Sonderveröffentlichung
Themenspecial Outdoor 2020

Im Land der Tausend Hügel

Wandern: Die Ferienregion Kraichgau-Stromberg ist auf Aktivurlauber eingestellt

Tolle Ausblicke garantieren die Steillagen an Enz und Neckar. BILD: DJD/KRAICHGAU-STROMBERG TOURISMUS/ULRIKE KLUMPP

17.06.2020
Im Land der Tausend Hügel Image 1
Oft warten die schönsten Urlaubserlebnisse nur einen Katzensprung entfernt. Abstand vom Alltag gewinnen Erholungssuchende beispielsweise beim Wandern durch die Landschaft des Kraichgaus und des Strombergs. Im Land der 1000 Hügel findet man sinnliche Naturlandschaften abseits ausgetretener Pfade und eine wohltuende Ruhe. Gut ausgeschilderte Wege führen Wanderer durch den Naturpark Stromberg-Heuchelberg, durch urige Hohlwege, Wiesen und durchs Rebenmeer, zu Fachwerkstädtchen, Burgen und Klöstern wie dem Unesco-Kulturerbe Maulbronn. Die Ferienregion ist also bestens auf Wanderurlauber eingestellt.

Wandervergnügen ohne große Planung – das versprechen beispielsweise die neu eingerichteten „Wanderwege Kraichgau“. Anhand von Symbolen können Ausflügler festgelegte Touren auch ohne Kartenmaterial begehen. An allen Wanderbahnhöfen der beteiligten Kraichgau-Orte befinden sich Infotafeln mit einer Übersichtskarte, Infos und Tourenvorschlägen für die jeweilige Region. Zu erreichen sind die Wanderbahnhöfe mit dem ÖPNV aus Mannheim, Heidelberg, Karlsruhe oder Sinsheim. Schön für die Wanderpause: Unterwegs laden an markanten Aussichtspunkten „Hügelsofas“ zum Entspannen ein.
  
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Ebenso empfehlenswert für Aktivurlauber sind die über 60 Rundwanderwege des „Wanderdreiklangs“ im Naturpark Stromberg-Heuchelberg. Der Vorteil? Immer drei unterschiedlich lange Rundtouren starten direkt von gekennzeichneten Wanderparkplätzen aus. So kann man sich spontan nach Lust, Laune und Kondition für eine Tour entscheiden und die drei Ws des Naturparks – Wein, Wald, Wohlfühlen – genießen.

Einer der landschaftlich schönsten Wanderwege mit weiten Ausblicken über das Land der 1000 Hügel ist der Eppinger Linienweg. Die mit dem Gütesiegel „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ zertifizierte Strecke verbindet die malerische Fachwerkstadt Eppingen mit dem Unesco-Weltkulturerbe Kloster Maulbronn und der Stadt Mühlacker. Wer möchte, kann vom eindrucksvollen Zisterzienserkloster aus auch zu einer Tagesrundtour starten. Auf dem Rundwanderweg „MB1 Kultur, Natur & Eppinger Linie“ etwa wandert man zeitweise direkt auf dem Wall der Eppinger Linien.

Herrlich: der weite Ausblick vom Aussichtspunkt Sauberg. Und zum Wanderfeierabend kann man im Restaurant Klosterblick die berühmten Maultaschen essen – schließlich sollen die „Herrgottsbscheißerle“ ihren Ursprung im Kloster haben. djd

Wildcampen?

Rechtslage: Biwakieren als Alternative zum Zelten

In diesen Zeiten lädt die heimische Natur zu Ausflügen ein. Da liegt es nahe, an einem schönen Fleckchen einfach mal sein Zelt aufzuschlagen. Wobei: Ist Wildcampen in Deutschland nicht verboten? „Die Antwort lautet Jein“, sagt Swen Walentowski, Rechtsanwalt. „Es ist nicht grundsätzlich verboten, sondern von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt.“

Beispiel: In Baden-Württemberg darf man überhaupt nicht in der freien Natur zelten. In Schleswig-Holstein ist eine einzige Nacht erlaubt – aber auch nicht mitten im Wald. In Skandinavien gilt Jedermannsrecht – dort kann jeder in der Natur sein Zelt aufschlagen, sofern es nicht ausdrücklich verboten ist. In Deutschland gelte zwar nicht mehr überall das exakte Gegenteil, so Walentowski. Aber: „Wenn es nicht ausdrücklich erlaubt ist, dann muss ich davon ausgehen, dass es wahrscheinlich eher verboten ist.“ Wer es genau wissen will, fragt am besten beim Umweltamt, beim Naturschutzamt oder beim örtlichen Forstamt nach. Grundsätzlich verboten ist das Wildcampen in Nationalparks und Naturschutzgebieten.

Teilweise hohe Bußgelder

Outdoor-Fans drohen Bußgelder, wenn sie unrechtmäßig auf öffentlichen Flächen campieren. In Nordrhein-Westfalen sind es Walentowski zufolge bis zu 150 Euro bei nicht geschützten Flächen und bis zu 300 Euro bei geschützten. In Bayern sind es entsprechend maximal 200 und bis zu 500 Euro. „Wer auf privatem Grund sein Lager aufschlägt, muss mit einer Anzeige wegen Hausfriedensbruch rechnen“, ergänzt der Anwalt.

Manchmal gibt es in geschützten Gebieten auch speziell eingerichtete Naturlageroder Trekkingplätze mit ein wenig Infrastruktur wie Feuerstelle und Biotoilette – eine gute Alternative zum Wildcampen.

Ein Trick für Outdoor-Profis?

Und dann ist da noch eine rechtliche Grauzone: Biwakieren, also das Schlafen unter freiem Himmel ohne Zelt. „Das Gesetz kennt biwakieren nicht, alle Regeln beziehen sich auf Campieren mit Zelt oder Wohnwagen“, erklärt Walentowski. Biwakieren könnte also durchaus geduldet sein. Allerdings rät der Experte, sich im Zweifel noch einmal bei der jeweiligen Landesbehörde zu informieren.

Generell ist wichtig: niemals in der Natur offenes Feuer machen. „Die Erlaubnis zu zelten heißt nicht, auch Feuer machen zu dürfen“, so der Jurist. „Wenn man da erwischt wird oder es sogar zu einem Waldbrand kommt, dann muss man die Folgekosten tragen.“ Das kann schnell ein kleines Vermögen sein. Außerdem gilt: keinen Müll hinterlassen. dpa