Sonderveröffentlichung
Themenspecial Mode & Stil

Comeback

HAARSTYLING: Die Trend-Looks für Frühjahr und Sommer sind retro-geprägt.

TEXT: ZV/imp, BILDER: ZV

Auf den Spuren der Siebziger. Ausgefallen, farbenfroh und immer etwas over the top: Die Trendkollektion Frühjahr/Sommer 2019 des Zentralverbands des Deutschen Friseurhandwerks (ZV) nimmt mit auf eine Zeitreise in das Jahrzehnt der Disco-Bewegung, Hippies und des Glam-Rock. Inspiriert von den großen Musiklegenden ABBA, Disco-Queen Donna Summer und den Rolling Stones setzt die Kollektion jetzt auf die typischen 70er-Looks: Flower-Power-Outfits, Föhnwelle, Stufenschnitte und Bohème-Styles. Im Zuge des Siebzigerjahre-Revivals feiern diese Looks jetzt ihr modisches Comeback. Die Styles sind heute etwas cleaner und edler interpretiert. Die neuen Trendfrisuren im modernen 70er-Jahre-Look eignen sich perfekt für den Sommer, die schönste Zeit des Jahres.

Individuelle Freiheit, Experimentierfreude und Mut zum Auffallen. Vorherige Grenzen und Etikette entfallen und erlaubt ist, was gefällt. Der jeweilige Basic-Cut der aktuellen Looks kann in verschiedenen Varianten gestylt werden und rockig, lässig, aber auch edel sein. Lebensfreude, die Betonung der eigenen Natürlichkeit, die extravagante Hervorhebung des Charakters – alles ist möglich.

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Ein Look beispielsweise ist der Modern Wedge. Die grafische Kurzhaarfrisur verleiht der Trägerin durch die harten Konturen, die schmal geschnittene Nackenpartie und das volle Deckhaar ein androgynes und cleanes Aussehen. Die Überlänge des Stirnmotivs betont die Augenpartie und lenkt den Fokus ganz auf das Gesicht. Sie kann auch toupiert – angelehnt an die 70er – daherkommen oder als wilder Lockenkopf mit Rock’n’Roll-Touch. Für die Männer gibt es das Short Statement: Der unkomplizierte Kurzhaarschnitt passt perfekt zum modernen, hyperagilen Mann von heute. Die Seitenkonturen und die Nackenlinie werden soft geschnitten und gehen über die natürliche Kontur hinaus. Im Wet-Look und mit Seitenscheitel verwandelt der Basic-Cut seinen Träger zum geheimnisvollen Italian Dandy. Der Scheitel sollte dabei exakt gezogen und fixiert werden. Die kurze Stachelfrisur, inspiriert durch David Bowie und die Punk-Bewegung Anfang der 70er Jahre, verpasst dem Schnitt einen neuen punkigen Drive. Weiter geht es mit dem Trendy Shag für Frauen – eine lange Nackenpartie, kürzere runde Seitenpartien und ein voller konkaver Pony machen den Mid-Cut zu einem echten Hingucker. Gestylt werden kann er entweder im Beachwaves-Look oder als wilder Lockenkopf. Der Undone Look für den Mann kann als Soft Britpop wild ins Gesicht, mit gelockter Rockabilly-Tolle oder ganz cool, glatt und mit Mittelscheitel, getragen werden.

Für alle Fans von langem Haar ist ein Schnitt mit Mittelscheitel, der weich gestuft geföhnt ist. Er ist auch mit Föhnwelle nach außen im 70er-Jahre-Stil ein Hingucker. Mit mehr Volumen und Seitenscheitel wird die Trägerin zur Dancing Queen der Neuzeit. Männer können auch wieder Vokuhila – neu interpretiert – tragen. Entweder natürlich, ins Gesicht gestylt mit Undone Finish oder mit zurückgegelter Tolle – auch hier grüßen die 70er. Auf Tuchfühlung gehen die Frauen: Das Top-Accessoire für Seventies-Hair sorgt für edles Fashion-Flair – im Boho-Stil, als Seventies Glam oder im Disko-Look.

Expertenmeinung

DIE OPTIMALE SILHOUETTE FINDEN

„Die Herausforderung besteht darin, die optimale schnitttechnische Lösung für meine kreative Idee zu finden. Sehr gute Schnittkonstruktion und -entwicklung erzeugt die optimale Silhouette. Diese wird durch pass- und maßgenaue Konstruktion, Linienführung und Proportionsabstimmung erreicht“, sagt Philipp Kehrer von der Modeschule Brigitte Kehrer in Mannheim.

Zeitreise in die 70er und 80er Jahre

FRAUENMODE: Ist etwas länger vorbei, wird es wieder spannend.

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TEXT: dpa/tmn, BILDER: Tom Tailor (l.)/Airfield (r.)/dpa-tmn

Ist die Mode tatsächlich beliebig geworden, wie Kritiker meinen? Oder ist es nicht vielmehr so, dass die neuen Trends für jeden Geschmack das Richtige bieten? Bei einem Blick auf die Kollektionen für Frühjahr und Sommer wird klar: Die zweite These trifft zu. „Beliebig ist die neue Mode sicher nicht. Aber es gibt immer weniger Regeln“, sagt die Stylistin Maria Hans aus Hamburg. Zugleich aber gibt es durchaus noch Trends.

Das Batikmuster ist einer – ohne das Hippie-Image. Sogar Topdesigner wie Dior, Prada oder Stella McCartney schickten Models darin über den Laufsteg. Die modische Zeitreise, die angesagte Designer in dieser Saison unternehmen, führt nicht nur in die 70er. „Auch die 80er Jahre dienten als Interpretation“, so Maria Hans. „Das macht sich beispielsweise an den Oversized-Blazern bemerkbar, die jetzt wieder gefragt sind. Aber auch kräftig bunte Farben und Overalls gab es in dieser Dekade schon mal.“ Außerdem wieder da: Animal-Print. „Vor allem der Leo-Look sorgt wieder für Aufsehen“, erläutert Modeberaterin Ritchie Karkowski aus Timmendorfer Strand. Pastelltöne (Bild rechts) bleiben außerdem angesagt, aber auch kräftige Farben finden sich häufig. „Dazu zählen Himbeerrot, Pink oder Orange.“ Diese Farben werden entweder „ganz unbekümmert miteinander gemixt oder Ton in Ton getragen“, ergänzt Karkowski. Gerade auch ins Berufsleben ziehe Farben-Freude ein: „Das ist vor allem gut bei Hosenanzügen zu sehen, die in der kommenden Saison vielfach in klaren, kräftigen Farben angeboten werden.“

Ähnlich kontrastreich kombinieren lassen sich die Muster. „Blüten zu Streifen in einem Kleidungsstück sind ein Beispiel für diesen Trend“, erklärt Maria Hans. Alternativ kommen verschiedene Muster in einzelnen Stücken zusammen – etwa ein Rock mit Blumendessin zur Streifenbluse.

Eines der Trendteile der Saison wird die Culotte sein. Diese Hochwasserhose mit weitem Bein ist seit einigen Jahren mal mehr, mal weniger im Trend – nun erneut. „Es gibt sie in Denim oder auch Leder, in Längen von midi bis maxi“, zählt Shopping-Beraterin Andrea Lakeberg aus Berlin auf. Daneben ist unter anderem die klassische, schmal geschnittene Hose angesagt. „Wichtig dabei ist, dass sie über eine hohe Taille verfügt“, sagt Karkowski. Weiterhin beliebt bleiben zudem die Overalls (Bild links). „Voraussetzung: Sie sind lässig weit geschnitten“, sagt Hans. Gleiches gilt für die Cargo-Hosen. „Sie sind ebenfalls ein Trend, der bereits in den 80er Jahren angesagt war, und zeichnen sich durch weiten Schnitt und viele Taschen aus“, erklärt die Stylistin.
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