Sonderveröffentlichung
Themenspecial Immojournal März 2020

Eberhard Flammer vom HIHK fordert eine Wohnraumoffensive

Immobilien: Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken müssen laut Handelskammer mehr Wohnungen gebaut werden

Ohne eine ausreichende Zahl an Wohnungen locken Kommunen keine Fachkräfte an. BILD: LOTHAR FERSTL/DPA

18.03.2020
Die hessische Wirtschaft fordert eine Wohnraumoffensive, um den Fachkräftemangel im Land einzudämmen. Ohne ausreichend Wohnungen könnten Arbeitsplätze nicht besetzt werden und Unternehmen nicht wachsen, erklärte der Präsident des Hessischen Industrie- und Handelskammertages (HIHK), Eberhard Flammer. „Solange nicht genügend Wohnungen zur Verfügung stehen, wird auch der Fachkräftemangel nicht verschwinden.“ Schon heute fehlten in den hessischen Betrieben 184 000 Mitarbeiter, bis 2030 könnte die Fachkräftelücke um etwa 100 000 Menschen wachsen. Jede siebte von den Unternehmen nachgefragte Stelle bliebe dann unbesetzt.

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Der HIHK, der die zehn hessischen Industrie- und Handelskammern koordiniert, fordert angesichts der Wohnungsnot in vielen Städten ein Bündel von Maßnahmen von der Politik. So sollten Städte etwa über Aufstockungen von Gebäuden verdichtet sowie Planungs- und Genehmigungsverfahren beschleunigt werden. „Im Moment kann es fünf bis fünfzehn Jahre dauern, bis aus Rohbauland baureifes Land mit einer Baugenehmigung für ein Projekt wird“, kritisierte Flammer.

Wohnungen könnten zudem erschwinglicher werden, indem die Grunderwerbssteuer in Hessen von derzeit sechs Prozent auf 3,5 Prozent sinke. Auch sollte die Flut an Auflagen – etwa für Energieeinsparungen, Brandschutz und Barrierefreiheit – auf den Prüfstand gestellt werden. Die Masse an Vorschriften treibe die Kosten in die Höhe. Mietpreisbremse sowie Mietendeckel lehnt die Kammer hingegen ab. Damit würden Investoren abgeschreckt. dpa
       
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