Sonderveröffentlichung
Themenspecial Ratgeber Pflege

Große Verantwortung in kleinen Händen

Young Carer: Wenn junge Menschen pflegen

Der Stereotypus des pflegenden Angehörigen ist mittleren Alters, vorwiegend weiblich, meist mit eigener Familie und im Leben stehend. Der „ideale“ pflegende Angehörige hat bereits eine gewisse Lebenserfahrung, ist in Wertvorstellungen und Persönlichkeit gereift und wurde schon mit einigen Widrigkeiten des Lebens konfrontiert. Er hat einen stabilen Freundes- und Bekanntenkreis und weiß, wie er mit Behörden und Geld umzugehen hat. Was passiert aber, wenn der pflegende Angehörige im Jugend- oder gar Kindesalter ist und noch die Schule besucht? Normalerweise steht jungen Menschen das ganze Leben offen, wenn da nicht der Pflegefall zuhause wäre.

Vorsichtigen Schätzungen zufolge gab es 2017 rund 230 000 Jugendliche in Deutschland, die regelmäßig Pflege- und Unterstützungstätigkeiten in ihrer Familie übernahmen – sogenannte „young carers“. Junge Menschen in diesem Alter sind eher zurückhaltend und sprechen nicht über Probleme, die sie belasten. Besonders Pflegemaßnahmen, die direkt am Körper des Elternteils ausgeführt werden müssen, sind schon als Erwachsener oft schwer zu ertragen. Ganz besonders herausfordernd ist es für junge Menschen, die noch auf der Suche nach ihrer eigenen Identität sind. Gerade hier ist es wichtig, dass sie in irgendeiner Form die Möglichkeit haben sich zu öffnen und über ihre Ängste und Belastungen zu reden.

Die Seite www.young-carers.de bietet viel Information und zeigt die Vielschichtigkeit des Themas. Die Initiative des Bundesfamilienministeriums www.pausentaste.de stellt zusätzlich verschiedene Initiativen vor, die für young carers zur Entlastung genutzt werden können. Gehrig/Pflegenetzwerke
  
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