Sonderveröffentlichung
Themenspecial Karriere Chancen

Handwerk hat Zukunft

FACHKRÄFTEMANGEL: Auszubildende finden in unterschiedlichsten Branchen Jobs mit Perspektive

Das Thema gehört zu den Dauerbrennern in der öffentlichen Diskussion: der Fachkräftemangel im deutschen Handwerk gilt seit Jahren als wirtschaftspolitische Herausforderung. Dass ein immer größerer Anteil von Schulabgängern ein Universitätsstudium einer Ausbildung als Maurer, Bäcker oder Elektriker vorzieht, verschärft das Nachwuchsproblem zusätzlich. Bei fast der Hälfte der baden-württembergischen Handwerksunternehmen blieb einer repräsentativen Umfrage zufolge im vergangenen Jahr die Suche nach neuen Arbeitskräften erfolglos, wie der Baden-Württembergischen Handwerkstag (BWHT) mitteilte. Nur jeder fünfte Betrieb fand unproblematisch neue Mitarbeiter, knapp zwei von fünf mussten zumindest länger suchen. Bei 44 Prozent verlief die Suche dagegen ergebnislos.

Eine Nachfrage bei Detlev Michalke von der Handwerkskammer Mannheim bestätigt den Befund der Studie für die Handwerksbetriebe in der Region. „Überall“ antwortet Michalke auf die Frage, in welchen Branchen der Bedarf besonders groß sei. „Wir spüren immer mehr, dass junge Menschen vermehrt an die Universitäten streben“, betont er. Dabei biete gerade das Handwerk zahlreiche Möglichkeiten, sich kreativ einzubringen, einen zukunftssicheren Job zu erhalten – und rasch selbstständig zu werden. „Viele Familienbetriebe suchen Mitarbeiter, die perspektivisch die Nachfolge übernehmen können“, weist Michalke auf das Entwicklungspotenzial hin.

Dass dem Handwerk auch im 21. Jahrhundert noch der Ruf anhaftet, körperlich anstrengend, schmutzig und inhaltlich wenig anspruchsvoll zu sein, trägt zur geringen Nachfrage durch junge Menschen bei. Dabei hat sich gerade im Handwerk viel getan, und gerade Menschen mit technischem Interesse finden hier hochmoderne Arbeitsplätze mit Potenzial. Dies gilt etwa in den verschiedenen Branchen, die mit Aspekten des Umwelt- und Klimaschutzes wie der Gebäudedämmung, der E-Mobilität und der Solarenergie zu tun haben und Anlagenmechanikern oder Elektrotechnikern Arbeitsplätze mit Zukunft geben.

Als besonderen Reiz eines handwerklichen Berufes stellt Detlev Michalke die Alltagsnähe heraus. „Wer ein Handwerk ausübt, erzielt unmittelbar sichtbare Ergebnisse und schafft so einen emotionalen Bezug zu seiner Tätigkeit – das gilt für ein Haus, an dem man als Maurer gebaut hat, genauso wie für die Prothese, die ein Orthopädietechniker seinem Kunden überreicht.“ dpa/imp

Deutscher Handwerkskammertag (DHKT) e. V
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