Sonderveröffentlichung
Themenspecial Mein Hund

Waschen, schneiden, legen

FELLPFLEGE: Glänzendes Fell, der richtige Schnitt und perfekt geschnittene Krallen: Immer mehr Halter gönnen ihrem Vierbeiner die Pflege in einem Hundesalon – beim sogenannten Groomer. Hier wird das Fell mit speziellem Shampoo, Trimmmesser und Schermaschine auf Linie gebracht.

Die „Frisur von der Stange“ gibt es nicht: Jedes Fell und damit jede Fellstruktur benötig eine ganz individuelle Bearbeitungs- und Pflegetechnik – ein guter Hundefriseur, auch „Groomer“ genannt, muss sich mit allen Rassen auskennen. So ist es beispielsweise falsch, Drahthaar-Hunde wie West Highland White Terrier zu scheren. Sie werden getrimmt: Die alten, schon lockeren Haare werden abgezupft. Das sieht vielleicht unangenehm aus, tut aber nicht weh. Werden diese Haare nicht entfernt, verursachen sie Juckreiz. Das seidige Fell eines Yorkshire Terriers dagegen wird mit einer Schere gekürzt. Auch dabei achtet ein guter Friseur auf die Details. Das Fell unter dem Bauch kann man etwas schneiden, damit es nicht auf dem Boden schleift.

Die Groomer scheren und trimmen das Fell verschiedener Rassen unter Einhaltung strenger Hygiene-Richtlinien und Tierschutzgesetze. Und natürlich mit viel Liebe und Feingefühl, wie Ernest Böhm, Inhaber des Hundesalons „Tierisch schön“ mit mehreren Filialen in der Region bemerkt: „Wir sind selbst langjährige Tierbesitzer und deshalb Groomer aus Leidenschaft.“ Ihm und seinem Team ist es besonders wichtig, ein großes Einfühlungsvermögen zu besitzen und auf die Individualität der Rasse einzugehen. Dazu sollte für jeden Hund ein hochwertiges und auf ihn abgestimmtes Pflegeprodukt verwendet werden und dem Vierbeiner eine möglichst stressfreie Umgebung geboten werden.

Aus tierärztlicher Sicht sind Besuche beim Hundefriseur übrigens nicht unbedingt notwendig: „Auch wenn das Fell mancher Rassen nur schwer sauberzuhalten ist, können Halter das auch allein schaffen“, sagt Ute Tietjen von der Bundestierärztekammer in Bonn. Bei großer Hitze raten aber auch Tierärzte zum Friseurbesuch: „Besonders dichtes Fell sollte man dann kürzen lassen, damit es dem Tier nicht zu warm wird.“ Auch das Säubern der behaarten Ohren sei eine Aufgabe für den Friseur. Denn hier könnten sich Krankheitserreger einnisten.

„Hundefriseur“ oder Groomer“ ist im Übrigen keine geschützte Bezeichnung. Deswegen tummeln sich auf dem Markt auch viele Anbieter ohne eine fundierte Ausbildung, erklärt Angelika Siebert vom Bundesverband der Groomer. Sie rät deshalb, beim ersten Besuch in einem neuen Salon erstmal einige Fragen zu stellen: „Halter sollten sich erkundigen, was denn ein rassegerechter Schnitt für ihren Hund ist.“ Gibt der Friseur dann ausweichende Antworten, solle der Halter lieber noch einmal nachdenken, ob er diesem Anbieter die Pflege seines Tieres anvertrauen will. Rebecca Müller (dpa), Lisa Betz 

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