Sonderveröffentlichung
Themenspecial 150 Jahre Galopprennsport in Mannheim

Ein Mann für alle Sättel

Michael Himmelsbach fand über das Springreiten und die Vielseitigkeit zum Turf


Der Rennsport entspricht am ehesten der Natur eines Pferdes“, ist Michael Himmelsbach überzeugt. Der 76-Jährige weiß, wovon er redet, denn er kennt jede Facette des Reitsports. Aufgewachsen in einer Pferdesportfamilie saß er bereits mit sechs Jahren regelmäßig im Sattel, fühlte sich im Parcours besonders wohl und absolvierte mit 14 Jahren seine ersten S-Springen. Nach einer berufsbedingten Pause wechselte er in die damals noch Military genannte Vielseitigkeit. „Meine Mutter hatte ein gutes Dressurpferd, das sich auch im Gelände und bei Sprüngen sehr wohl fühlte“, brachte er es in dieser Disziplin zur deutschen Spitze. Der ganz große Wurf Olympia blieb ihm zwar wegen einer Verletzung 1970 versagt, doch der Liebe zum Reiten tat das keinen Abbruch. Bereits als Reitlehrer, Parcoursbauer und Turnier-Richter lizenziert, fand er über den Umweg Vielseitigkeit dann zum Turf. „Ich fragte beim Badischen Rennverein nach, ob wir auf der Waldrennbahn eine Landesmeisterschaft austragen könnten.“ Das Unternehmen scheiterte aus organisatorischen Gründen, doch Himmelsbach fand sich erst im Beirat und dann im Vorstand des BRV wieder, von 1995 bis 2005 an dessen Spitze.

Michael P. Himmelsbach mit seiner Familie. BILD: EMMA PREIKSCHAT
Michael P. Himmelsbach mit seiner Familie. BILD: EMMA PREIKSCHAT
Gemäß seinem Motto „wenn ich etwas mache, dann mit großer Ernsthaftigkeit“, hatte er inzwischen die Prüfung zum Besitzertrainer abgelegt, initiierte die Araber- sowie Ausgleich-II-Rennen und setzte sich mit aller Kraft für den Hindernissport ein. Folgerichtig hat er seit 1998 immer auch ein eigenes Pferd am Start. „,Himmelsstürmer’ habe ich im Training noch selbst geritten“, ist ihm sein Erstling in bester Erinnerung. Oder „Double Fun“, der ihm als Badenia-Sieger großes Vergnügen bereitete. Nach welchen Kriterien er seine Galopper aussucht, kann der Altstadtrat gar nicht so genau sagen: „Das ist reine Gefühlssache.“sd


Starke Seiten

Buchtipp: „Badenia – Die Großartige“

Die 150-jährige Geschichte des Galopprennsports in Mannheim lässt die Faszination des Menschen für schnelle Pferde aufblitzen, steht aber auch für gesellschaftliche wie politische Umbrüche. „Badenia – Die Großartige: 150 Jahre Galopprennsport in Mannheim“ von Waltraud Kirsch-Mayer bettet das Jubiläum des Badischen Rennvereins Mannheim-Seckenheim in die Geschichte ein. Ein historischer Hufschlag spannt den Bogen vom ereignisreichen Gründungsjahr 1868 bis zur Pferdesportstadt mit Visionen. Auf 104 Seiten reflektiert das Buch den Glanz jenes Jagdrennens, das einst als höchstdotiertes Hindernis-Rennen auf dem europäischen Kontinent Strahlkraft entwickelte und bis heute als Hochkaräter im Veranstaltungskalender funkelt. Im Handel ist „Badenia – Die Großartige“ (Verlag: Schmid, Otreba Seitz Medien Seckenheim) für 19,90 Euro erhältlich. red
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