Sonderveröffentlichung
Themenspecial 4 Wände

Heller Keller

Heller Keller

Moderne Keller können fast genauso hell und gemütlich wie die oberen Etagen gestaltet werden. BILD: PhotoSerg - stock.adobe.com

7.05.2020
Heller Keller Image 1
Ob Hauswirtschafts- oder Fitnessraum, Sauna oder Werkstatt: Ein Keller kann vieles bieten. Selbst ein Arbeitszimmer unter der Erde ist möglich. Oft wird der zusätzliche Platz im untersten Stockwerk leider verschenkt. Dabei lässt sich mit einem Kellerausbau so einiges aus den unterirdischen vier Wänden machen. „Die meisten Keller haben eine sehr niedrige Raumhöhe. Wenn man aber die Wände farbig und die Decke weiß streicht, wirkt das Ganze schon ein Stückchen höher“, rät die Innenarchitektin Constanze Schuchmann aus München. Wohnlicher wird der Raum auch, wenn der Boden mit Teppich statt kaltem Beton belegt ist.

Gegen die Dunkelheit rät die Innenarchitektin zu mehreren Lampen, die an der Wand entlang verteilt werden. Ist es bautechnisch möglich, sind bodentiefe Fenster optimal. Dafür braucht man allerdings auch einen Lichtgraben oder eine Böschung vor dem Fenster, falls der Keller nicht teilweise überirdisch liegt. „Ansonsten sind höher liegende Fenster gut, die so viel Tageslicht wie möglich in den Raum lassen.“ Auch Vorhänge machen den Raum freundlicher.
   
Die Möbel im Keller sollten mit genügend Abstand zu den Wänden platziert werden. So kann die Luft besser zirkulieren. Da die Räume meist etwas kleiner sind als im Obergeschoss, muss der Platz wirtschaftlich genutzt werden. Der Platz hinter der Tür kann zum Beispiel für einen kleineren Schrank genutzt werden. Insgesamt sollte man immer eine ganze Fläche nutzen. „Das heißt: nicht an jeder Wand einen Schrank, sondern direkt eine ganze Schrankwand. So verbaut man sich nicht direkt alles“, erklärt Constanze Schuchmann. Die Wände sollten insgesamt mit Putz oder Tapete wohnlich gestaltet werden, um das Kellergefühl zu vermeiden.

Wer mehrere Kellerräume besitzt und nur einige davon bewohnbar machen möchte, solle darauf achten, diese klar voneinander zu trennen. „Es muss geplant werden, welcher Teil beheizt und welcher unbeheizt ist. Dementsprechend muss der beheizte Raum abgedichtet sein“, erklärt der Bauberater Karsten Tanz aus Erfurt. Bei Umbauarbeiten, die großes handwerkliches Geschick erfordern, rät er, immer einen Fachmann hinzuzuziehen. „Gerade bei der Außendämmung, aber auch bei Fenstern und Fußböden können ohne Fachkenntnisse leicht Fehler gemacht werden.“ Eine gute Wärmedämmung ist leider nicht immer Standard, hat der Energie- und Bauberater Karsten Tanz aus Weimar beobachtet. „Moderner Keller heißt nicht gleich gut gedämmter Keller“, erläutert der Experte, der für die Verbraucherzentrale Thüringen arbeitet. Das ist ein Problem, denn ohne gute Dämmung dringt immer Kälte und Feuchtigkeit in den Raum ein. In solch einem Keller sollte man lieber keine Möbel unterbringen. Eine richtige Wärmedämmung an den Außen- oder Innenwänden sowie ein Wärmeschutz im Fußbodenbereich sind unabdingbar. Auch die meisten alten Kellerfenster sind nur schlecht gedämmt und müssen ersetzt werden. Ähnlich steht es mit den Türen. „Als Außentür sollte man normale Hauseingangstüren verwenden. Auch ein separater Vorraum als Windfang ist ratsam“, so Tanz. dpa