Sonderveröffentlichung
Themenspecial Mannheim - Meine Heimat

Heimat im Blick

Mit „Meine Heimat“ haben wir diese Beilage überschrieben. Nach der hervorragenden Resonanz, vielen zustimmenden Leserzuschriften und der Bitte um zusätzliche Exemplare, etwa für Freunde oder längst weggezogene Verwandte, legen wir sie nach 2017 und 2018 heute zum dritten mal vor.

Was ist Heimat? Viele Menschen verbinden den Begriff mit Geborgenheit, mit einem wohligen Gefühl, mit angenehmen Erinnerungen an den Ort, wo sie aufgewachsen sind, sich zu Hause fühlen. Schon in mittel-, alt- und mittelniederdeutschen Sprachquellen findet sich der Begriff, da steht er bereits für „Stammsitz“ oder „Wohnplatz“. Im Mittelalter wird aus „Heimat“ ein Rechtsbegriff, wonach man Haus und Hof in einer Gemeinde besitzt, also dort leben und seinem Handwerk nachgehen kann. Und in der Romantik kommt die emotionale Aufladung, mit der Dichter und Maler die Natur idealisieren und dies den politisch zunehmend unruhigen Zeiten wie auch den neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen entgegensetzen.
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Heute erlebt der Begriff eine Renaissance. „Die radikalen Veränderungsprozesse, die von vielen Menschen als bedrohlich empfundenen Beschleunigungen und Entgrenzungen, die der Begriff Globalisierung zusammenfasst, die Migrationsschübe, die Veränderungen der Arbeitswelt durch die digitale Transformation, die Ängstigungen durch Terrorismus, Gewalt, kriegerische Konflikte, insgesamt das Erleben einer Welt in Unordnung“ – das alles hat Wolfgang Thierse (SPD), von 1998 bis 2005 Präsident des Deutschen Bundestages, als Ursache ausgemacht für „das individuelle und kollektive Bedürfnis nach neuen (und alten) Vergewisserungen und Verankerungen, nach Identität, nach Sicherheit, eben nach Beheimatung“. Für Thierse steht auch fest: „Heimat ist kein Begriff des rechten politischen Randes.“ Eine Allensbach-Umfrage belegt, dass Heimatverbundenheit bei Anhängern fast aller politischen Parteien annähernd gleich stark ausgeprägt ist, viele Befragten vor allem an Kindheit, an Familie, Freunde und „alte Zeiten“ denken.

Mannheimer sind besonders stolz auf ihre Heimat. Dafür gibt es unzählige Gründe – manche finden sich im „Mannheim-Abc“ in dieser Ausgabe, das zugleich die ganze Vielfalt der Stadt zeigt. Das Herz der Quadratestadt schlägt am Wasserturm und am Friedrichsplatz. Aber da die Vororte auch eine wichtige Rolle spielen, es dort ebenso ein starkes Heimatgefühl gibt, haben wir uns zudem mal die Wassertürme in den Stadtteilen angeschaut, die dort wichtige Identifikationsobjekte sind.

Für sportbegeisterte Mannheimer gab es zuletzt ganz viel Grund zur Freude. Der SV Waldhof steigt auf, die Adler sind zum Meistertitel geflogen und auch die Tenniscracks von Grün-Weiß haben den Titel in die Quadratestadt geholt. Das freut alle Lokalpatrioten – aber diese Erfolge haben ihre Grund eben auch in der großen Tradition dieser Vereine, die für so viele Emotionen und Glücksmomente sorgen, und ihrer festen Verwurzelung in der Stadt. Die beleuchten wir in dieser Beilage, aber wir blicken nicht nur zurück. Stolz auf Mannheim kann man ebenso sein, weil die Stadt derzeit wächst, ihr kulturelles Leben blüht, weil viele Innovationen von ihr ausgehen und sie die Energiewende und nachhaltiges Wirtschaften vorantreibt. Auch dafür haben wir viele Beispiele zusammengetragen. Viel Spaß bei der Lektüre.

Peter W. Ragge
Chefreporter
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