Sonderveröffentlichung
Themenspecial Starter 06/2020

Das eigene Online-Profil schärfen

Jobsuche: Karriereplattformen spielen für Bewerber eine wachsende Rolle

Die Jobsuche spielt sich heute zu großen Teilen digital ab. Ein gelungener Auftritt etwa auf Online-Karriereplattformen kann dabei hilfreich sein. BILD: DJD/ADECCOGROUP.DE/UNSPLASH

9.06.2020
Das eigene Online-Profil schärfen Image 1
Einfach mal den eigenen Namen googeln – das kann so manche lustige, lange vergessene und bisweilen auch etwas peinliche Erinnerung wachrufen. Wer aktuell auf Jobsuche ist, sollte bedenken: Auch potenzielle Arbeitgeber können mit einer einfachen Onlinesuche auf diese Einträge aufmerksam werden. Das eigene Internetprofil aufzuräumen und zu schärfen, ist für Bewerber heute daher unverzichtbar.

FÜR HEADHUNTER UND ARBEITGEBER SICHTBAR WERDEN

Der Auftritt auf Plattformen wie LinkedIn oder Xing spielt eine immer wichtigere Rolle. Denn auch viele Unternehmen setzen in der Personalsuche auf Headhunter. Damit sie potenzielle Arbeitnehmer auf Jobsuche finden können, hilft es, mit einem aktuellen und prägnanten Profil präsent zu sein. „Die Arbeitswelt hat sich gewandelt, Arbeitnehmer wechseln häufiger den Job als früher und eine Plattform wie LinkedIn bietet die Möglichkeit, sich mit potenziellen Arbeitgebern zu vernetzen“, sagt Danica Ravaioli, Personalchefin. Ein weiterer Vorteil: „Googelt das Unternehmen nach einem Bewerber, macht ein professionelles LinkedIn-Profil in der Trefferliste einen guten Eindruck“, betont Ravaioli.

Zu einer besseren Sichtbarkeit tragen die Schlagworte bei, die jeder selbst in den Kategorien „ich biete“ und „ich suche“ auswählen kann. Neben einer aussagekräftigen Berufsbezeichnung kann es dabei hilfreich sein, einen Slogan in die eigene Headline einzubauen, der Fähigkeiten oder persönliche Stärken auf den Punkt bringt. Ebenso wichtig – nicht anders als in einer klassischen Bewerbungsmappe – ist ein hochwertiges Foto. Tipps dafür: auf einen ruhigen Hintergrund, eine hochaufgelöste Bildqualität und einen guten Bildausschnitt achten.

DAS EIGENE NETZWERK SCHRITT FÜR SCHRITT ERWEITERN

Müssen alle Stationen der bisherigen Karriere aufgelistet werden? Nein – stattdessen reicht es, sich auf Positionen zu konzentrieren, die zum Wunschberuf passen. Dass man das Studium mit einem Job an der Tankstelle finanziert hat, ist meist nicht von Interesse. Erwähnenswert sind hingegen ehrenamtliche Projekte, relevante Fortbildungen, Sprachkurse und Ähnliches. Grundsätzlich gilt auf den Karriereplattformen: Über je mehr Kontakte man verfügt, desto höher ist die Reichweite. Mit ehemaligen Studienkollegen, Arbeitskollegen oder Bekannten aus der Branche lässt sich zielgerichtet das eigene Netzwerk erweitern. Eine weitere Möglichkeit dazu sind Gruppen, in denen man sich mit Beiträgen und Kommentaren beteiligen kann. Denn aktive Profile werden von Recruitern besser gefunden, und auch interessante Karrieremöglichkeiten oder neue Tätigkeiten werden häufig nur in geschlossenen Gruppen gepostet. djd

Weiterbildung im Home-Office

Web-Seminare: Wie Online-Lernen gelingt und auf was geachtet werden sollte

Lernen am Bildschirm, zu Hause oder im Büro – wer sich für ein Online-Seminar entscheidet, spart Zeit und Kosten für Anreise und Hotel. Ein Rechner oder ein Laptop auf aktuellem, gewöhnlichem Leistungsstand, Kopfhörer mit Mikrofon, das reicht. Eine Kamerafunktion ist wünschenswert, damit sich alle Teilnehmenden sehen können. Worauf ist bei der Weiterbildung im virtuellen Klassenzimmer zu achten? „Der Trainer muss jederzeit präsent sein und für Fragen bereitstehen. Das gewährleistet nur ein Live-Online-Seminar“, erläutert Jens Kullin, Vorsitzender des Berufsverbands für Online-Bildung und seit 2004 Online-Trainer. Entscheidend für die Qualität ist auch die Software. Kullin: „Sie muss leicht zu bedienen sein – für Lernende und Trainer. Bei einem Check-in-Termin einige Tage vor der Schulung sollten sich die Teilnehmenden mit dem virtuellen Klassenzimmer vertraut machen können und die Technik checken.“

TECHNIK DARF KEINE HÜRDE SEIN

Viele Interessierte fürchten Probleme mit ihrem Computer oder einen geringeren Lerneffekt beim Online-Seminar. Sie setzen deshalb auf das analoge Lernen. „Dabei bietet der digitale Wissenserwerb auch neue Chancen“, betont Andreas Düpmann, seit 2011 Trainer für effizientes Korrekturlesen: „Das Erlernte lässt sich zwischen den Online-Einheiten ausgiebig üben. Fragen, die sich dabei ergeben, lassen sich in der nächsten Lerneinheit mit dem Trainer klären.“

Online-Profi Jens Kullin ergänzt: „Anders als bei Lernprogrammen und E-Learnings werden Teilnehmende im Live-Online-Seminar von einem Dozenten begleitet. Sie lernen im eigenen Tempo am vertrauten Rechner und profitieren von der Gruppe im virtuellen Klassenzimmer.“ Auch die Lernenden selbst können dazu beitragen, dass die Online-Weiterbildung gelingt, indem sie sich rechtzeitig um die technische Ausstattung kümmern und den Check-in-Termin wahrnehmen. Die beiden Trainer raten, eine Online-Veranstaltung genauso ernst zu nehmen wie eine Schulung vor Ort. Keine E-Mail-Benachrichtigungen, keine Anrufe, keine Störungen, stattdessen volle Konzentration auf die Inhalte. akz-o