Sonderveröffentlichung
Themenspecial Querbeet

Abwehrkräfte für ein gesundes Grün

Pfelge: Den Garten fit für Herbst und Winter machen

Weg mit dem Laub: Der Rasen sollte frei von Blättern sein, bevor die kalte Jahreszeit anbricht. Wichtig ist ebenso eine Herbstdüngung. BILD: DJD/WWW.BIOSCAPE.NET/CUXIN DCM

8.09.2020
Abwehrkräfte für ein gesundes Grün Image 1
Im Spätsommer und Herbst kehrt auch im heimischen Garten zunehmend Ruhe ein. Bevor die Natur jedoch in den Wintermodus wechselt, haben Freizeitgärtner noch einiges zu tun. Vor allem der Rasen, der vielerorts unter intensiver Sonneneinstrahlung und Trockenheit im Sommer gelitten hat, braucht jetzt die richtigen Streicheleinheiten. So kann er mit genügend Widerstandskraft gesund und kräftig durch Herbst und Winter kommen. Aber auch die restlichen Pflanzen benötigen Pflege, um im kommenden Jahr neu zu erblühen.

Der passende Nährstoffmix für die kalte Jahreszeit

Der Sommer hat auf dem grünen Teppich vielfach sichtbare Spuren hinterlassen. Kahle Flecken, ausgetrocknete Bereiche und gelblich verfärbte Halme sind ein untrügliches Zeichen dafür, dass die heimische Wiese Pflege braucht. „Rechtzeitig vor dem Beginn des Winters können Garteneigentümer dem Rasen mit den richtigen Nährstoffen Gutes tun“, sagt Gartenexpertin Dr. Silke Eulenstein. Qualität sei dabei wichtiger als Quantität: „Entscheidend ist jetzt eine abgestimmte Herbstdüngung für den Rasen. Sie sollte genau die Nährstoffe enthalten, die das Gras für eine hohe Widerstandskraft und Frosthärte benötigt.“ Der Stickstoffanteil des Düngers sollte, anders als in der warmen Jahreszeit, jetzt möglich niedrig sein. Schließlich soll das Gras jetzt nicht mehr zu weiterem Wachstum animiert werden. Stattdessen sind erhöhte Anteile an Kalium, Magnesium und Eisen gefragt.  
  
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Bodenqualität kontrollieren und bei Bedarf Kalk geben

Wichtig bei der Herbstdüngung des Rasens ist zudem das richtige Timing. Bis etwa Ende Oktober sollte die Pflege abgeschlossen sein. Zusätzlich bietet es sich an, dem Boden etwas Kalk zuzuführen. Gartenbesitzer können mit einfachen Teststreifen, wie sie zum Beispiel im örtlichen Fachhandel erhältlich sind, den pH-Wert ermitteln. Liegt der Wert zu niedrig, um 5,5 oder tiefer, sollte gekalkt werden. „Die Gabe von Kalk verbessert die Bodenstruktur und beugt damit in Herbst und Winter einer Moosbildung im Rasen vor“, erklärt Dr. Eulenstein weiter.

Bis Ende Oktober/Anfang November sollte der Rasen weiter regelmäßig gemäht werden. Da er in dieser Zeit aber kaum wächst, sollte der Rasen auf eine Länge von fünf Zentimeter geschnitten werden. Steht dann der letzte Schnitt des Jahres an, sollte eine Länge von vier Zentimeter stehen gelassen werden. So wird verhindert, dass eine mögliche Schneedecke im Winter einzelne Grashalme hinunter drückt.

Rosenpracht fürs neue Jahr noch im Herbst pflanzen

Im Sommer stehen vor allem Pflege und Schnitt auf der Tagesordnung. Regelmäßiges Ausschneiden verwelkter Blüten regt den Austrieb neuer Knospen an und schützt die Pflanzen vor Pilzerkrankungen. Ab Ende August und im September empfehlen Rosenprofis die Gabe und gründliche Einwässerung von Kalimagnesia, auch Patenkali genannt. Es lässt das Holz der Rosen schneller ausreifen und erhöht damit die Winterhärte.

Gute Monate für die Pflanzung wurzelnackter Rosenstöcke sind Oktober und November. Als Winterschutz sollten die neu gesetzten Pflanzen etwa 20 Zentimeter hoch mit Erde angehäufelt werden. Im kommenden April wird sie wieder abgehäufelt und leicht zurückgeschnitten. So können sich Gartenfreunde schon in der nächsten Gartensaison über üppige Blühpracht und aromatische Duftentfaltung an einem neu angelegten Lieblingsplatz erfreuen.

Da auch die anderen Pflanzen von den heißen Temperaturen des Sommers angegriffen sind, sollten trockene Blüten und Blätter entfernt werden sowie Dünger aufgetragen werden. Welcher Dünger sich am Besten eignet erfahren Gartenbesitzer von den Pflanzenexperten in der Region. Auch sollte die Erde aufgelockert werden, damit das Wasser besser abfließen kann und die Wurzeln besser erreicht. Auf die Beete sollte Mulch-Substrat aufgebracht werden, dieses schützt die Pflanzen vor kalten Temperaturen. Vor dem ersten Frost sollten nicht winterharte Kübelpflanzen in den Keller gebracht werden. Um Wurzelfäule vorzubeugen, sollten die Pflanzen trocken ins Winterquartier gebracht werden. Kübelpflanzen, die draußen bleiben, sollten mit einem Vlies eingewickelt werden. So wird verhindert, dass zu viel Wasser über die Blätter verdunstet. djd/imp

Der Frühling wird im Herbst gepflanzt

Pflanzzeit: Blumenzwiebeln kommen bis Ende November in die Erde

Tulpen, Narzissen, Krokusse, Traubenhyazinthen, Schneeglöckchen, Zierlauche – die Liste der bekannten und beliebten Frühjahrsblüher ist lang. Gepflanzt werden ihre Blumenzwiebeln und Knollen bereits im Herbst, denn die runden Kraftpakete brauchen die Kälte des Winters für ihre Entwicklung. Zu warm darf es allerdings auch nicht sein. „Solange die Bodentemperaturen über dreizehn Grad liegen, können die Wurzeln der Zwiebeln nicht gut wachsen“, erklärt Blumenzwiebelspezialist Carlos van der Veekl. „Besonders Tulpen sind da empfindlich. Sie sitzen dann ‚untätig‘ im Boden und sind anfällig für Pilze und Krankheiten, die bei höheren Temperaturen noch sehr aktiv sind. Das wirkt sich natürlich negativ auf die Qualität der Blüte im Frühjahr aus.“ Von Ende September bis in den späten November können die Frühjahrsblüher gepflanzt werden.

Auch jetzt kommen noch Pflanzen in die Erden, an denen man sich in diesem Jahr noch erfreuen kann, wie der Zweifarbige Zierklee. „Idealerweise setzt man die Knollen in einen Tontopf mit Wasserabzugsloch und einer Mischung aus Blumenerde mit Sand und/oder Lehm. Anschließend kommt dieser nach draußen an einen kühlen hellen Ort. Und keine Sorge: Der Zweifarbige Zierklee hält Regen und Kälte aus. Selbst einige Nächte mit frostigen Temperaturen sind kein Problem. Nur dauerhaftes im Wasser stehen vertragen sie nicht“, so van der Veek. Schon wenige Wochen nach der Pflanzung zeigen sich die ersten kleinen, handförmigen Blätter, im November schließlich die ersten Knospen. Bis zum Jahreswechsel kann man sich an den fröhlichen, trichterförmigen Blüten erfreuen. Man kann sie auch für einige Zeit ins Haus holen. Dort entwickeln sie zwar längere Stiele, blühen aber ebenfalls monatelang. Tabu sind dann Stellplätze in der Nähe eines Ofens oder der Heizung. fluwel

Im Herbst wird es schnittig

Foto: fotolia.de
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Bäume und Sträucher haben über den Sommer kräftig ausgetrieben. Wenn die Wachstumsperiode nun zu Ende geht, wird es Zeit für einen Rückschnitt. So wird die Basis für neuen Austrieb geschaffen. Das Bundesnaturschutzgesetz erlaubt das starke Zurückschneiden von Bäumen, Büschen und anderen Gehölzen nur in der Zeit von Anfang Oktober bis Ende Februar – also außerhalb der Brutsaison von Vögeln. Handliche Akku-Gehölzschneider sorgen dafür, dass der Rückschnitt nicht zu einer kräftezehrenden Angelegenheit wird. Arbeiten in der Höhe, ohne den festen Stand auf dem Boden zu verlassen, erlauben spezielle Hochentaster. Das Schnittgut lässt sich im Häcksler zerkleinern und im Garten weiternutzen. djd