Sonderveröffentlichung
Themenspecial Outdoor 2020

Hoch hinaus und weich gebettet

Dahner Felsenpfad: Auf dem ausgewählten Premium-Wanderweg gibt es zahlreiche Attraktionen zu entdecken

Am Fuß des Schillerfelsens wurde 1905 eine Gedenktafel zum 100. Todestag Friedrich Schillers eingelassen. TOURISMUSBÜRO DAHNER FELSENLAN

17.06.2020
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Wer abseits der Hektik durch atemberaubende Natur wandern möchte, muss gar nicht so weit reisen. Nicht weit von der Metropolregion Rhein-Neckar können Wanderbegeisterte imposante Felsgebilde aus Sandstein erkunden, Burgruinen und klare Seen bewundern und sich zwischendurch auf bunten Streuobstwiesen ausruhen. Das Dahner Felsenland ist mit seiner unfassbaren Natur und zahlreichen Freizeit- sowie Kulturangeboten das optimale Ausflugsziel für die ganze Familie. Zwölf Premiumwanderwege kann das im Herzen des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen gelegene Sandstein-Gebiet bieten. Einer davon ist der Dahner Felsenpfad.
  
Planet Para
Vom Parkplatz Büttelwoog in Dahn erreicht man nach wenigen Metern die erste Felsformation – den Pfaffenfelsen. Er ist etwas höher gelegen und bietet nach dem Aufstieg über eine Metallleiter auf der gesicherten Aussichtskanzel einen wunderbaren Panoramablick über Dahn und den Pfälzerwald. Hier lohnt es sich, kurz inne zu halten und die Aussicht zu genießen. Der insgesamt rund zwölf Kilometer lange Felsenpfad führt weiter zum Schillerfelsen, wo seit Mai 1905 eine Gedenktafel an den 100. Todestag des deutschen Dichters erinnert. Das Sandsteingebilde selbst sieht ziemlich bizarr aus – etwas krumm und schief und mit einigen Bäumen übersät, die aus den Felsspalten herausragen. Eine Besonderheit ist das Tor, das sich in einem der drei Felsen gebildet hat.
  
Über eine Leiter gelangt man ins Herz des Büttelfelsen, von wo aus man eine tolle Aussicht auf Dahn genießt. KURT GROSS
Über eine Leiter gelangt man ins Herz des Büttelfelsen, von wo aus man eine tolle Aussicht auf Dahn genießt. KURT GROSS
Ein schmaler Felsspalt führt zum nächsten Highlight – dem Schwalbenfelsen. Von unten überkommt einen eventuell ein mulmiges Gefühl, wenn man sich fragt, wie sich ein so massiver Brocken auf dem immer schmaler werdenden Fels halten kann. Eine Steintreppe führt entlang der Formation auf die Aussichtsplattform, von der aus man nicht nur Wasgau-Stadt, sondern auch Burgruinen sehen kann. Auf sanft gebetteten Wegen und engen Gassen gelangt man zum Elwedritsche Fels, der mit seiner südländischen Vegetation zum Ausruhen und Abschalten einlädt.

Apropos, ein Drittel des Weges ist bereits geschafft. In der Hütte des Pfälzerwald-Vereins kann man sich Stärken und Kraft für die folgenden acht Kilometer sammeln. Seinen Wissenshunger kann man ebenfalls stillen: Der Info-Pfad „Naturschutzgebiet Moosbachtal“ klärt über die lokale Flora und Fauna auf. Der Wegmarkierung „Schwarzer Felsen auf orangefarbenem Grund“ folgend, gelangen die Wanderer über idyllische Wiesen zu den nächsten Attraktionen, die sich von nun an eng aneinanderreihen.

Der Schlangenfels ähnelt – wie man schon vermuten kann – einer Schlange, genauer gesagt ihrem Kopf. Eine mystische und düstere Aura liegt in der Luft, die sich auch über die beiden Formationen Mooskopf und Roßkegelfelsen zieht. Ein schmaler Pfad windet sich um die standhaften Gebilde und führt hinauf auf den Felsrücken. Die Stille, die dort herrscht, untermalt die imposante Atmosphäre, die von der Felsengruppe ausgeht. An heißen Sommertagen verschafft der Rothsteigbrunnen etwas Abkühlung, bevor es durch einen Felsspalt zum Ungeheuerfelsen und in einer anspruchsvollen Steigung hinauf zum Büttelfelsen geht. Über eine Leiter gelangt man ins „Herz“ der mächtigen Felsbarriere. Von dort aus genießt man einen beeindruckenden Ausblick auf die nächste Station – der Lämmerfelsen. Der Panoramablick, den man von dort oben auf die Stadt Dahn hat, lädt zum kurzen Innehalten und Ausruhen ein. Wer es aktiver mag, hat hier auch die Möglichkeit zu Klettern, denn die Felsformation bietet Klettertouren im mittleren Schwierigkeitsgrad.

Die Route entlang des Felsenpfads führt weiter durch das Wieslauertal und neigt sich langsam dem Ende zu. Ein letzter Aufstieg führt auf die Aussichtsplattform auf dem Wachtelfelsen. Von dort aus kann man noch mal auf den zurückgelegten Weg mit all seinen Attraktionen blicken.

Auf dem Weg zum Parkplatz steht noch der Braut-und-Bräutigam-Felsen bevor. Es sind die wohl bekanntesten Felssäulen in Dahn, die eng nebeneinander in die Höhe ragen und die Wandertour mit einem eindrucksvollen Naturschauspiel abschließen. Sophia Zang