Sonderveröffentlichung
Themenspecial Mannheim im Weihnachtszauber

Ein „hammerfettbombekrasses“ Jahr

Speerwerfer Andreas Hofmann freut sich auf das Weihnachtsfest mit der Familie


Seine Erfolge im Jahr 2018 in die chronologische Reihenfolge zu bringen, das fällt Andreas Hofmann leicht. Schon beim Diamond-League-Meeting in Doha Anfang Mai war dem Speerwerfer der MTG Mannheim der erste von insgesamt vier Würfen über 90 Meter in dieser Saison gelungen. Vier Wochen später steigerte er in Offenburg seine persönliche Bestleistung auf 92,06 Meter – die achtbeste jemals erzielte Weite. Weltweit. Es folgten der Titel bei den deutschen Meisterschaften und die Silbermedaille bei der EM in Berlin. Ende August gewann der Kirrlacher dann das Diamond-League-Finale in Zürich. Und zum guten Schluss durfte er sich in der vergangenen Woche auch noch einen kleinen goldenen Mann abholen: den SportAward Rhein-Neckar für den erfolgreichsten Sportler in der Metropolregion Rhein-Neckar und Hoffnungsträger des Team Tokio.

Aber eine emotionale Rangliste zu erstellen? Da muss Andreas Hofmann erstmal überlegen. „Boah, das ist schwer“, sagt er und entscheidet sich schließlich: „Doch: Berlin war das Größte. Die Stimmung dort war fantastisch, das hat mich getragen.“ Auch wenn ihm Olympiasieger Thomas Röhler – anders als bei den deutschen Meisterschaften – die Goldmedaille noch wegschnappte. Der Sieg in der Diamond-League weist ihn als konstantesten Speerwerfer der Saison aus, auch das ist dem 26-Jährigen wichtig: „Da sieht man, zu was man fähig ist, wenn man gesund und verletzungsfrei bleibt.“ Doch auch die Auszeichnung als Top-Sportler der Metropolregion Rhein-Neckar bedeutet dem Kind der Region und Sohn eines Heidelbergers viel, sagt er: „Hier wird uns Athleten eine tolle Bühne geboten. Ich finde auch die Trophäe toll, sie zeigt Anerkennung und Wertschätzung. Übrigens nicht nur für mich, sondern auch für meinen Trainer Lutz Klemm, mit dem ich schon zwölf Jahre zusammenarbeite und der immer an mich geglaubt hat.“ Der erneuten Steigerung seiner persönlichen Bestleistung misst er dagegen nicht so viel Bedeutung bei, denn: „Ich sage immer, Rekorde sind zum Brechen da.“

Klare Ansage an die Konkurrenz

Das ist eine klare Ansage für die Zukunft, aber auch an die Konkurrenz – immerhin hat der Sportstudent an der Uni Heidelberg, der 2019 seine Bachelorarbeit schreiben will, zwei seiner größten Widersacher im eigenen Nationalteam: den Olympiasieger von Rio, Thomas Röhler aus Jena, und den Weltmeister von 2017, Johannes Vetter aus Offenburg. „Mich pusht das“, betont Andreas Hofmann die Vorteile dieser Konkurrenzsituation, mit der ein Athlet erst einmal klarkommen muss: „Da bekommt auch eine deutsche Meisterschaft internationalen Rang, und wenn du gewinnen willst, musst du über 90 Meter werfen.“

Daher ist für Hofmann nach der Saison immer auch vor der Saison. Er hat nach dem Finale in Zürich ein bisschen Urlaub gemacht: im September im Club der Besten in Spanien, zu dem die Deutsche Sporthilfe jährlich die erfolgreichsten Athletinnen und Athleten einlädt, und später mit Freundin Julia im Berchtesgadener Land. Er hat für die SportAward-Rhein-Neckar-Zeremonie den Sportdress mit dem Smoking getauscht und den Abend in vollen Zügen genossen. Matthias Steiner, 2008 in Peking Olympiasieger im Gewichtheben, sprach in seiner Laudatio von „spannenden Jahren“, die da auf den Speerwerfer zukommen würden: „Ich freue mich, dich dabei zu beobachten.“ Und auch wenn Andreas Hofmann eigentlich ein sehr eloquenter Mensch ist – als Moderatorin Ulrike von der Groeben von RTL nach seiner ganz persönlichen Bilanz dieses Jahres fragte, genügte ihm ein einziges Wort: „Hammerfettbombekrass.“ Die eigenwillige Jubelkreation ist längst zu Hofmanns Markenzeichen geworden. Seit 2014 feiert er Erfolge so, in Anlehnung an eine Zeile aus einem Lied von Sido und Helge Schneider. „Das ist meinem besten Kumpel eingefallen, daher ist der Ruf auch immer ein Gruß an ihn“, verrät Hofmann. Zumal man sich nicht mehr so häufig wie früher sehe, denn der Kirrlacher ist schon wieder unterwegs – im Trainingslager in Südafrika, wo er sich auf die nächste Saison vorbereitet.

Weihnachten verbringt Andreas Hofmann aber zuhause: „Ganz traditionell mit der Familie: Heiligabend mit meinen Eltern und meiner Schwester, und den zweiten Weihnachtsfeiertag mit der Verwandtschaft. Ich bin ein absoluter Familienmensch und freue mich immer, wenn ich alle sehe.“ Maßhalten müsse er zum Glück nicht, sagt der 1,95 Meter große und 108 Kilo schwere Modellathlet: „Ich darf immer essen, bis ich satt bin.“

Was es an Weihnachten gibt, weiß er nicht, aber er ahnt: „Meine Mutter ist eine hervorragende Köchin. Das sieht man ja an mir, sonst wäre ich nicht so groß und stark geworden. Sie wird vermutlich wieder einen Tag lang in der Küche stehen.“ Doch Frau Hofmann ist nicht die einzige, die den Speerwerfer regelmäßig bekocht. Roland Lehn, Chef des Kirrlacher Restaurants „Rusticana 2000“, hält seit diesem Jahr jederzeit, auf Lebenszeit, ein Rumpsteak für den erfolgreichsten Sportler im Ort bereit. Die „tolle Geste“ des Wirts hat Andreas Hofmann tief beeindruckt und fühlt sich für den Genießer an – wie Weihnachten. Ute Maag

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