Sonderveröffentlichung
Themenspecial Mathaisemarkt Schriesheim

„Ein immer gerne gesehener Gast“

Porträt: Als Ministerpräsident, in dessen Amtszeit der Branich-Tunnel begonnen wurde, ist Günther Oettinger in Schriesheim wohl gelitten

Blitzlichter von Oettinger-Besuchen in Schriesheim: links im Januar 2006 zur Verabschiedung von Bürgermeister Peter Riehl, in der Mitte im März 2006 mit Käthe Hauser, der langjährigen Wirtin am Festplatz, rechts im November 2009 im Zehntkeller als frischgebackener Ehrenpate des Madonnenbergs mit Weinkönigin Katharina Rufer (2. v. l.). BILD: SCHWETASCH

6.03.2020
Dass Günther Oettinger Festredner der traditionellen Mittelstandskundgebung des Bundes der Selbstständigen (BdS) auf dem Mathaisemarkt am 9. März ist, stößt in Schriesheim auf große Zustimmung.

„Ich freue mich sehr, dass ich ihn wieder einmal treffe“, bekennt Bürgermeister Hansjörg Höfer: „In unserer Stadt ist er ein immer gerne gesehener Gast“, sagt der Grünen-Politiker unter Hinweis auf Oettingers Verdienste um den Bau des Branich-Tunnels und seine Ehrenpatenschaft über den Madonnenberg. Dass der bisherige EU-Kommissar nicht mehr im Dienst ist, sieht Höfer als Vorteil: „Ich hoffe, dass er diesmal etwas mehr Zeit mitbringt, damit wir gemeinsam gemütlich ein Glas Wein trinken können.“

„Ich bin froh, dass es klappt“, meint auch Schriesheims BdS-Chef Rolf Edelmann, als Vizepräsident des Landesverbandes an diesem Erfolg beteiligt.

Die Bergstraße ist dem Schwaben seit langem bekannt. Im Februar 2004 trifft er sich, noch CDU-Fraktionschef, im Schriesheimer Ratssaal mit Bürgermeistern der Region und trägt sich ins Goldene Buch ein.

Wie eng die Kontakte gediehen sind, zeigt sich, als Oettinger, mittlerweile Ministerpräsident, 2006 zur Verabschiedung von Peter Riehl in die Mehrzweckhalle kommt. „Ein großer, runder Lotse geht von Bord“, scherzt er damals. Ganz Profi, will er auch gleich den Nachfolger kennenlernen: „Wo ist denn der Herr Höfer?“, fragt er.

„Sie haben einen guten Start hingelegt“, lobt Oettinger den Grünen, als er einen Monat später zum Mathaisemarkt kommt. Bereits damals schwimmt er hier auf einer Sympathiewelle, hat er doch kurz zuvor den Bau des Tunnels innerhalb der nächsten acht Jahre zugesagt.

Als er im November 2007 ein Sonderprogramm „Straßenbau“ ankündigt, gilt dies für das Mammut-Projekt Tunnel als Durchbruch, der kurz danach definitiv ist. „Heute ist Dein Geburtstag“, scherzt Oettinger in der Fraktionssitzung vom 9. Januar 2008 an den Landtagsabgeordneten Georg Wacker gewandt: „Und deshalb sage ich Dir hier und heute: Du bekommst Deinen Tunnel.“

13 Tage danach folgt die offizielle Mitteilung: Der Branich-Tunnel ist Teil des Sonderprogramms. Am 17. November 2008 erfolgt der Spatenstich zu den Vorarbeiten durch Innenminister Heribert Rech (CDU).

Den Startschuss für die Tunnelröhre will Oettinger eigentlich selbst vornehmen. Doch dazu kommt es nicht mehr: Denn am 24. Oktober 2009 wird bekannt, dass er sein Amt als Ministerpräsident aufgibt und in Brüssel Energie-Kommissar der EU wird. Dennoch hält er Wort, kommt kurz danach zur Ehrung, die ihn fortan weiter mit Schriesheim verbindet: Am 7. November 2009 wird er Ehrenpate des Madonnenbergs.

Als 2013 die Biografie von Peter Riehl vorgestellt wird, kann Oettinger nicht dabei sein; doch er schickt eine Videobotschaft. Den versäumten Besuch holt er bald darauf im April 2014 nach. Insofern freut sich auch der Altbürgermeister „riesig“, dass Oettinger nun wiederkommt. Denn angesichts des Laufs der Zeiten wird es wohl sein „Abschiedsbesuch“ in Schriesheim, wie Rolf Edelmann glaubt.

Doch wer weiß: Oettingers Vor-Vorgänger Lothar Späth kommt 2005 dem in Pension gehenden Bürgermeister Riehl zuliebe – 15 Jahre nach seinem Ausscheiden aus dem Ministerpräsidenten-Amt. - tin

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Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, liebe Besucherinnen und Besucher des Schriesheimer Mathaisemarktes,

mittelständische Unternehmen sind der Erfolgsfaktor der deutschen Wirtschaft: Über 99 Prozent aller Unternehmen in Deutschland zählen zum Mittelstand. Sie stellen fast 60 Prozent aller Arbeitsplätze und rund 82 Prozent der betrieblichen Ausbildungsplätze.

Auch in Zukunft werde ich mich mit ganzer Kraft dafür einsetzen, angesichts künftiger Herausforderungen wie Digitalisierung und Fachkräftemangel für den Mittelstand beste Bedingungen in unserem Land zu schaffen und ihn zu stärken.

Ihnen allen wünsche ich vergnügliche und unterhaltsame Festtage auf dem Mathaisemarkt. Ich freue mich auf die Begegnung mit Ihnen!

Herzliche Grüße

Karl A. Lamers
Sanitär Stephan Klebert