Sonderveröffentlichung
Themenspecial 25 Jahre Carl-Benz-Stadion

DFB-Elf immer gerne gesehen

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft spielte drei Mal im Carl-Benz-Stadion

Genau 67 Jahre musste Mannheim darauf warten, ehe es nach 1929 wieder ein Länderspiel einer deutschen Fußball-Nationalmannschaft erleben durfte. Zwar hieß der Gegner am 4. Juni 1996 „nur“ Liechtenstein, doch den Fußball-Fans in der Region war das egal. Zwei Tage vor dem Spieltermin meldeten die Kartenvorverkaufsstellen „ausverkauft“. „Das tut Mannheim gut“, hatte Adolf Drüppel, seinerzeit Vorstandsvorsitzender der Eichbaum-Brauerei, dem „Mannheimer Morgen“ gesagt.

Bei notierten 18 großen Torchancen sprang am Ende ein 9:1-Sieg heraus. Aus Mannheimer Sicht war insbesondere der Treffer von Jürgen Kohler zum zwischenzeitlichen 6:0 eine Sonderportion Applaus wert. Es war sein erstes von insgesamt nur zwei Länderspiel-Toren – und das in der Stadt, in der seine Profikarriere begann. Kuriosum am Rande: Da Bundestrainer Berti Vogts seinen kompletten 22-Mann-Kader für das Spiel nominierte, mussten aus dem Luisenpark eigens weiße Schmuckbänke angeliefert werden, um die Ersatzbänke zu erweitern.

Der SV Waldhof als Hausherr erhielt vom DFB eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 80 000 Mark, von denen allerdings nicht viel hängenblieb, wie der damalige SVW-Schatzmeister Manfred Göth erklärte. Werbebanden mussten abgehängt, Räumlichkeiten nach DFB-Vorstellungen gestaltet und etliche. Meter Stromkabel für die Medien verlegt werden. Dennoch zeigte sich Göth damals positiv gestimmt über das Gastspiel des deutschen Teams: „Jetzt erfährt ganz Fußball-Europa, was wir in Mannheim für ein schönes Stadion haben.“

Fast auf den Tag genau zwei Jahre später kehrte die Nationalmannschaft nach Mannheim zurück. Der Gegner dieses Mal hieß Luxemburg und gehörte erneut nicht zu den fußballerischen Schwergewichten. Dennoch war auch dieses Länderspiel der letzte Auftritt des deutschen Teams vor einem großen Turnier. Mit 7:0 wurde der kleine Benelux-Nachbar abgefertigt.

Hans-Jürgen Pohl, heute Vorsitzender des Clubs der Ehrenmitglieder und Goldnadelträger im SV Waldhof, erlebte beide Partien von der Tribüne aus mit und hat noch heute lebhafte Erinnerungen: „Die Ehrenrunden am Ende beider Partien habe ich in bester Erinnerung. So wurde die Nationalmannschaft mit Freude, Hoffnung, aber auch Erfolgsdruck in beide Turniere verabschiedet.“

Ein dritter Auftritt der A-Nationalmannschaft hielt dann als inoffizieller Test nicht Einzug in die Fußball-Geschichtsbücher. Am 16. Mai 2006 spielte die Mannschaft des damaligen Bundestrainers Jürgen Klinsmann über lediglich zweimal 30 Minuten gegen den Verbandsligisten FSV Luckenwalde, das Spiel endete 7:0. Andi Nowey

Karl-Heinz Bührer · Generalvertretung
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