Sonderveröffentlichung
Themenspecial 150 Jahre Galopprennsport in Mannheim

Galopper als reines Hobby

Karl-Heinz Neureuther – vom Jockey zum Besitzertrainer


Karl-Heinz Neureuther besitzt mit „Shark Attack“ einen Galopper, der zu vielen Hoffnungen Anlass gibt. „Ich habe ihn vor einem Jahr gekauft. Er ist bisher sechsmal gelaufen, war zweimal Zweiter, einmal Dritter und hat Mitte September in Leipzig sogar gewonnen“, schwärmt der 42-jährige Seckenheimer von seinem fünfjährigen Hengst.

„Ich habe als Sechsjähriger mit dem Reiten begonnen und hatte auf dem Rennpony in ganz Deutschland viel Erfolg“, erinnert er sich noch gerne an seine 70 Siege auf Kleinpferden. Familiär geprägt („meine Mutter war 30 Jahre im Vorstand des Badischen Rennvereins“) zog es ihn dann mit zwölf Jahren in höhere Sphären. „Ich war in jeden Ferien in Iffezheim, habe bei der Morgenarbeit geholfen und bin auch große Rennpferde geritten“, erzählt er von seiner Zeit auf der Rennbahn bei Baden-Baden. Klar liebäugelte er damals damit, Profi zu werden. „Das Talent war sicherlich da, aber ich war zu schwer.“ Er wollte sich nicht Woche für Woche beim Gewichtmachen quälen. Doch einer Karriere als Amateur stand nichts im Weg, mit 15 Jahren, also nach 30 Rennen, hatte er seine Lizenz in der Tasche.

Doch dann verlor Neureuther das Interesse am Reitsport. „Ich habe parallel immer auch Fußball gespielt und stieg nun voll ein.“ Er brachte es immerhin bis zur Oberliga, gehörte damals zur Mannschaft des VfL Neckarau. 2007 erwachte seine Liebe zum Turf neu, er stieg für fünf Jahre wieder selbst in den Sattel und machte 2011 die Besitzertrainerlizenz, um fortan seine eigenen Galopper auszubilden. Die ersten waren „Shaking Rock“ und „Bobby Duzzler“. „Ich habe immer nur ein Pferd. Mehr ist nicht drin“, verdient er seine Brötchen im Vertrieb von Mercedes Benz. „Die Galopper sind reines Hobby.“

Allerdings ein zeitraubendes. Jeden Morgen um 5 Uhr stehen Pflege, Stallarbeit und Training auf dem Plan, abends nochmals eine Stunde, an den Wochenenden sind die Rennen. „Ich habe seit 15 Jahren eine Lebenspartnerin, die selbst eine große Bindung zu Pferden hat und mich voll und ganz unterstützt.“ sd
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