Sonderveröffentlichung
Themenspecial Mannheim - Meine Heimat

Kleine Geschwister III

  

Luzenberg

Er wird oft gar nicht als Wasserturm wahrgenommen – weil ihn eine Schule umgibt. Aber das wuchtige Bauwerk auf dem Luzenberg ist – nach dem am Friedrichsplatz – der zweite Wasserturm der Stadt Mannheim. Er steht auf der Gemarkung von Waldhof/Luzenberg, das mit der Eingemeindung Käfertals 1897 an Mannheim fiel. Das musste dann die Wasserversorgung auch für den Mannheimer Norden übernehmen. Dazu war im August 1906 Baubeginn, April 1909 Inbetriebnahme des mächtigen Baus mit einem Reservoir von 16 Metern Durchmesser in 11,16 Metern Höhe. Mit 2000 Kubikmeter bietet der Luzenberger Turm so viel Fassungsvermögen wie der am Friedrichsplatz, sein Wasserstand ist wegen der Lage des Gebäudes auf einer leichten Anhöhe sogar fünf Meter höher. Von Beginn an war vorgesehen, dass der gemauerte, oben mit einer Eisenbetonkonstruktion versehene Turm nicht allein stehen bleibt, sondern mit Gebäuden ergänzt wird. Das erfolgte 1912 bis 1914 mit dem Schulgebäude. Sein steiles, kegelförmiges Dach, im Zweiten Weltkrieg zerstört, hat der Turm nach dem Wiederaufbau nicht mehr erhalten. Seit 1976 ist er stillgelegt, das Erdgeschoss nutzt die Schule als Pausenraum. Sehenswert sind die alte prächtige Holztüre des Turms mit ihren schmiedeeisernen Verzierungen und grünem Jugendstil-Glas, mehr ist nicht zugänglich. Oben sind teils Lagerflächen.

Hintergrund

Mindestens 20 gab es, nicht alle sind erhalten: Wassertürme in Mannheim. Sie sind Zeugen der Blütezeit um die Jahrhundertwende. Meist wurden sie gebaut, um heutige Vororte Mannheims mit Wasser zu beliefern. Sie waren damals noch nicht eingemeindet, sondern selbstständige Dörfer mit eigener Verwaltung, die für ihre immer stärker wachsende Zahl von Bürgern anstelle der bis dahin üblichen Brunnen wegen der besseren Hygiene eine eigene Wasserversorgung bauten. Und nur Hochbehälter garantieren im Flachland, wo es keine Gebirge und Staustufen gibt, einen gleichmäßigen Druck in den Leitungen. Nach dem physikalischen Gesetz der kommunizierenden Röhren, kann das Wasser in den Hausleitungen so hoch steigen wie die Fallhöhe vom Tank im jeweiligen Turm. Sie können auch Verbrauchsspitzen ausgleichen, sie bei geringerer Nachfrage wieder füllen. Teils haben auch Industriebetriebe eigene Wassertürme errichtet, um sich vom öffentlichen Netz unabhängig zu machen oder weil es nicht den nötigen Druck oder die zum Kühlen oder für ihre Produktion nötige, geforderte Menge bot. So entstand in Mannheim eine Vielzahl sehr unterschiedlicher, aber meist sehr schmucker Industriebauten. Einige Türme stellen wir hier vor – der von Rheinau, 1898 errichtet, wurde aber 1976 für einen Parkplatz, der erst 1952 erbaute im Benz-Werk 1993 abgerissen.
Rhein Neckar Löwen

Im Fokus

BLICKWINKEL: In der Bilderserie „Hoch auf Hier“ veröffentlicht der „MM“ Aufnahmen von Zeitungslesern aus Mannheim und der Region. In den vergangenen Tagen haben viele Schnappschüsse die Redaktion erreicht.
         

Hoch auf Hier

1// Mannheimer Wasserturm / Michael Stahl
2// Riedbahnbrücke in Neuostheim / Mathias Hirsch
3// Der Sonnenfänger am Marktplatz / Lucius Alberts
4// Neckarau, der Rhein in Höhe der Silberpappel / Helmut Gründler
5// Blick aus der Kunsthalle / Margit Frey
6// Morgennebel über der Au / Stefan Arndt
7// Der Wasserturm von Wallstadt / Bernd Löchner
8// Bei Sandhofen / Holger Wehe
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