigsten Säulen ist der Sonnenschutz, der mittels geeigneter UV-A und UV-B-Filter gleichzeitig ein wichtiger Alterungsschutz ist. Dieser reicht allerdings längst nicht aus, wenn es um den Schutz besonders Sonnenhungriger geht. Denn gleichzeitig wirkt auch IR-Strahlung (Infrarot) auf die Haut ein, für die es bisher keine Filtersubstanzen gibt und nach menschlichem Ermessen auch in Zukunft nicht geben wird.

Hier hilft neben den bisher erhältlichen Präparaten nur die Vernunft: Man sollte sich besser im Schatten aufhalten. Dauerbelastungen der Haut durch Tagescremes mit UV-Filtern sind zu vermeiden. Auf diese Weise kann man dafür sorgen, dass die Bildung der Vitamine D2 (Ergocalciferol) und D3 (Cholecalciferol) nicht dauerhaft unterbunden wird.

Alte Wirkstoffe - immer noch aktuell

In jüngster Zeit hat sich gezeigt, dass der NMF (Natural Moisturizing Factor) darüber hinaus der wichtigste natürliche Schutz der Haut gegen freie Radikale ist. Damit wird die Bedeutung vieler Radikalfänger fraglich, die heute noch als Anti-Aging-Wirkstoffe gelten. Insbesondere in diesem Bereich zeigen sich die für die Kosmetik typischen Marktmechanismen: Kaum hat sich der Verbraucher an einen Wirkstoff gewöhnt, ist ein neuer und angeblich viel besserer da. Dieser Mechanismus wird sich in Zukunft fortsetzen, doch voraussichtlich nicht zu einer substanziellen Verbesserung von Anti-Aging-Produkten beitragen.

Das Rad komplett neu zu erfinden, das ist auch im Bereich der Wirkstoffkosmetik kaum möglich. Viele Substanzen, denen in Anti-Aging-Präparaten wichtige Bedeutung zukommt, sind daher altbekannt. Als Wirkstoffe kommen vor allem die Vitamine A, C, E, die Vitamine der B-Reihe und deren Derivate in Frage. Hier wird sich auch in Zukunft nichts ändern, da die Substanzen die Regeneration der Haut nachweislich fördern und sich über Jahrzehnte bewährt haben.

Jede seriöse Hautpflege muss gegen vorzeitige Hautalterung wirken, wenn sie auf dem Stand der Technik sein will. Einen Unterschied zwischen normaler Hautpflege und Anti-Aging zu machen, ist daher nicht sinnvoll. Anti-Aging-Pflege ist gleichbedeutend mit nachhaltiger Hautpflege und lebt nicht von kurzlebigen Wirkstoffen. pr/imp dpa-tmn

Orthopädische Gemeinschaftspraxis Dr. med. Benedikt Graf von Strachwitz Dr. med. Ralph Bremer & Kollegen
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