Sonderveröffentlichung
Themenspecial Gesund leben!

Das Kreuz mit dem Rücken

Beschwerden: Vom kniffligen Kampf gegen die Schmerzen

Es zieht und zwickt im Rücken, und das ständig und bei sehr vielen Menschen. Rückenschmerzen sind eine Volkskrankheit. Doch die Ursachen sind vielfältig – und deshalb auch für Profis nicht immer leicht zu erkennen.

Es ist ganz klar so, dass die Beschwerden zunehmen. Ein Grund dafür ist sicher, dass die Gesellschaft insgesamt älter wird. Aber es gibt auch Ursachen für die Rückenschmerzen, die mit dem Alter nichts zu tun haben – Übergewicht, Bewegungsmangel oder psychische Belastung, am Arbeitsplatz zum Beispiel. Es gibt Untersuchungen, wonach selbst bei den ganz Jungen unter 25 rund drei Viertel schon einmal in ihrem Leben Rückenschmerzen hatten. Und gerade da stehen dann solche Ursachen ganz klar im Vordergrund.

Kieser Training Mannheim-Zentrum HARO Therapie GmbH

Bei 80 bis 85 Prozent der Patienten mit Rückenschmerzen gibt es kein direktes Korrelat. Es gibt also nichts, was man auf einem Röntgenbild sehen könnte, einen Bandscheibenvorfall zum Beispiel. Stattdessen haben die Patienten das, was wir unspezifische Rückenschmerzen nennen, mit anderen Ursachen oder Auslösern. Und die muss man natürlich erst einmal finden. In einem ausführlichen Gespräch lässt sich das herausfinden – man muss sich aber die Zeit dafür nehmen. Eine der möglichen Frage wäre, wie sich der Schmerz in Ruhephasen, zum Beispiel in einem Urlaub verhält. Oft ist er da weg – und das ist dann ein deutlicher Hinweis darauf, was die Ursachen sein können. Echte chronische Rückenschmerzen sind nach wie vor eher selten.

Die klassische Krankengymnastik ist ein wesentlicher Bestandteil der ersten Therapieschritte. Weitere Formen sind Muskelaufbau-Training, Wärme- oder Kältetherapie und so weiter, gefolgt von ergänzenden Maßnahmen wie Akupunktur. Damit lässt sich der Schmerz durchaus bekämpfen, auch langfristig. Im Idealfall kommt noch eine Ernährungsumstellung mit Reduktion eines möglichen Übergewichts hinzu, oder der Patient hört zum Beispiel mit dem Rauchen auf. Denn auch das kann ein Auslöser sein.

Aber: Nicht jeder Patient, der bei der Arbeit zum Beispiel psychisch überlastet ist, braucht eine Psychotherapie. Oft hilft es schon, wenn die Betroffenen im Rahmen einer Schmerztherapie lernen, ihren Stresslevel zu senken oder mit Stress besser umzugehen – und nicht nur zur Tablette zu greifen, wenn der Rücken schmerzt. Im Akutfall ist es richtig, Schmerzmittel zu nehmen, und oft müssen Betroffene auch nicht sofort zum Arzt. Denn es kann eben gut sein, dass der Schmerz ohne Probleme oder Folgen vorbeigeht. Wenn sich der Schmerz verselbstständigt oder nicht auf Therapien anspricht, wenn er also länger bleibt – Wochen – sollten Patienten den Arzt aufsuchen. dpa/imp
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