Sonderveröffentlichung
Themenspecial Mathaisemarkt Schriesheim

„Größtmögliche Sicherheit“

Vorbereitung: Polizei, Feuerwehr und Rotes Kreuz sind für alle Eventualitäten gewappnet / Mehr Hindernisse auf Zufahrten zum Festgelände

Besprechung in ernster Sache am Festplatz: Bürgermeister Höfer (2.v.r.) mit Revierleiter Holger Behrendt (3.v.r.), Feuerwehrkommandant Oliver Scherer (r.) und den Mitarbeitern des Ordnungsamtes. BILD: SCHWETASCH

6.03.2020
Corona, Terror, Amok – viele Menschen in der Region fragen sich, welche Auswirkungen die aktuellen Entwicklungen auf ihr schönes Fest, den Mathaisemarkt, haben. Die Botschaft von Holger Behrendt, Chef des für Schriesheim zuständigen Polizeireviers Weinheim, lautet: „Wir gewährleisten eine größtmögliche Sicherheit.“

Schon bei Corona tut die Stadt, was sie kann. Ordnungsamts-Chef Achim Weitz kündigt an, in den öffentlichen Toiletten auf dem Festgelände für Desinfektionsmöglichkeiten zu sorgen. Feuerwehr und Rotes Kreuz richten an einem nicht genannten Ort ein „Desinfektionsbett“ ein. „Dorthin sollen Besucher mit einschlägigen Symptomen verbracht werden“, erläutert Feuerwehrkommandant Oliver Scherer. Die Rettungskräfte seien dafür ausgerüstet und geschult.

Doch Corona ist nicht die einzige Herausforderung für Großveranstaltungen. Die Gefährdungslage sei zwar „abstrakt“, sagt Polizeisprecher Norbert Schätzle. Aber natürlich beziehen die Sicherheitskräfte jüngste Ereignisse in ihre Überlegungen mit ein: den rechtsradikalen Terroranschlag, die Amokfahrt in den Fasnachtszug, beides in Hessen. Nachahmungstäter seien nicht auszuschließen, so Revierleiter Behrendt.

Mathaisemarkt Modenschau

Wie schon bei den zurückliegenden Karnevalsumzügen in der Region, so reagiert die Polizei darauf auch beim Mathaisemarkt, der ja ebenfalls einen Festzug umfasst: „Da kommen mindestens ebenso viele Menschen“, weiß Behrendt. Insofern werden die Absperrungen, die es schon bisher an Mathaisemarkt gibt, verstärkt. Zusätzlich zu den Betonpollern in der Talstraße werden auch an den anderen Zufahrten zum Festgelände „physikalische Sperren“ platziert, etwa Polizeifahrzeuge.

Diese sind nicht so massiv wie in der Talstraße. Zum einen, weil sie nach den jüngsten Ereignissen „auf dem Markt so schnell gar nicht zu bekommen sind“, wie Weitz berichtet. Zum anderen, weil sie angesichts der veränderten Anforderungen auch nicht mehr passgenau sind: „Die Betonpoller in der Talstraße haben wir nach dem Anschlag mit einem Lkw auf den Berliner Breitscheidplatz geordert“, so Weitz: „Nach den jüngsten Erfahrungen ist eher der Schutz vor Pkw notwendig.“

Daneben bleiben bei einem Fest mit 100 000 Besuchern und viel konsumiertem Alkohol die ganz „normalen“ Herausforderungen: Alkoholmissbrauch Jugendlicher, daraus resultierende Aggressivität oder gar Gewalt. „Das Rucksacktrinken ist zwar zurückgegangen“, weiß Schätzle: „Aber vom Tisch ist das Problem keineswegs“, betont er unter Hinweis auf eine 13-Jährige, die bei der jüngsten Fasnacht mit 1,2 Promille aufgegriffen wurde.

„Auch in diesem Punkt lassen wir nicht nach“, versichert Behrendt. Die Präventionsmaßnahmen durch die Jugendsachbearbeiter laufen daher weiter.

Die Stadt unterstützt die Vorgehensweise. So sperrt sie den Spielplatz direkt am Festplatz mit Gittern ab. „Er hat sich in den letzten Jahren zu einem kleinen Brennpunkt entwickelt“, so der Revierleiter. Aber es gibt auch Positives: Drogen sind beim Mathaisemarkt kein Problem. -tin