Sonderveröffentlichung
Themenspecial Immojournal April 2020

Mannheimer Immobilienagentur Fröhlich: „Wir packen das!“

Interview: Arbeitsalltag in Zeiten von Corona / Mögliche Entwicklung des Investmentmarkts nach der Krise


22.04.2020
Auch die Immobilienbranche muss sich den Umständen der Corona-Krise anpassen. Jörg Fröhlich von Fröhlich Immobilien schildert im Interview die aktuelle Lage aus Sicht eines erfahrenen Immobilienmaklers und macht deutlich, wie wichtig es ist, jetzt nicht den Kopf in den Sand zu stecken.

Herr Fröhlich, vor welche Herausforderungen stellt die Corona-Krise die Immobilienbranche?

Jörg Fröhlich: Tatsächlich wurde die Immobilienbranche noch nie vor die Herausforderung einer solchen Krise gestellt. Das kann und wird immense wirtschaftliche Konsequenzen haben. Spürbar ist bereits, dass viele Gewerbemieter ihre Miete nicht mehr zahlen können. Vermutlich wird es vermehrten Leerstand von Gewerbeimmobilien oder vielleicht auch von Hotels geben. Unser normaler Immobilien-Alltag findet nicht mehr statt. Aufgrund der Kontaktsperre können wir fast keine Besichtigungen mehr durchführen und die Nachfrage im Wohnimmobilienbereich ist gesunken. Dazu kommt, dass die Nachfrage im Gewerbeimmobilienbereich zum Erliegen kam.

Fröhlich Immobilien

Wie arbeiten Sie als Makler während der aktuellen Pandemie?

Fröhlich:
Wir sind auf alle Fälle weiterhin für unsere Kunden da. Mein Team arbeitet im Home Office, somit können alle Anfragen weiterhin beantwortet werden. Nach über 26 Jahren am Markt sind wir mit unserer IT und Homepage sehr gut aufgestellt und meine Maklersoftware arbeitet interaktiv. Des Weiteren können Bewertungsanfragen und Ratgeber jederzeit über unsere Homepage angefragt werden.

Immobilien Sparkasse Rhein Neckar Nord

Auch Besichtigungstermine können unter den gegebenen Sicherheitsvorkehrungen stattfinden, allerdings nur in leerstehenden Objekten. Die Gesundheit geht schließlich vor und Vorsicht ist besser als Nachsicht. Ansonsten arbeite ich jeden Tag im Büro und nehme vereinzelt Verkaufs- beziehungsweise Einkaufstermine wahr. Karin Pfaff, Immobilienmaklerin in unserem Team, nimmt unter den gegebenen Umständen Vermietungstermine wahr. Ich finde es nämlich nicht zielführend, die möglichen Fördergelder und das Kurzarbeitergeld zu beantragen und dann den Kopf in den Sand zu stecken. Ich verlasse mich nicht darauf, dass es von „alleine“ weiter geht. Es wird noch ein Leben nach Corona geben und darauf möchte ich vorbereitet sein. Gerade darum gilt es jetzt die Weichen zu stellen. Wir packen das!

Diringer & Scheidel Wohn- und Gewerbebau GmbH

Es sind ungewöhnliche Zeiten. Wie blicken Sie in die Zukunft und welche positiven Aspekte können Sie aus der aktuellen Situation ziehen?

Fröhlich: Da ich ein langjähriges Mitglied des Immobilienverband Deutschland (IDV) bin, eine Regionaldirektion des Bundesverband für die Immobilienwirtschaft (BVFI) habe und auch viele Webinare belege, bin ich immer auf dem neuesten Immobilien-Stand. Der Maklerverband IVD und ich, sowie auch einige meiner langjährigen Kollegen in Nord- und Süddeutschland, sind der einhelligen Meinung, dass sowohl Miet- als auch Kaufpreise auf dem Wohnungsmarkt 2020 das hohe Niveau von 2019 halten können, zumindest in den Ballungszentren. Der Bürovermietungsmarkt wird wegen der Corona-Krise frühestens in der zweiten Jahreshälfte wieder in Schwung kommen, so die Meinung der Immobilienresearcher der DZ Bank. Meiner Einschätzung nach ist und bleibt die Nachfrage hoch. Laut IDV-Präsident Jürgen Michael Schick könnten die Verzögerungen durch die Abwartehaltung im Verlauf des Jahres wieder aufgefangen werden. Der Wohninvestmentmarkt könnte sogar zum Krisengewinner werden. Viele Anleger schwenken vermutlich vom teilweise schwer belasteten Gewerbeinvestmentmarkt auf das Wohnen um. Darüber hinaus wird in der Immobilienbranche gerade viel diskutiert, ob der Home-Office-Trend auch nach der Krise anhalten und einen Strukturwandel auf dem Büromarkt auslösen wird. red/soz
    
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