Sonderveröffentlichung
Themenspecial Mathaisemarkt Schriesheim

„Handwerker-Stand bewährt“

Bund der Selbstständigen: Interview mit dem BdS-Ortsvorsitzenden und Landesverbands-Vizepräsidenten Rolf Edelmann

Rolf Edelmann organisiert die BdSLeistungsschau. BILD: SCHWETASCH

6.03.2020
Trotz mancher Herausforderungen sieht Rolf Edelmann dem 441. Mathaisemarkt zuversichtlich entgegen. Das sagt der Chef des örtlichen Bundes der Selbstständigen und Vizepräsident des BdS-Landesverbandes im Interview mit „MM“-Redakteur Konstantin Groß.

Herr Edelmann, wie lief es in diesem Jahr mit der Belegung der Leistungsschau?

Rolf Edelmann: Leider sind 120 Quadratmeter im Gewerbezelt nicht belegt. Daraus könnten wir gut fünf Stände machen.

Woran liegt das?

Edelmann: Zum einen daran, dass Messen es im Zeitalter des Internets zunehmend schwer haben. Zum zweiten fehlt vielen Firmen das Personal, acht Tage lang einen Stand zu bestücken. Zumal viele davon voll ausgelastet sind, weil die Auftragsbücher bis Sommer voll sind.

BDS Leistungsschau

Also kein lokales Problem?

Edelmann: Ganz im Gegenteil. Die Schriesheimer Leistungsschau besteht ja noch – im Gegensatz zu den meisten anderen in unserer Region.

Gibt es Neuheiten?

Edelmann: Da würde ich zwei nennen wollen: Wir haben erstmals eine Brauerei dabei, die in Schriesheim ihren Sitz hat. Und mit der Enilux GmbH eine Firma, die LED-Leuchten herstellt und damit das Thema Nachhaltigkeit und Klima aufnimmt.

Es fällt auf, dass diesmal wieder mehr Schriesheimer Firmen mit dabei sind.

Edelmann: Ja, das ist ein Erfolg des Handwerker-Standes. Mancher fühlte sich dadurch ermuntert, diesmal selbst einen eigenen Stand zu betreiben.

Der Stand des Handwerks hat sich also bewährt?

Edelmann: Nicht nur deshalb. Dem einen oder anderen ist es im vergangenen Jahr gelungen, eine Stelle zu besetzen – nicht in großer Zahl, aber jeder Einzelfall ist ja für Betroffene wichtig.

Auch der Weinstand aus der Pfalz ist ja wieder dabei.

Edelmann: Ja, und die Diskussion darüber ist abgeklungen. Es ist ja auch keineswegs so, dass dieser Stand als Paria von den Besuchern gemieden würde. Er hat auch in Schriesheim einen festen Stamm an Kunden.

Aus Sicherheitsgründen gibt es keinen Seiteneingang mehr. Ist das ein Problem?

Edelmann: Für den Betrieb im Zelt nicht – auch wenn ich nicht ganz verstehe, warum das nach 40 Jahren jetzt so sein muss.

Jahren jetzt so sein muss. Mit dem „Mediterranen Abend“ gibt es ja eine echte Innovation im Gewerbezelt.

Edelmann: Ja, und ich bin gespannt, wie er ankommt. Wenn er gut ankommt, kann er fortgeführt werden, dann auch unter einem anderen Motto.

Kommen Sie derzeit überhaupt noch zu Ihrem Beruf?

Edelmann (lacht): Manche Kunden sagen schon: Vergessen Sie uns bitte nicht. Am 1. März hatte ich mit meinem Treppenstudio 40. Betriebsjubiläum. Das zu feiern – dazu kam ich diesmal natürlich nicht.