Sonderveröffentlichung
Themenspecial Gesund leben!

„KoNaSchu“, das quälende Volksleiden

Wie man Kopf-Nacken-Schulterbeschwerden effektiv bekämpfen kann

Dreifach unangenehm: Kopfschmerzen gehen häufig mit Nacken- und Schulterbeschwerden einher. BILD: DJD/THOMAPYRIN/ISTOCK/TOM MERTON

24.06.2020
„KoNaSchu“, das quälende Volksleiden Image 1
Es ist eine echte Qual, wenn sich zum Kopfschmerz auch noch Nacken- und Schulterverspannungen gesellen. Obendrein ist die Kombination dieser Symptome äußerst hartnäckig. Laut einer wissenschaftlichen Patientenbefragung sorgt „KoNaSchu“ für mehr Schmerztage als reine Spannungs- oder Migränekopfschmerzen. Und die Zahl der Betroffenen ist immens: 61 Prozent der befragten Kopfschmerzpatienten gaben an, unter genau diesem Beschwerdebild zu leiden.

VIELSITZER BESONDERS HÄUFIG BETROFFEN

„Das deckt sich mit meinen Erfahrungen aus der Praxis“, sagt Dr. Stefanie Förderreuther, Neurologin am Universitätsklinikum München. „Insbesondere Patienten, die viel in sitzender Tätigkeit beschäftigt sind und nicht zwischen sitzen, stehen und gehen abwechseln können, berichten das.“ Es liegt auf der Hand, dass die Symptome zusammenhängen. Denn vom Kopf bis zu Nacken und Schultern ist es nicht weit. Zahlreiche Nervenbahnen und Muskelstränge verbinden die Bereiche miteinander. Eigentlich sinnvoll, doch es wird zum Nachteil, wenn sich der Schmerz in einer Region auf die andere auswirkt. Und dies ist in beide Richtungen möglich.

Ob nun zuerst der Kopfschmerz da war oder der Nackenschmerz, ist vielfach gar nicht feststellbar. Aber beide Faktoren verstärken sich gegenseitig. Da ist effektive Abhilfe erwünscht. In der Akutphase ist die Behandlung mit einem Schmerzmittel meist sinnvoll. Dies kann in der Regel nicht nur den Kopfschmerz, sondern auch die Nackenreizungen einschließlich der Muskelverhärtungen, sogenannte Triggerpunkte, lindern.

SCHMERZMITTEL PLUS ANDERE MASSNAHMEN

Neben Schmerzmitteln sind auf lange Sicht auch nicht-medikamentöse Maßnahmen zur Behandlung erforderlich. Die Neurologin empfiehlt hier Ausdauersport, Entspannungsübungen und Schritte zum Abbau und zur Bewältigung von Stress. djd

Immer dieser Rücken

Schmerzen nicht chronisch werden lassen

Die Pein im Kreuz gilt hierzulande als Volksleiden. Das bestätigt auch der DAK-Gesundheitsreport. Demzufolge sind Rückenschmerzen die zweithäufigste Einzeldiagnose für Krankschreibungen. Hochgerechnet auf die erwerbstätige Bevölkerung gab es dadurch rund 35 Millionen Ausfalltage im Job. Und das Problem betrifft nicht nur Erwachsene, denn bereits 30 Prozent der Schüler zwischen 10 und 18 Jahren klagen regelmäßig über Schmerzen im Rücken. Ärzte warnen: Die körperliche Aktivität im Alltag nimmt immer mehr ab. Stattdessen ist stundenlanges Sitzen oder Stehen die Regel. Dabei dominieren eintönige Bewegungsabläufe, und nicht selten belastet auch noch Übergewicht den Körper. Wichtig ist, die Schmerzreize als Warnsignal zu verstehen und zu handeln – sonst droht auf Dauer eine Chronifizierung der Rückenschmerzen. Um dies zu verhindern sollte der Rücken durch Bewegung mobilisiert werden.

Parallel Massagen oder Wärmebehandlungen entspannen die durch Schonhaltung verkrampfte Muskulatur. Für weniger Rückenschmerzen im Alltag sollte man auf rückenschonendes Heben und Tragen achten – aber auch auf richtiges Sitzen, Liegen und Aufstehen.

AUF BEWEGUNG ACHTEN

Am Arbeitsplatz unterstützen höhenverstellbare Büromöbel die aufrechte Körperhaltung. Ein regelmäßiger Wechsel zwischen Sitz- und Stehphasen entlastet die Bandscheiben. Achtung: Sensible Personen reagieren nicht selten auf Termindruck, Überlastung und Stress mit Rückenschmerzen. Hier ist es wichtig, Aufgaben zu delegieren und genügend Erholungspausen in den Arbeitsalltag zu integrieren.

Auch eine Ernährungsumstellung ist in vielen Fällen angeraten, denn was wir zu uns nehmen, hat einen großen Einfluss auf unser Gewicht und den Stoffwechsel. So kann eine stark säurehaltige Nahrung, unter anderem bedingt durch Alkohol, Kaffee, Süßigkeiten, Wurst und viel Fleisch, den Säurespiegel im Organismus erhöhen. Das hat negative Auswirkungen auf Bandscheiben sowie Gelenkknorpel und lässt Muskeln, Bänder und Sehnen erstarren. Verspannungen und Schmerzen können die Folge sein. djd