Sonderveröffentlichung
Themenspecial 150 Jahre Galopprennsport in Mannheim

„Bisher lief alles glatt!“

Hinter den Kulissen sorgen Lothar Schmitt und Familie Rajendram für einen reibungslosen Ablauf


Ein (Galopp-)Rennen dauert einige Minuten, ein Renntag ein halbes Dutzend Stunden – hingegen will eine Rennbahn (fast) das ganze Jahr über gepflegt werden. Dafür sorgt Familie „Radi“, die eigentlich Rajendram heißt.

Manchmal geht das Schicksal verschlungene Pfade. Jedenfalls hätte sich Ponnuthurai Rajendram, als er noch in Sri Lanka (ehemals Ceylon) in der Landwirtschaft tätig war, nie träumen lassen, dass er eines Tages im fernen Deutschland auf einer Galoppsportanlage als Allround-Mann tätig sein würde. Die Flucht vor dem Bürgerkrieg hat Mitte der 1980er Jahre sein Leben durcheinander gewirbelt – auch das seiner heutigen Frau Kalannithy. Beide lernten sich in der Fremde kennen. „Ihre Horoskope haben zueinander gepasst“, verrät Tochter Keerththana. Klar, dass sie, die Studentin der Wirtschaftspädagogik, und ihr Bruder Praven an Renntagen ebenfalls im Einsatz sind. Und immer dann helfen, wenn möglichst viele Hände gebraucht werden.

Fleißige Arbeiter im Hintergrund: die Familie Rajendram. BILD: BRV/THOMAS HENNE
Fleißige Arbeiter im Hintergrund: die Familie Rajendram. BILD: BRV/THOMAS HENNE
Fünf Jahre hat Ponnuthurai Rajendram ehrenamtlich auf dem Seckenheimer Grünareal gewerkelt. 1990 bot ihm der Rennverein einen Arbeitsvertrag an. Riesige Grasflächen mähen, Hecken schneiden, Wasserrohre verlegen, nach den Renntagen Löcher im Boden schließen und Müll einsammeln – der Aufgabenbereich ist riesig. Und während der diesjährigen Hitzemonate hieß es: wässern, wässern und nochmal wässern. Im Winter gilt es, Reparaturen zu erledigen, all die Maschinen zu reinigen. Das Bemalen der Bahn-Hindernisse übernimmt mit geschickter Hand Kalannithy Rajendram.

Auf dem weitläufigen Areal packt auch Lothar Schmitt mit an. Vor zweieinhalb Jahrzehnten hat der pensionierte Mitarbeiter des Mannheimer Grünflächenamts ehrenamtlich die Betreuung der Startmaschine übernommen. Das Ungetüm auf Rädern kennt der Ur-Seckenheimer in- und auswendig: jedes Gestänge, jeden Magnetverschluss. 1982 hat der Badische Rennverein den Ständestart eingeführt. Lothar Schmitt sorgt dafür, dass die von einem Traktor gezogene Maschine zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort steht. Die Startlinien variieren nämlich aufgrund unterschiedlicher Renndistanzen. Klar, dass die zwölf rollenden Pferdeboxen schnurgerade auf die Bahn bugsiert werden müssen. Und damit ja keine Tür klemmt, wenn der Hauptstarter den Öffnungsmechanismus auslöst, macht Lothar Schmitt vorab einen Routine-Kontrollgang. „Bisher lief immer alles glatt!“ Waltraud Kirsch-Mayer

VDAR Verband Deutscher Amateur-Rennreiter e.V.
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