Sonderveröffentlichung
Themenspecial Maimarkt Mannheim 2019

Kleine Firma leistet Großes

Ein Familienunternehmen organisiert den Maimarkt – mit viel Leidenschaft und Sachverstand

Viele staunen. Nein, nicht die Stadtverwaltung oder (wie viele große Messen etwa in Köln und Leipzig) ein der öffentlichen Hand gehörendes Unternehmen stellt die größte deutsche Regionalausstellung auf die Beine, sondern eine kleine, private Gesellschaft. Und noch dazu ist es eine Frau, die als deren Chefin das Sagen hat – in der deutschen Messewirtschaft noch immer eine absolute Besonderheit: Stephany Goschmann, Geschäftsführerin der Mannheimer Ausstellungsgesellschaft (MAG).

Zu Hause gab es kein anderes Thema, schon vor ihrer Geburt. 1962 war es, als die Stadt die Durchführung des 1613 als Vieh- und Pferdemarkt entstandenen Maimarkts in private Hände gab, an das Büro für Organisation und Wirtschaftswerbung Fritz Glunk. Schon 1949 bis 1951 hatte er bei Werbung und Wieder-Aufbau mitgearbeitet. Nun sollte er den Maimarkt weiterentwickeln.

Glunk schaffte es mit Hilfe seines engen Mitarbeiters Kurt Langer – und als Glunk nach kurzer Zeit aus Altersgründen ausschied, wurde Kurt Langer zum „Mister Maimarkt“. Er machte aus der reinen Landwirtschaftsschau eine moderne, vielfältige Verbraucherausstellung, wo es vom Gurkenhobel bis zum Fertighaus alles gibt. Langer organisierte eine professionelle Werbung, initiierte attraktive Sonderschauen. Wenn auch die Besucherzahl inzwischen auf unter 400 000 gesunken ist – nach wie vor hat der Maimarkt in Deutschland einen Spitzenplatz als größte Regionalausstellung.

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Stephany Goschmann hat das Wachstum mitverfolgt. Sie packt überall mit an, und als ihr Vater 1997 stirbt, tritt sie die Nachfolge an. 2009 wird Jan Goschmann zum weiteren Geschäftsführer ernannt – die dritte Generation.

Der Elektrotechnikmeister bringt zugleich ein neues Geschäftsfeld ein: die Südwest Veranstaltungsservice- und Technik GmbH, ein spezialisierter Fachbetrieb für Veranstaltungstechnik. Er hat viele Kilometer Stromkabel, Druckluftleitungen, Wasserrohre, Kabelbrücken, 500 Stromverteiler, Flutlichtanlagen, WC-Container und Notstrom-Aggregate auf Lager. Diese Technik, aber auch das Know-how sind zunehmend bei externen Events gefragt – 2018 bei 86 Veranstaltungen, im Vorjahr bei 67.

Die Familie Goschmann und ihr Team vereint, dass sie mit viel Liebe und Leidenschaft, großer Erfahrung und zugleich Mut für Neuerungen diese Traditionsveranstaltung organisieren. Am Standort Mannheim beschäftigt das Familienunternehmen ganzjährig 60 Personen, davon drei Auszubildende. Für Bewachungs- und Kontrolldienste kommen rund 175 Teilzeitkräfte hinzu. Vom Büro in der Xaver-Fuhr-Straße wird aber nicht nur der Maimarkt geleitet, sondern alles, was auf dem Gelände passiert – und das ist viel. Denn während die Mannheimer beim Mühlfeld nur an den Maimarkt denken, ist dort in Wirklichkeit viel mehr los. 2018 waren Maimarktgelände, Maimarkthalle und Maimarktclub gut ausgelastet. Mit 68 (2017: 58) Veranstaltungen wurde ein neuer Höchststand erreicht. Gestiegen ist 2018 die Zahl der Veranstaltungstage mit insgesamt 121 (2017: 101). Da mehr Auf- und Abbautage benötigt wurden, lagen die Belegungstage mit 385 deutlich über dem Vorjahr (321).

Auch das Fertighauscenter, die „Jobs for future“ und den Mannheimer Weihnachtsmarkt am Wasserturm organisiert das Familienunternehmen. Dazu kommen weitere 14 Mitarbeiter, die in Villingen-Schwenningen die Südwestmesse organisieren – ein kleiner Maimarkt. Peter W. Ragge
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