Sonderveröffentlichung
Themenspecial 7. Ausbildungs- und Studieninfotag

Auf dem Weg nach oben

IM GESPRÄCH: Murat Kivci – vom Hauptschüler zum Bachelor


Murat Kivci ist ein gutes Beispiel dafür, dass jeder, wenn er nur will und die richtige Unterstützung findet, seinen Platz in der Gesellschaft erfolgreich behaupten kann.

1996 in Heppenheim geboren, schien seine schulische Entwicklung zunächst vorprogrammiert. Als Grundschüler war er nicht wirklich lernwillig und es sah ganz nach Hauptschule aus. Das war nicht im Sinn der Eltern, die türkische (Vater) beziehungsweise polnische (Mutter) Wurzeln haben. Sie schickten ihren Sohn zwei Jahre nach Gernsheim auf eine Förderschule, doch es blieb bei der Hauptschule.

Wie ging es dann weiter?

Murat Kivci: In der Hauptschule gab es viele Möglichkeiten abzurutschen. Doch ich habe die negativen Auswirkungen gesehen, davon Abstand gehalten und gelernt, das Negative vom Positiven zu unterscheiden. Dass ich früher etwas als Außenstehender die Zuschauerposition eingenommen habe, mag dabei eine Rolle gespielt haben.

Was passierte nach der Hauptschule?

Murat Kivci: Nach der Hauptschule ging ich auf die Berufsfachschule in Lampertheim und bekam hier erstmals Kontakt zur Elektrotechnik. Die hier erlebte Förderung durch die Lehrer war extrem gut, hat enorm viel bewirkt. Auch mein Bruder wurde davon beeinflusst. Lernen hat Spaß gemacht und meine Leistungen haben sich bis zum Notendurchschnitt von 1,0 extrem gebessert.

Ging es weiter nach oben?

Murat Kivci: Ja, aufgrund der Noten habe ich das Abitur an der Karl-Kübel-Schule angestrebt. Wegen des von mir ausgewählten Fachgebietes Mechatronik bin ich für den Fachunterricht an die Heinrich-Metzendorf-Schule in Bensheim gekommen. Mit einem Notendurchschnitt von 1,8 habe ich 2016 mein Abitur an der Karl-Kübel-Schule gemacht. Bereits ein Jahr vorher hatte ich mich schon für das Duale Studium Elektrotechnik beworben.

Wer oder was hat Deine Entwicklung beeinflusst?

Murat Kivci: Neben meiner eigenen Einstellung und der Entscheidung, mich am Positiven zu orientieren, habe ich vor allem einigen engagierten Lehrern viel zu verdanken. In Lampertheim war es Thomas Bährer, der für jeden immer da war und an der Karl-Kübel-Schule hat mein Tutor Manfred Weidner alles getan, damit das Abitur klappt.

Nicht einmal ist der Unterricht ausgefallen und jeder hat bestanden. Keine Selbstverständlichkeit. Für das Duale Studium habe ich mich aus zwei Gründen entschieden. Zum einen wegen des Praxisbezugs und meines Berufswunsches (beeinflusst auch von meinen handwerklich tätigen Eltern) und zum anderen wegen des Verdienstes. Mir ist die Selbständigkeit wichtig, auch möchte ich weniger abhängig sein von den Eltern beziehungsweise diese auch nicht unnötig belasten.

War es schwierig, eine Firma zu finden?

Murat Kivci: Ich hatte mich bei sieben Firmen beworben, drei hatten mich zum Vorstellungsgespräch eingeladen und bei Sirona (Dentsply Sirona) hat es geklappt. Da ich dort schon ein Praktikum gemacht hatte, war Sirona auch mein Favorit. Aber auch die Verbindung zu den Lehrern hat geholfen. Direkt nach dem Abi 2016 habe ich hier mit dem Studium zum Bachelor of Engineering begonnen, das bis Oktober 2019 dauert. Aktuell bin ich in der Lernphase, die zwölf Wochen dauert, danach schließt sich der ebenfalls zwölf Wochen dauernde Praxisteil im Betrieb an. Semesterferien gibt es nicht, es gibt Urlaub.

Wie sehen Deine Ziele aus?

Murat Kivci: Nach dem Bachelor sind verschiedene Wege möglich. Den akademischen Weg mit Master und Doktor favorisiere ich nicht so, damir praktische Arbeit mehr liegt. Vorstellbar ist die Möglichkeit, weiter zu arbeiten und dann mit dem Master of Business Administration die Tür für eine Führungsposition zu öffnen oder weiter zu arbeiten, um die Kompetenzen zu stärken. Das hängt auch von möglichen Angeboten der Firma ab.

Hast Du einen Tipp für junge Menschen?

Murat Kivci: Ich weiß, dass man in jungen Jahren nicht so viel nachdenkt, aber ich kann auch als Jugendlicher Verantwortung übernehmen und trotzdem Freiheit genießen. Jeder sollte über seine Entscheidungen und die möglichen Folgen nachdenken.

Wie ist Dein persönliches Erfolgsgeheimnis?

Murat Kivci: Ich habe für mich das Wandern in der Natur entdeckt. Frische Luft, Bewegung und Stille machen den Kopf frei. Und wenn am Fuße eines hohen Berges der Aufstieg auch schwer fällt, so ist das gute Gefühl, oben angekommen zu sein, umso besser. js

Sparkasse Bensheim

Ausbildungsinfotag 2018 - WIR SIND DABEI

Dentsply Sirona

Profil: Dentsply Sirona ist der weltweit größte Hersteller von Dentalprodukten und -technologien für Zahnärzte und Zahntechniker, mit einer 130-jährigen Unternehmensgeschichte, die von Innovationen und Service für die Dentalbranche und ihre Patienten in allen Ländern geprägt ist.

Anzahl der Ausbildungs-/Studienplätze: Am Standort Bensheim werden rund 30 Ausbildungs- und Studienplätze pro Jahrgang angeboten.

Duale Studiengänge: Im dualen Studium werden die wirtschaftlichen Studiengänge International Business, Industrie und International Management for Business and Information Technology sowie die technischen Studiengänge Elektrotechnik, Maschinenbau, Informationstechnik und Wirtschaftsingenieurwesen angeboten.

Duale Ausbildungsberufe: Das Angebot der dualen Ausbildungsberufe umfasst Ausbildungsplätze in den Bereichen Mechatronik, Industriemechanik, Fachinformatik und Lagerlogistik.
Mitarbeiter und Führungskräfte teilen die Leidenschaft, die Position von Dentsply Sirona als globalen Markt- und Innovationsführer innerhalb der Dentalbranche weiter stärken zu wollen.

Adresse: Fabrikstraße 31, 64625 Bensheim
Telefon: 06251 / 16-2309
E-Mail: Ausbildung.Bensheim@dentsplysirona.com
Internet: https://career.dentsplysirona.com/de/schueler.html

Agentur für Arbeit

Profil/Philosophie: Der Ausbildungsmarkt an der Bergstraße präsentiert sich seit vielen Jahren auf einem hohen Niveau und ist relativ stabil. Seine zukünftige Entwicklung vorherzusehen ist schwer, da auch der regionale Arbeitsmarkt von unvorhersehbaren globalen wirtschaftlichen und politischen Einflüssen abhängig ist. Wichtig ist es, die erkennbaren und beeinflussbaren Faktoren wie den demografischen Wandel und Fachkräftebedarfe zu analysieren, präventiv zu handeln und rechtzeitig gegenzusteuern. Hierbei gilt es, Fachkräfte für die Zukunft zu gewinnen und zu erhalten. Fachkräfteknappheit ist nicht mehr nur ein theoretisches Thema, sondern sie senkt die Produktqualität und führt zu Gewinneinbußen. Herausforderungen sind–besonders für kleinere Betriebe – neben dem demografischen Wandel die zunehmende Globalisierung der rasche technologische Fortschritt und die Digitalisierung. Diese Faktoren erfordern ein Umdenken. Ziel muss es auch im Interesse einer zukünftigen Fachkräftesicherung sein, die Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeit der Menschen über das gesamte Erwerbsleben hinweg zu erhalten und auszubauen. Insgesamt muss das Augenmerk weiterhin auch auf Aktivierung und Qualifizierung aller Personengruppen auf dem Ausbildungs-und Arbeitsmarkt gelegt werden! „Der Ausbildungsmarkt hat sich zu einem Bewerbermarkt entwickelt. Für Ausbildungssuchende, waren die Chancen noch nie so gut wie heute! Voraussetzung für einen erfolgreichen beruflichen Werdegang ist eine frühe und fundierte berufliche Orientierung, die dann zu einer oder einem erfolgreichen Studium führt. Der „Ausbildungs- und Studieninfotag in Bensheim ist dafür ideal geeignet, da alle Akteure vor Ort sind“, betont Susanne Berneit, Teamleiterin Berufsberatung der Agentur für Arbeit Darmstadt.

Adresse: Agentur für Arbeit Darmstadt, Groß-Gerauer Weg 7, 64295 Darmstadt
Kontakt für Arbeitnehmer: Tel. 0800 / 4 5555 00
Kontakt für Arbeitgeber: Tel. 0800 / 4 5555 20
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